Kaum dass der Polizeijournalist Hutchinson Hatch aus reinem Vergnügen eine Vorstellung des Londoner Shakespeare-Ensembles besucht, geschieht ein Verbrechen, das geradezu nach dem Eingreifen von Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen schreit. Belinda Belmont, der Star des Ensembles, verschwindet vor ihrem großen Auftritt ohne jede Spur. Gemeinsam mit Detective-Sergeant Caruso beginnen die zermürbenden Ermittlungen im Theater-Milieu, und wieder ist Professor Van Dusen, genannt die Denkmaschine, scheinbar der Einzige, der den Überblick zu behalten scheint ...
Obwohl die Nähe zu dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes unverkennbar ist, glänzt VAN DUSEN durch abwechslungsreiche Plots. Ermittlungen im Theater-Milieu sind gerade in der klassischen Kriminal-Geschichte immer sehr reizvoll, denn wo sonst wimmelt es geradezu vor Intrigen, falschen Vorspiegelungen, Neid und Missgunst? Und da es auch immer um Schauspieler geht, wird die Entlarvung des Täters auch immer eine Herausforderung für den Ermittler. Michael Koser hat die Geschichte von Jacques Futrelle für die Vertonung dramaturgisch aufgepeppt, und vor allen Dingen die amüsante Vernehmung durch Detective-Sergeant Caruso ist durch ihre satirische Note hörenswert. Am Ende darf die Denkmaschine die Lösung des Rätsels dann in klassischer Agatha Christie-Manier vor versammeltem Publikum präsentieren. Dass es sich um ein Radio-Hörspiel handelt ist trotz technischer Restaurierung deutlich zu hören, macht aber zugleich auch den Charme dieser Produktion aus und hebt sich erfrischend vom glasklaren Einheitsbrei ab. Es ist ein wahrhaftiges Vergnügen Vollblutsprechern wie Friedrich W. Bauschulte (Van Dusen), Klaus Herm (Hutschinson Hatch) oder Reinhard Kolldehoff (Caruso) zu lauschen. Aufgewertet wird das vorliegende Hörspiel durch den Gastauftritt von Arnold Marquis als Regisseur John Meany. Wer einen Fernseher besitzt und diesen gelegentlich auch einschaltet wird seine markante Stimme mit Sicherheit schon mal gehört haben. Schließlich zählte der 1990 verstorbene Schauspieler zu den meist beschäftigten Synchronsprechern Deutschlands. Von Charles Bronson, über Bud Spencer, bis hin zu John Wayne reicht die Palette an berühmten Mimen, denen er seine Stimme verlieh und teilweise in Deutschland erst zu ihrer heutigen Bekanntheit verhalf. Auch musikalisch ist das Krimi-Hörspiel ein Ohrenschmaus und überzeugt unter anderem durch klassische Geigenstücke. Zu guter Letzt plaudert der Autor Michael Koser aus dem Nähkästchen über die Entstehung dieser Folge.