Meister Eder stellt fest, dass sein Bad dringend renovierungsbedürftig ist, rechnet aber nicht damit, dass die von ihm angedachten Handwerker, der Installateur Lechner und der Fliesenleger Ramsauer, Zeit dafür haben werden. Aus Dankbarkeit für das neue Bett, das Eder ihm (in Folge 1) geschreinert hat, hat der Pumuckl in Sekunden eine Idee, wie er seinem Meister Eder zu dem neuen Bad verhelfen kann: er stattet beiden Handwerkern und ihren Ehefrauen einen Kurzbesuch ab und erreicht jeweils durch seinen Schabernack, dass beide mit Reparaturaufträgen zu Meister Eder in die Werkstatt kommen, wo man sich einigt, dass doch die eine Hand die andere waschen könne, wodurch die beiden umgehend zu ihrem neuen Bad kommen.
Diese Idee ist so knuffig, dass man über die Ungereimtheiten hinwegsieht: die meisten Pumuckl-Folgen leben davon, dass der kleine Kobold im wahrsten Sinne des Wortes immer erst in den Brunnen (oder wie in diesem Falle in die Wanne) fallen muss, um einzusehen, dass Meister Eder mit seinen Warnungen Recht hatte. Er ist zwar pfiffig, aber normalerweise käme Pumuckl nicht allein und in Sekundenschnelle auf eine so komplexe Idee, die dann auch noch am selbem Tag Früchte trägt; auch wäre der Kobold logistisch überfordert, schließlich ist er noch nicht lange beim Meister Eder und kann die beiden Handwerker weder anhand von Straßen- noch von Namensschildern ausfindig machen.
Als eine der wenigen Pumuckl-Geschichten hat "Das neue Bad" zwei aufeinander folgende Handlungsstränge: nach einem Streit badet Pumuckl alleine in der neuen Badewanne und wird erst dank Eders Intuition kurz vorm Ertrinken von ihm gerettet. Dies ist so realistisch dargestellt, dass es vor allem kleinere Hörer ängstigen könnte.
"Pumuckl und das Schlossgespenst" ist eine der vergnüglichsten Pumuckl-Geschichten, in der dieser sich in einer Kommode in die Stadtwohnung der Gräfin Zur Linden transportieren lässt, um vor Ort die Ritterrüstungen und vor allem die Uhren zu inspizieren und letztendlich den Diener der Gräfin, Jakob, doch noch dazu zu bringen, an Kobolde zu glauben. Mir gefällt diese Geschichte besonders, weil Eder, anders als in den meisten Fällen, ganz locker bleibt, obwohl der Pumuckl gegen seinen Willen in die Wohnung der Gräfin gefahren ist, und sich um den Pumuckl in dem Vertrauen, dass er ihn wieder mitnehmen können wird, sobald dieser seine Neugier gestillt und genug Schabernack getrieben hat, keinerlei Sorgen macht.
Alle Nebenrollen der Pumuckl-Folgen (Kunden, Nachbarn, Kinder, Hausmeister, Zugehfrau, Verkäuferinnen etc.) werden von einer überschaubaren Schauspielergruppe gesprochen, was ausgezeichnet funktioniert; im "Schlossgespenst" glänzt Regisseur Alexander Malachovsky als vornehmer, dienstbeflissener, abergläubischer und leicht vertrottelter Diener Jakob.
Ellis Kaut stellte den Pumuckl in Buchform bereits in den Sechzigern vor, und entsprechend angestaubt fällt das Rollenverhältnis der oben genannten Ehepaare aus: die Ehemänner wissen alles besser, belehren ihre Frauen und lassen sich gerne von ihnen bedienen; diese wiederum verbitten sich zwar den Vorwurf der Schlampigkeit im Haushalt, ansonsten aber lenken sie um des lieben Friedens Willen ein. Ein bisschen unangenehm wird es auch immer, wenn Ellis Kauts moralischer Zeigefinger auftaucht wie am Ende der Geschichte mit dem neuen Bad: "Da sieht man wieder einmal, wo Eigensinn hinführen kann."