Als sie von einem erpresserischen Juwelenraub Wind bekommen verhindern Tim und Klößchen diesen, indem sie den Juwelier selbst überfallen! Kurz darauf wird auf einer Party, zu der TKKG eingeladen sind, ein kostbarer Riesenjuwel gestohlen. Ausgerechnet im anschließenden Italien-Urlaub mit Freunden kommt TKKG dem Dieb auf die Spur...
Um gleich jedes Missverständnis auszuräumen; dieses Hörspiel von 1987 war eines der ersten, die ich jemals gehört habe. Ich hatte es weit über eine Dekade nicht mehr gehört, jüngst wieder ins Kassettendeck gepackt und tatsächlich war es mir noch so gut im Ohr, dass ich ganze Passagen mitsprechen konnte. Ja, als erwachsener Mensch muss man schon ein kritisches Auge auf die Handlung werfen, die etwas...unwahrscheinlich ist. Dazu kommt, dass die titelgebende grüne Hölle mal wieder erst in den letzten zehn Minuten vorkommt. Auch überflüssig (hier wäre eine Kürzung angemessen gewesen) ist die "Nebenhandlung" mit El Hamid, dem Schrecklichen. Dieser ach so schreckliche Araber wird am Anfang erwähnt und am Ende von Tim umgerannt. Toll. Der Geschichte hätte nichts gefehlt, wäre dieses Detail außen vor geblieben. Mir ist aber leider nicht bekannt in wieweit dies im 1986 erschienen Buch (Nummer 36 der Reihe) eine Rolle spielt.
Egal; die Hörspielproduktion ist über fast jeden Zweifel erhaben. Mit Ausnahme der nervigen und gekünstelten Sprechereinlage von Heidi Schaffrath gibt es nur tolle Stimmenleistungen. Gäste sind etwa Karl Walter Diess, Douglas Welbat und Jürgen Thormann sowie kurz die herrliche Gisela Trowe, die alle auch in TKKG # 44 dabei waren. Die Hauptsprecher wissen genauso zu punkten, vor allem Draeger und Manou Lubowski beim gespielten Überfall, der ein wirkliches Highlight in Sachen Humor ist. Wer sich das nicht anhört ist selbst schuld. Gleiches gilt für die "Aufzug-Szene" mit "Goldjäckchen" Merpe, auch wenn hier die Sprachverständlichkeit leider nicht so toll ist. Ein kleiner Wehrmutstropfen.
Die gelungene Geräuschkulisse und Musikuntermalung muss hier ebenfalls einmal ausdrücklich gelobt werden.
Fazit:
Man kann von der Geschichte mit den schurkischen Arabern in einem Versteck in Italien halten, was man will und man kann auch trefflich einwenden, dass das Titelbild mal wieder nichts mit dem Hörspiel zu tun hat. Das ändert aber nichts daran, dass es hier extrem unterhaltsame Szenen gibt (neben den oben angesprochenen fällt mir noch der sehr schöne Morgenmuffel-Dialog mit Tim und Gaby ein, in dem auch die "Ersatz-Gaby" Scarlet Lubowski stark aufspielt), bei denen man einfach nur Spaß hat. Und die Produktion an sich ist, ganz gemäß dem 80er-Jahre-Standart von "Europa", bis auf das Tonproblem im Aufzug, einfach nur top. Für mich persönlich gibt das 5 Punkte, für jeden, der nicht die Nostalgiebrille mitbringt sind es sicher "nur" 4 Punkte.
Anmerkungen: Dieser Besprechung lag die MC-Erstauflage zugrunde. Die Änderungen zur CD sind wohl minimal.
Das gleichnamige Jugendbuch gibt es sowohl als eigenständige Ausgabe als auch in einem Dreierband zusammen mit "In den Klauen des Tigers" und "Verrat im Höllental".