Ich habe mir dieses Buch vor 3 Tagen gekauft und es seitdem kaum mehr weglegen können. Bezugnehmend zu vorhergehenden Rzensionen möchte ich anmerken, dass es keinesfalls in meinem Interesse ist, ein "Denkmal wanken lassen zu wollen" sondern dass ich mich weigere, Berichte, zu denen es noch dazu alleseits bekannt eine gegenteilige Sichtweise gibt, einfach fraglos zu schlucken. (Siehe auch "In eisigen Höhen" und "Der Gipfel") Ich habe einige von Messners Büchern gelesen und auch einen Vortrag besucht. Ich bewundere seine Leistungen und halte ihn für eine interessante, wenn auch schwierige Persönlichkeit. Durch diverse Medien wurde aber, speziell in den letzten Jahren durch die zahlreichen Neuerscheinungen und Himalaja-Dokus immer wieder auf die divergierend Sichtweisen dieser Besteigung hingewiesen. Gerade weil ich mich für Reinhold Messner interssiert habe, befand ich es für wichtig, diese "andere Seite" zu kennen, natürlich im Bewusstsein der möglichen Manipulation. Das Buch bietet ganz abgesehen von den Beschuldigungen eine übersichtliche und gut geschriebene Darstellung der Expedition im allgemeinen. Es erscheint mir aber auch in Bezug auf die Kernaussage objektiv wahrheitssuchend. Der Autor sieht auch ab von polemischen, haltlosen Beschuldigungen, sondern räumt immer wieder ein, dass es sich dabei um Sichtweisen der Beteiligten handelt, er erhebt für keine seiner Theorien den absoluten Wahrheitsanspruch. Er verurteilt nicht grundsätzlich sondern bemüht sich um Objektivität. Wie schon zuvor andere festgestellt haben: Die Wahrheit kennt nur einer. Ich will auch nicht behaupten, dass die Theorien der Wahrheit entsprechen. Ich vertrete nur die (subjektive) Meinung, dass viele Passagen dieses Buches sehr wohl plausibel erscheinen und den Nanga Parbat 1970 in ein etwas anderes Licht rücken...