Nachdem ich als Drei-???-Hörer, eigentlich eher selten auf TKKG Folgen zurückgreife, mache ich es doch ab und an und wähle dann zufällig eine Folge aus.
Diese Folge hat es geschafft, alle anderen zu übertrumpfen. Dazu führten weniger die üblichen Kritikpunkte (Tims Verhalten) als vielmehr die Konstruktion der Geschichte.
Kurze Zusammenfassung (ohne Spoiler):
Tim und Klößchen warten auf einen Freund. Dieser kommt jedoch nicht. Gemeinsam versuchen sie herauszubekommen, was mit dem Jungen passiert ist. Dessen verhasster Stiefvater erzählt, er sei abgehauen und wolle sich am Sonntag (vier Tage später) melden. Deshalb wird er bis dahin die Polizei nicht rufen. Tim und Klößchen nehmen die Geschichte von Herrn Brockmann nicht ernst und rufen später Kommissar Glockner zur Hilfe.
Der Zuhörer erfährt unterdessen, dass der Junge entführt worden ist und der Entführer eine Millionen Mark vom Stiefvater haben möchte.....
Nun die Kritik:
ACHTUNG: SPOILER
1. Ein Junge dessen leiblicher Vater verstorben ist, die Mutter einen neuen Mann geheiratet hat und dann später ebenfalls verstarb, lebt nun bei seinem verhassten Stiefvater. Das klingt nach Schneewittchen und (der neuen Version) Hänsel und Gretel. Das hier quasi nur der Stiefvater als Täter in Frage kommt, war von Anfang an klar
2. Ermittlungsarbeit der TKKG-Bande: De facto nicht vorhanden. Man fragt sich, wo der Klassenkamerad ist, sucht den Vater auf, der erzählt, der Junge sei krank, man sucht die Ärztin auf, die sagt, sie wisse von nichts und schließlich sucht man Kommissar Glockner auf.
Der Zuhörer erfährt, dass der Junge entführt wurde und freigelassen wird. Zufällig findet die TKKG-Bande den Jungen später, der auch schon weiß, wer der Entführer ist, diesen mit einem hinter der Tür wartenden Tim zur Rede stellt und schließlich nur kurz eingreift, um den Jungen zu retten.
3. Der Entführer (Geschäftspartner des Stiefvaters) hat als Komplizen den Vater! Nicht wenig überraschend, wird doch über das Hörspiel die ganze Zeit betont, wie gefährlich, bösartig und gemein der Stiefvater doch ist. Ein anderer Verdächtiger taucht gar nicht erst auf.
4. Tims absoluter Alleingang. Man ist ja Alleingänge des Häuptlings durchaus gewohnt. Aber das Karl, Klößchen und Gabi quasi gar keine Rolle spielen und die Geschichte quasi auch ohne sie funktioniert hätte, hab ich vorher noch nicht erlebt.
5. Die Geschichte wirkt doch arg konstruiert. Als wäre dem Autor nichts besseres eingefallen, als eine lasche und einfallslose Geschichte zu inszinieren, die auch noch darauf hinausläuft, dass der Junge ganz ohne einen Elternteil dasteht,
Nunja. Für jeden Kritikpunkt (bis vielleicht auf NR.4) einen Stern abziehen, darauß ergibt sich dann dieser eine Stern