Männer wie Frauen hadern oft damit, wie schwer die Partnersuche für sie ist. Beide Geschlechter neigen dazu, das jeweils andere für die Malaise verantwortlich zu machen. Warum finden erfolgreiche Frauen keinen geeigneten Partner? Keine Frage - das liegt an den Männern, die sich an kluge Frauen nicht herantrauen. Woran auch sonst?
Dr. Stefan Woinoff gibt mit seinem Buch "Überlisten Sie Ihr Beuteschema" auf diese Frage eine ganz andere Antwort. Er zeigt auf, was Frauen selber zu dem Problem beitragen - und das ist eine ganze Menge. Die meisten Frauen schauen nämlich nach Männern, die mehr verdienen als sie und einen höheren Status haben - das ist ihr Beuteschema. Größer soll er im übrigen auch noch sein.
Nach diesem Schema verhalten sich Frauen auch dann, wenn sie eigentlich genug verdienen, um selber eine Familie durchzubringen. Und damit sitzen sie in der Beuteschema-Falle. Ranghöhere Single-Männer die mehr verdienen (und deutlich größer sind) gibt es nämlich nur sehr, sehr wenige. Und viele von denen schauen sich lieber bei den noch weniger verdienenden Frauen um. Der Chefarzt heiratet die Sekretärin - aber nicht die Oberärztin.
Wenig überzeugend ist Stefan Woinoffs Rat, es doch mit einem Mann in einer schlechteren beruflichen Position zu versuchen oder gar mit dem mehrfach zitierten arbeitslosen Kunsthistoriker. Die Erfahrungen, die Frauen mit solchen Beziehungen in der Praxis machen, sind schlecht. Diese Partnerschaften scheitern sehr häufig. Besser wäre Gleichrangigkeit. Schon wer gleichrangige Männer in Betracht zieht, erhöht seine Chancen auf dem Partnerschafts-Markt enorm.
Den wichtigsten Fallstrick bei der Partnersuche von gut verdienenden und gebildeten Frauen erwähnt der Autor seltsamerweise nicht. Sie neigen dazu, zu glauben, dass die Männer regelrecht Schlange stehen müssten, weil sie ja soooo attraktiv sind. Sie wollen wie Dornröschen gefunden werden und nicht etwa suchen. Dabei übersehen sie, dass sie durch ihre gute Position, ihre gute Bildung und ihr gutes Einkommen ihre Vermittelbarkeit auf dem Markt der Partnerschaft nicht verbessert, sondern deutlich verschlechtert haben. Es gibt für sie nur sehr wenige gleichwertige oder gar höherrangige Gegenüber. Aber es gibt sie! Und deshalb müssen sie vor allem eines: Suchen! Suchen! Suchen!
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, seine Chancen in der Liebe zu erhöhen, die Stefan Woinoff als Therapeut nicht sieht. Sie liegt darin, den Aktionsradius zu vergrößern. Sabine Christiansen hat es vorgemacht. Sie sieht gut aus, ist klug, verdient gut und ist dann auch noch prominent. Auweia! Wer das alles mitbringt, der hat es in der Liebe als Frau wirklich schwer. Die Lösung, die Sabine Christiansen gefunden hat, funktioniert ganz ohne jede Änderung des Beuteschemas: Sie hat einen Mann mit ähnlich hohem Status gefunden und ist zu ihrer neuen Liebe nach Paris gezogen.
Trotz der genannten Einschränkungen: Vier Sterne. "Überlisten Sie Ihr Beuteschema" macht die Dynamik der Partnerwahl auf erfrischend undogmatische Weise klar. In diesem Buch wird keine Schuld zugewiesen. Hier wird nicht geklagt. Hier wird fundiert erklärt.