Nachdem "Experiment Stille" wirklich eine formvollendete Spannungsepisode war, setzt "Angst aus Eis" erzählerisch noch einen drauf. In diesem Fall wird getrennt ermittelt: während Joyce Kramer bei der Rettung eines Mannes in Todesgefahr gerät und sie mit Bakerman später einem schwunghaften und mysteriösen Wolframhandel samt Klonen auf die Spur kommen, ermitteln Steven Burns mit Kollege in Island, wo ein kleines Dorf nahe eines Gletschers durch unheimliche Wesen terrorisiert wird.
Viel Arbeit für die Nackenhaare bietet die Folge vor allem über die kinderstimmenhaften Klagelaute der Gletschermonster, die einige beklemmende Situationen auslösen, praktisch einen Belagerungszustand bei Nacht mit späteren Folgen. Zum großen Finale gibts dann erneut ein Riesenmonster, einen gigantischen Urzeitkrebs, allerdings ist die Wirkung nicht so intensiv wie bei dem Giganten aus Folge 3. In punkto "Verschwörung des Bösen" kommen Bakerman und Kramer ein Stück weiter - das heißt für den Hörer, daß die Rätsel noch etwas erweitert werden. Daß man erstmals auch eine besser anspielbare Personifikation des Bösen über den fiesen Luther Niles hat, bringt die Handlung ebenfalls voran, wobei aber manchmal die Sprünge zwischen den Handlungsebenen nicht immer hundertprozentig geschickt sind.
Allerdings bleiben hinterher mal wieder mehr Fragen als Antworten, wieder also eine Basisfolge für später. Insgesamt weniger rund und geschlossen, als Folge 3, aber höchst grimmig und tödlich in manchen Szenen, ein Beweis dafür, daß bei GB keine Verwandten gekannt werden.