Von John Bunyan kannte ich bislang lediglich seine wunderbare "Pilgerreise". Jetzt las ich seine recht eigenwillig geschriebene Autobiografie und bin zutiefst berührt von diesem Mann der weit über 12 Jahre für seinen Glauben im Gefängnis saß.
Nach Punkten durchnummeriert legt Bunyan Rechenschaft über sein Leben ab. Bis zum Punkt 339 reichen seine Aufzeichnungen in denen der Leser erfährt was für John Bunyan wichtig war im Leben. Besonders ergreifend und auch heute noch aussagekräftig ist seine Auseinandersetzung mit Gott und Teufel, die er ein Leben lang führte. Der Autor nimmt den Leser mit hinein in sein Leben und erzählt ihm unter anderem was ihn eine Stimme vom Himmel her fragte:
"Willst du deine Sünden lassen und in den Himmel kommen oder deine Sünden behalten und zur Hölle fahren?"
Ausführlich erzählt John Bunyan dann von seiner Gefangennahme im November 1660. In Dialogform beschreibt der Autor wie schnell er wieder aus dem Gefängnis hätte heraus können. Er hätte einfach sagen müssen, dass er nicht mehr predigen wird. Dies tut er nicht. Vielmehr lese ich bei ihm:
"Und wahrhaftig, nach meiner Abweisung begegnete ich meinem Gott wiederum auf das lieblichste im Gefängnis."
Ebenfalls in Dialogform folgt dann eine Aufzeichnung seiner Vernehmungen. Über seinen Tod und Beerdigung schreibt seine Frau, die ihn um kurze Zeit überlebt.
Obwohl dieses Büchlein lediglich 142 Seiten umfasst, konnte mir der Autor doch ein lebendiges Bild von seinem Leben mit Gott vermitteln!