Rainer Liesenfeld, pfeilinfo.de
Nacktheit. Symbol für Unschuld und Wahrhaftigkeit. Verletzlichkeit und Verzweiflung. Für Anfang und Ende. Für Würde und Verantwortung. Mut und Durchsetzungsstärke. Für Sinnlichkeit, Geilheit, Lebensfreude. Wenn das kein gesellschaftlicher Nenner ist. Anita und Wolfgang Gramers Buch ist wichtig für unsere Zeit.
Kurzbeschreibung
Nacktsein wird gesellschaftsfähig. Die Bewegung der Nackten ist in eine neue Dimension eigetreten. Die Nackten outen sich. FKK wird hinter die Bretterzäune des 19. und 20. Jahrhunderts verwiesen. Im 21. Jahrgundert gehen Nackte in die Öffentlichkeit. Sie suchen sie nicht, aber sie vermeiden sie auch nicht mehr. In einer mehr oder weniger sanften Konfrontation werden die Bürger, die Ordnungskräfte und die Gerichte mit nackten Tatsachen konfrontiert. In der Eifel wurden schon Nacktwanderer in der Größenordnung von 3 Fußballmannschaften gesichtet. In Bayern tut man sich noch schwer mit den Nacktradlern und man würde sie am liebesten über die hessische Grenze abschieben. Im einst prüden Spanien treten Nacktradler dagegen bereits in Hundertschaften auf und der Bürgermeister von Barcelona bestätigt ein Menschenrecht auf Nacktsein auch mitten in der katalanischen Hauptstadt. In England durchquert ein Mann die ganze Insel nur mit einem Rucksack bekleidet, in Freiburg steht eine nackt Eva am Sparkassenschalter, in Köln putzen Hausfrauen ihre Fenster nackt, eine Halbaustralierin hat ihren Kontinent schon 17 mal nackt durchquert und ist jetzt auch in Deutschland auf die gleiche Weise aktiv. Das Buch beschreibt die neueste Entwicklung des FKK: Nacktiv indoor und outdoor: Nackt heimwerken, nackt Besuch empfangen, nackt das Haus abputzen, nackt joggen, nackt wandern, nackt radeln und nackt reiten. Nacktsein wird zum Alltag.
Der Verlag über das Buch
Die beiden Autoren sind einer erstaunlichen Entwicklung auf der Spur: Menschen enthüllen sich. Nicht mehr nur in der heimischen Badewanne und am Strand, sondern in ihrem normalem Umfeld. Ihre Freizeit verbringen immer mehr Menschen nackt, sie gehen nicht nackt in die Oper oder zum Supermarkt, aber alles was man sonst so in der Natur machen kann, das kann man auch nackt machen: Joggen, wandern, radeln oder sonstige Sportarten betreiben. Nicht im FKK-Verein, sondern einfach so. Einzelne oder kleine Gruppen von Gleichgesinnten scheuen nicht mehr die Öffentlichkeit und outen sich. Die beiden Autoren beschreiben dieses Phänomen, suchen Erklärungen dafür und zitieren viele Große der Weltliteratur und ihre positive Einstellung zum Nacktsein. Erlebnisberichte von Nackten und 138 Farbfotos ergänzen die Recherchen der Autoren über einen Trend, der inzwischen auch internationale Dimensionen angenommen hat.
Der Autor über sein Buch
Bei unseren Recherchen über das Thema waren wir selbst erstaunt, was alles möglich ist in einer Gesellschaft, die Bekleidung als Norm setzt und Nacktsein zu einem Straftatbestand degradiert. Wir haben versucht darzustellen, welche Gründe die Nackten motivieren, sich ihrer Kleidung zu entledigen, und welch tief innere Sehnsucht den Menschen treibt, sich von etwas zu befreien, was über eine bloße Schicht von Baumwolle oder Polyester hinausgeht."Der Mensch hat einen tief eingeborenen Hang, sich nackt zu zeigen", sagt der Historiker Egon Friedell. Und wir haben uns einfach auch selbst nackt ausgezogen, um das Fürchten zu verlernen. Eine einzigartige Erfahrung, die wir in einem - wie wir glauben - einzigartigen Buch beschreiben, und wir hoffen, bei vielen Menschen auf Verständnis zu stoßen und damit auch die Toleranz der Bürger und der Behörden zu vergrößern.
Klappentext
Nackt wandern, nackt radeln, nackt reiten - Wie? Wirklich? Warum? Wo? - Wir beantworten eure Fragen. Wir berichten über nackte Aktivitäten. Wir dokumentieren in 138 farbigen Abbildungen