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Produktinformation
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Die Art, wie der Sohn des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedman grundlegende Prinzipien der Wirtschaftswissenschaften anhand vieler -- zuweilen skurriler -- Beispiele aus dem Alltag dem Leser nahebringt, sucht seinesgleichen. Friedman gelingt es mühelos, schlüssig nachzuweisen, daß es so etwas wie einen ökonomischen Code gibt, der unser Alltagsleben gleich einem roten Faden durchzieht.
Dieser Code besteht letztlich aus dem grundlegenden Wirkprinzip "rational choice", sprich: Um ein Ziel zu erreichen wähle ich aus mehreren jene Alternative aus, die mich dieses Ziel erreichen läßt. Baustein für Baustein fügt der Autor aufeinander, bis das komplette Haus einer funktionierenden Volkswirtschaft errichtet ist. Preisbildung, Marktgesetze, Wert-Begriff, Grenznutzentheorie werden am Beispiel erklärt, aber auch problematisiert. Friedmans Buch räumt mit vielen Vorurteilen auf. Seine Verweise auf Wirtschaftstheoretiker wie David Ricardo oder Adam Smith wirken nicht als Fremdkörper, sondern als Beleg für die Aktualität der ökonomischen Lehre. In Zwischenbilanzen fängt Friedman den Leser immer wieder ein, gibt ihm Denksportaufgaben zu lösen und weist auf vertiefende Literatur hin. Seine Ausflüge in die "Ökonomie von Liebe und Ehe" oder in die "Ökonomie des Gesetzesbruchs" verdeutlichen, wie alle Lebensbereiche vom ökonomischen Code gleichsam durchtränkt sind.
Dieses Buch ist ein Stück fundierte Essayistik vom feinsten, geeignet als Pflichtlektüre nicht nur für BWL- und VWL-Studenten. --Manfred Schwarzmaier
für den Imperialismus
Warum die Ökonomie alles erklären will
Hm. Warum Zölle schädlich sind, warum tiefe Grenzsteuersätze mehr Geld in die Staatskasse bringen und warum es sich lohnt, eine langfristige Beziehung mit einem Ehepartner einzugehen das alles (und mehr) lässt sich mit dem Instrumentarium der Ökonomie trefflich und logisch konsistent erklären. Der in Kalifornien Wirtschaft und Jura lehrende David Friedman führt dies auf durchaus vergnügliche Weise vor. Von seinem methodischen Ansatz her ist er ein «ökonomischer Imperialist», was heisst, dass er die wirtschaftswissenschaftliche Analyse auf Fragen ausweitet, die traditionell als nichtökonomisch angesehen wurden. So will er das geistige Territorium zurückerobern, «das gegenwärtig von Politologen, Soziologen, Rechtswissenschaftern und anderen beansprucht wird». Er steht damit in einer Tradition, die vom Erzvater aller Ökonomen, Adam Smith, begründet und in ihrer modernen Form u. a. durch die Nobelpreisträger Gary Becker und George Stigler in Chicago verfeinert wurde. Ganz offensichtlich fiel der Apfel nicht weit vom Stamm, gehört doch der ebenfalls mit einem Nobelpreis bedachte Vater Davids, Milton Friedman, zum Gestirn der Chicago-Schule.
Bei genauerem Hinsehen erweist sich das leichtfüssig geschriebene Werk als kompromisslose Einführung in die Theorie der rationalen Wahlhandlungen (Mikroökonomie), wobei der Leser von den ersten Seiten an mit Indifferenz- sowie Angebots- und Nachfragekurven konfrontiert wird. Dabei zeigt Friedman, was im Zentrum dieser analytischen Ökonomie steht: Sie will Kriterien aufstellen für die effiziente Allokation von Gütern. Es geht ihr mit anderen Worten um die Frage, welche Güter durch welche Faktoren produziert werden und wohin sie gelangen. Die zumeist von Nichtökonomen aufgeworfene Frage nach der Distribution («wer bekommt wieviel?») steht dagegen im Hintergrund, nicht etwa weil sie unwichtig wäre, sondern weil die Ökonomen darüber wenig zu sagen haben. Dass dagegen allein mit Theorien von der effizienten Allokation ganze Bände zu füllen sind, ist gleichwohl Beleg für die produktive Kraft der ökonomischen Rhetorik.
Wenn nach der Lektüre des Buchs dennoch ein schaler Geschmack zurückbleibt, so hat das mit der Präsentation der Mikroökonomie als einer Ansammlung von Puzzles zu tun, die alle mit cleverem Rekurs auf rationales Verhalten gelöst werden können. Aber zuweilen steht sich Friedman selber im Wege, wenn er etwa das Marktgleichgewicht von Verbrechen berechnet, und dabei vor lauter Klugheit übersieht, dass Diebstahl quer zu jener zentralen Grundannahme steht, wonach von effizienter Allokation nur dann gesprochen werden darf, wenn alle Transaktionen freiwilliger Natur sind. Der wohl bewusste Irrtum lässt sich mit dem in der Mikroökonomie typischen Einsatz der partiellen Analyse unter oft zu vereinfachten Annahmen erklären. So trifft auch Friedmans Behauptung, alle Spekulation sei stabilisierend, nur als Reaktion auf reale, nicht aber auf monetäre Schocks zu, wie wir etwa aus der Analyse von Währungsspekulationen wissen. Der uninformierte Leser kann solche Limitationen allerdings nicht erkennen; er wird lediglich mit dem Feuerwerk einer scheinbar unverrückbaren Logik konfrontiert, was den informierten Leser verstimmt.
Natürlich weiss auch Friedman um die Grenzen seiner Analyse. Ganz am Schluss plädiert er für eine ökonomische Theorie, die nicht bloss zum Spass und mit Blick auf Eleganz und Konsistenz entwickelt werden dürfe. Die Theorie müsse neben nützlich und unterhaltsam auch an der wirklichen Welt überprüfbar sein. Allein, davon ist die von Friedman dargestellte Mikroökonomie (noch) weit entfernt.
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