Der Detektiv, 01/2007
Der Autor gewährt mit seiner Untersuchung einen profunden Einblick in die komplexen Möglichkeiten der technischen als auch nicht-technischen Überwachung von Arbeitnehmern. [...] Entweder nutzt man es als Nachschlagewerk, da Höld eine wahre Fundgrube an Zitaten und rechlicher Quellliteratur bietet - dann helfen ein 34seitiges Literaturverzeichnis mit mehr als 400 Quellenangaben sowie rund 1.800 Fußnoten weiter und man verzeiht, das auf ein Stichwortverzeichnis verzichtet wurde. Oder man nutzt das Werk zur ausgiebigen, intensiven Lektüre, um sich so viel wie möglich an Hintergrundwissen und Zusammenhängen zu erschließen [...]. Das Werk besticht nicht nur durch eine angenehme Schreibweise - kurz und zugleich verständlich - sondern setzt sich darüber hinaus mit dem pro und contra des Meinungsstandes in Rechtsprechung und Schrifttum auseinander. [...] Fazit: Im Bereich der Arbeitnehmerüberwachung bringt Höld die relevanten Dinge klar auf den Punkt und bietet somit dem nicht juristisch geschulten Praktiker im Bereich der Privaten Ermittlungsführung eine wertvolle und verständlich geschriebene Orientierungshilfe.
Kurzbeschreibung
Die Problematik der Überwachung von Arbeitnehmern hat zunehmend praktische Relevanz. Qualität und Quantität der betrieblichen Kontrolle von Arbeitnehmern nehmen rapide zu. Trotz der primär verfassungsrechtlichen Dimension waren Art, Umfang und Zulässigkeit der Überwachung lange ungeklärt. Die Kollision des Persönlichkeitsrechts der Arbeitnehmer mit den betrieblichen Belangen der Verhaltens- und Leistungskontrolle bedürfen eines angemessenen Ausgleiches. Einerseits droht bei einem zu extensivem Umgang mit Arbeitnehmerdaten die Gefahr eines gläsernen Arbeitnehmers, andererseits sind effektive, wirtschaftliche und gerichtsfeste Kontrollen zu einer ordnungsgemäßen Betriebsführung unerlässlich. Ziel der Publikation ist es, einen Beitrag dahingehend zu leisten, dass die Problematik der Arbeitnehmerüberwachung einer umfassenden und abschließend klärenden wissenschaftlichen Untersuchung zugeführt wird. Dazu werden die vielseitigen Anwendungsformen der unterschiedlichen Überwachungsmethoden aufgezeigt, auf eine dogmatische Grundlage gestellt sowie einer praktischen Lösung zugeführt.
Den Kern des Werks bildet erstmals der praktisch überaus bedeutsame Bereich ärztlicher Untersuchungen auf Verlangen des Arbeitgebers. Der Verfasser unterwirft die unterschiedlichen Methoden strukturell einer einheitlichen Systematik und entwickelt unter eingehender Analyse der ergangenen Rechtsprechung und wissenschaftlicher Beiträge allgemeine Rechtmäßigkeitsmaßstäbe und Kriterien, anhand derer auch zukünftige Überwachungsmethoden arbeitsrechtlich handhabbar gemacht werden können. Zulässigkeit und Grenzen des arbeitsgeberseitigen Handlungsspielraums werden so unter allen in Frage kommenden rechtlichen Gesichtspunkten überprüft.
Verständlich geschrieben und auf dogmatischen Hintergründen basierend, richtet sich dieses Buch primär an den Rechtskundigen, bietet aber auch dem nicht juristisch geschulten Praktiker, ebenso wie Interessenvertretern auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, eine wertvolle Orientierungshilfe.