Wenn bei Gabriel Burns ein Poltergeist poltert, dann weiß man, was man kriegt: wummernde Bässe für einen Polterabend sondergleichen. Auch die lederbeschwingten „grauen Engel", die natürlich kein Konkurrenz-Unternehmen des ADAC, sondern eine lichtscheue, garstige Monsterrasse sind, die wir schon im ersten Teil fürchten lernten, geben sich erneut ein Stelldichein und machen Steven/Gabriel das Telekinetiker-Leben schwer. Poltern, zischen, fauchen, kreischen ...beim Burns ist die Angst immer sehr, hm, konkret. Setzt unheilschwanger der Soundtrack leise fiedelnd ein und schwillt er alsbald bedrohlich an, oder hören wir ein verdächtiges Röcheln aus der Kellertür, dann können wir uns der nächsten Monster-Attacke oder Schlitzer-Gemeinheit nahezu sicher sein. Fast wie in einer selffulfilling prophecy, frei nach Gotthelf: „Wo die Angst im Leibe steckt, da ist auch Gefahr allenthalben". Übermäßig originell ist das nicht. Hat aber Schwung und hält bei Laune. Weniger Schwung als im ersten Teil hat indes der Titelheld, der, wie mir scheint, in der „Brut" eine geringfügig undankbarere Rolle spielt. Diesmal ist er mir eine Spur zu hilf- und farblos - wird zum Verhör abgeführt, niedergeschlagen, und fällt im entscheidenden Moment in der Boss-battle auch noch in Ohnmacht. Beinah möchte man meinen, er und auch seine telekinetischen Fähigkeiten sind in diesem Fall nur Beiwerk, weil herrlich verschrobene Figuren, wie z.B. der „Kindmann", die bunteren, saftigeren Parts haben. Sei's drum: der Serienerfolg wird unverdrossen angepeilt. Entsprechende Serien-Manierismen werden bereits gepflegt: Hans Paetsch spricht das selbe Intro, wieder doziert der Erzähler über Angst, die er ja „so gut kennt", und wieder kommt Bakerman mit sonorer Marlboro-Stimme mit einem Spezialauftrag für den taxifahrenden Burns daher. „Wiedererkennungswert" nennt man das wohl. Im Duell um den Hörspiel-Geisterjäger-Pokal liegt der gut produzierte, lebendig erzählte GB weiterhin um eine Nasenlänge vorn. Die Fans freuen sich über die Vertriebsstrategie: Vom Fleck weg kann man sich gleich drei GB-Hörspiele, die gleichzeitig zum Serienstart erschienen, ins Regal stellen. „Experiment Stille" heißt CD 3 - und man ist durchaus gespannt wie „Stille" und Gabriel Burns zusammengehen.