Roswitha Rosenbach möchte unbedingt einen eigenen Geist in ihrem Wirtshaus haben. Also wendet sie sich an den absoluten Experten, wenn es um derlei Fragen geht: Hui Buh. Als sie erfährt, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, ist sie ziemlich niedergeschlagen. Denn das lässt sich in ihrem Heim nahezu unmöglich verwirklichen. Doch Hui Buh erzählt noch von einer anderen, allerdings nicht ganz legalen Möglichkeit: den sogenannten Schwarzspukern.
Obwohl ihm die Idee nicht gefällt, lässt er sich von Roswitha überreden und die beiden unternehmen einen Ausflug in die Geisterwelt.
An Phantasie lässt es Nesrin Samdereli in ihrer Erzählung nicht missen. Auf die lustige Idee, Geister vom Schwarzmarkt anzuheuern und diese dann Schwarzspuker zu taufen muss man erst einmal kommen. Der Ausflug in die Geisterwelt fällt entsprechend bunt aus und dürfte vor allem den jüngeren Hörern sogar den ein oder anderen leichten Schauer über den Rücken treiben. Aber keine Sorge, wo Hui Buh mit an Bord ist, wird es niemals zu gruselig.
Doch obgleich dieser die erste Hälfte des Hörspiels bestimmende Ideenstrang sehr nett aufgemacht ist, fehlt ihm dennoch das gewisse Etwas um richtig mitzureißen. Als erfahrener Hörer wartet man förmlich auf die entscheidende Wendung in der Geschichte und die kommt dann auch in der Art wie man sie sich ausgemalt hat. Doch diese Vorhersehbarkeit stört zu diesem Punkt längst nicht mehr.
Warum? Eine gute Frage.
Nun, diese "Schuld" muss man insbesondere Oliver Kalkofe anlasten, der als Gaststar den Schwarzspuker spricht. Und das macht er dermaßen exzellent, dass es eine absolute Freude ist, dem Gauklergeist bei dessen Auftritten als Dichter oder Minesänger zu lauschen. Wie wandlungsfähig Kalkofe als Sprecher auftreten kann, beweist er nur wenige Minuten später.
Der Unterhaltungswert ist zu diesem Zeitpunkt durch diese Darbietung rasant auf ein sehr hohes Maß geschnellt. Mit den exzellenten Sprecherleistungen bekannter Größen rundherum, so Christoph Maria Herbst, Wolfgang Völz und Daniela Hoffmann - hier in einer größeren Rolle als in den bisherigen Hörspielen - und last but not least selbstredend Stefan Krause, der den Hui Buh weiterhin sehr stark verkörpert, vermag da im Prinzip gar nicht mehr viel anzubrennen.
Die gewohnt festliche Kulisse auf Schloss Burgeck wird diesmal durch den akkustischen Ausflug in die Geisterwelt bereichert. Die entsprechende Umsetzung seitens STIL ist dabei wie eh und je sehr gelungen.
Fazit: Eine phantasievolle Geschichte, die mich in der ersten Hälfte trotz der guten Ideen noch nicht komplett mitreißen konnte, dafür im zweiten Teil umso mehr Spaß bereitet. Nicht zuletzt aufgrund hervorragender Sprecherdarbietungen, mit einer besonderen Erwähnung des äußerst facettenreichen Oliver Kalkofe, und der feinen akkustischen Kulisse dürfte Hui Buh auch für die ältere Hörerschaft interessant bleiben.