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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Aus dem Kronprinzenwerk von Erzherzog Rudolf [Gebundene Ausgabe]

Christiane Zintzen


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Kurzbeschreibung

1. Januar 1999
Diese reich illustrierte Edition versammelt die interessantesten Zeugnisse aus der legendären Reihe "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild" - besser bekannt als "Kronprinzenwerk" nach ihrem Anreger und Herausgeber, Kronprinz Rudolf von Österreich. Die nahmhaftesten Wissenschafter, Schriftsteller und Zeichner der Zeit portraitierten Länder und Völker, Landschaften und Regionen der k. k. Monarchie buchstäblich "in Wort und Bild". Die zwischen 1886 und 1902 erschienene 24bändige Enzyklopädie beanspruchte nichts Geringeres, als - in rund 600 monographischen Artikeln und mehr als 4500 Illustrationen - die geographische, biologische, ethnische und kulturelle Vielfalt des gesamten Habsburgerreiches vollständig zu dokumentieren. Christiane Zintzens Auswahl entwirft ein Phantombild Österreich-Ungarns an der Schwelle zur Moderne. Ohne verklärende Nostalgie sprechen die - zum Teil hier erstmals nachgedruckten - Originaltexte zu uns: Über einen faszinierenden Kosmos vo n Kulturen in einer widersprüchlichen Zeit. Eine historische Einleitung erläutert Entstehung und Bedeutung dieses altösterreichischen Monumentalwerks, Karten und ein Ortsregister erleichtern die Orientierung. Das Geleitwort des Osteuropa-Spezialisten Richard Swartz schlägt eine literarische Brücke zwischen Heute und Gestern, Leben und "Kronprinzenwerk".

Produktinformation


Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Aus dem "Kronprinzenwerk" des Erzherzog Rudolf
Diese reich illustrierte Edition versammelt die interessantesten Zeugnisse aus der legendären Reihe "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild" - besser bekannt als "Kronprinzenwerk" nach ihrem Anreger und Herausgeber, Kronprinz Rudolf von Österreich. Die nahmhaftesten Wissenschafter, Schriftsteller und Zeichner der Zeit portraitierten Länder und Völker, Landschaften und Regionen der k. k. Monarchie buchstäblich "in Wort und Bild". Die zwischen 1886 und 1902 erschienene 24bändige Enzyklopädie beanspruchte nichts Geringeres, als - in rund 600 monographischen Artikeln und mehr als 4500 Illustrationen - die geographische, biologische, ethnische und kulturelle Vielfalt des gesamten Habsburgerreiches vollständig zu dokumentieren. Christiane Zintzens Auswahl entwirft ein Phantombild Österreich-Ungarns an der Schwelle zur Moderne. Ohne verklärende Nostalgie sprechen die - zum Teil hier erstmals nachgedruckten - Originaltexte zu uns: Über einen faszinierenden Kosmos von Kulturen in einer widersprüchlichen Zeit. Eine historische Einleitung erläutert Entstehung und Bedeutung dieses altösterreichischen Monumentalwerks, Karten und ein Ortsregister erleichtern die Orientierung. Das Geleitwort des Osteuropa-Spezialisten Richard Swartz schlägt eine literarische Brücke zwischen Heute und Gestern, Leben und "Kronprinzenwerk".

Christiane Zintzen, Dr. phil., Kultur- und Literaturwissenschafterin, lebt in Wien. Forschungen und Publikationen zur österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Zuletzt erschienen: 'Von Pompeji nach Troja. Archäologie, Literatur und Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert' (1998).

Richard Swartz, Historiker und Slawist aus Stockholm. Langjähriger Osteuropa-Korrespondent des 'Svenska Dagbladet' und der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' mit Sitz in Wien. Autor der akklamierten 'Geschichten aus Europas Nahem Osten', die 1996 unter dem Titel 'Room Service' erschienen sind.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

(Zum Geleit Richard Swartz)"Ich habe mein Kronprinzenwerk vor vielen Jahren in Budapest ergattern können, in dem großen Antiquariat in jenem Abschnitt der Budapester Ringstraße, der damals Lenin kör t hieß, heute längst einen anderen Namen trägt. Es war die Ausgabe in dunkelgrün, nicht so schön wie die in rot; sogar die in grau wäre mir lieber gewesen. Einige Bände waren leicht zerrissen und ihre Rücken gebrochen. Dennoch - in diesem Werk hatte die ganze Monarchie Platz gefunden. In vierundzwanzig Bänden entfaltete sie ihre Pracht und Herrlichkeit, obwohl, wie wir heute wissen, es ihr wenig geholfen hat. Meine dunkelgrüne Ausgabe war leider nicht komplett. Die Bände, die ich damals am liebsten gehabt hätte, waren die beiden über Böhmen. Ich hatte ja einige Jahre in Prag studiert und das Kronland Böhmen war mir sozusagen post festum als Erbteil der Monarchie zugeteilt worden. Die beiden Bände über Böhmen fehlten aber. Es wurde mir dann von Kennern erklärt (Kenner gab es viele, und all e hatte ich in Verdacht, das Kronprinzenwerk nie gelesen zu haben), daß eben diese beiden Bände sehr begehrt seien und deshalb fast immer fehlten. Schade. Es ging aber weiter. Einige Jahre später hätte ich gern den Bukowina-Band gehabt, und es wurde mir von Kennern erklärt, daß eben dieser Band sehr begehrt sei und deshalb fast immer fehlte. Und das war noch nicht das Ende. Heute lebe ich einen großen Teil des Jahres in Istrien, aber der vierte dunkelgrüne Band, der mir fehlt, ist ausgerechnet der Band Nummer acht über das Küstenland; und was die Kenner dazu hätten sagen können, brauche ich wirklich nicht zu wissen. Inzwischen weiß ich aber längst selbst, daß es vielen so gegangen ist wie mir. Das Kronprinzenwerk ist nur selten komplett vorzufinden, immer wieder fehlen Bände. Nicht immer dieselben, aber irgendwie doch die begehrtesten, so daß wir, die wir uns Besitzer dieses Werks nennen, eher als im Stolz uns in diesem Gefühl des Verlustes erkennen können. So ist es letzten End es dem Werk genau so gegangen wie dem Habsburgerreich: Jeder sucht da nach etwas, was er nicht finden kann, nicht zufrieden mit dem, was tatsächlich vorhanden ist. Es ist wohl kein Zufall, daß es ein Habsburger war - und zwar der sensibelste und gefährdetste - der dieses Werk anregte. Gefährdet war auch das Reich. Kronprinz Rudolf, so wird gesagt, hatte das verstanden. Er wußte, wie notwendig es war, alles vom Grunde auf umzubauen, damit alles so bleiben könnte, wie es immer gewesen war. Es blieb ihm aber nur vergönnt, das Reich auf dem Papier zu retten, und zwar als Transkription, als eine Art Abziehbild, ohne jede Vision. Wir können in diesem Werk vieles bewundern - die Pedanterie, die teilnahmslose Trockenheit, das Streben nach Endgültigkeit, dem Tod verwandt - aber seien wir ehrlich: die einzige Energie, die wir hier verspüren, ist die bürokratische. Wäre es ohne Rudolfs frühen Tod anders gekommen?..."

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