Diese Sprachrichtlinien basieren auf der sogenannten "Feministischen Linguistik". In dieser versucht man nachzuweisen, daß Frauen in der Sprache benachteiligt werden. Mit Hilfe solcher Richtlinien für die Gesetzes- und Verwaltungssprache wurde mittlerweile dort eine "geschlechtergerechte" Sprache durchgesetzt. Auch manche Buchverlage schreiben ihren Autoren mittlerweile eine solche Sprache vor. Über den Verwaltungsbereich hinaus erhofft man sich längerfristig auch einen allgemeinen Sprachwandel in der gesprochenen Umgangssprache, vielleicht gar auch in der Literatur. Horkheimers Sorge hinsichtlich der Einengung der individuellen Freiheit und der Manipulation des Menschen durch die Bürokratie erscheint heute begründeter denn je.
Das Buch ist nicht ohne Reiz. In der linken Spalte erscheint der jeweilige Satz in der vermeintlich falschen Umgangssprache. Auf der rechten Seite der gleiche Satz in der vermeintlich richtigen feministischen Sprache.
Nonkonformisten, besonders Männer, tun gut daran, daß Buch gegen den Strich zu lesen. Angesichts des allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz zur Abschaffung der Männlichkeit und des Mannes sollten gerade Männer die männliche Sprachform stützen. Für Männer und nichtkonformistische Frauen empfielt sich ein demonstratives Nichtbefolgen dieser Sprachempfehlungen. Oder anders gesagt: Links ist es richtig und rechts ist es falsch.