Die Autoren dieses Buches schlagen vor, jeder sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Kinder genauso wie Rentner, Beschäftigte ebenso wie Arbeitslose und Bettler wie Millionäre. Eine faszinierende Idee, liest man all die Wirkungen, die diese auf individuelles Verhalten ausüben dürfte. Eine unbedingt notwendige Idee für unsere Gesellschaft, wenn man die Zukunft der heutigen industriellen Arbeitswelt und den durch weitere Automation zurückgehenden Beschäftigungsgrad betrachtet.
Zwei Fragenkomplexe, sicherlich die entscheidenden, werden ausführlich behandelt. Werden sich die meisten Empfänger des Grundeinkommens nun auf die faule Haut legen und im süßen Nichtstun verharren? Und wie soll das Ganze finanziert werden?
Die Frage der Finanzierung sollte nach Meinung der Autoren kein unlösbares Problem sein bei einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 2,5 Bio ¤. Benötigt würden maximal rund 1 Bio ¤. Die Methode der Finanzierung über eine Konsumsteuer wird leider zu kurz behandelt. Was die 'faule Haut' betrifft, so begründen die Autoren nachvollziehbar, daß sie eine solche nur bei den wenigsten Zeitgenossen erwarten.
Am Schluß aber bleiben Fragen, auf die die Autoren nicht eingehen. Hier einige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wird nicht die Nachfrage insgesamt zunehmen und gerade bei heute kostengünstigen aber lebenswichtigen Leistungen (Schulen, Pflegeleistungen, Gesundheitswesen, kommunale Aufgaben...) zu Preiserhöhungen führen? Oder: werden nicht raffgierige Geschäftemacher, Versicherungen, Banken und dgl. versuchen, dieses Grundeinkommen anzuzapfen? Mit welcher Folge? Oder: wird ein Staat mit Grundeinkommen unter dem Aspekt weitgehender Verflechtung nicht zu einer Insel der Seligen? Muß man Grenzen dann wieder sichern, mit Zöllen, mit Arbeitserlaubnissen?