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Buchnotiz zu : Die Zeit, 13.12.2001
Gabriele Killert ist fasziniert von dem Buch, das die Autobiografie von Oskar Huth aus einem "Kassettenhaufen" in Buchform überliefert, und das Huths Freund, der Grafiker Alf Trenk, zunächst nur als "Privatdruck" herausgegeben hatte. Sie ist dem Verlag richtiggehend dankbar, dass er dieses "wichtige Zeitdokument" nun einer breiten Lesergruppe zugänglich macht. Huth, der sich selbst wohl keineswegs als Held gesehen habe, rettete vielen Menschen während der Nazizeit durch gefälschte Papiere und "schwejksche" Kunststücke das Leben, so die Rezensentin beeindruckt. Dass er sich nach dem Krieg mehr und mehr zur Kunstfigur stilisierte, die in Künstlerkreisen weithin bekannt war, macht ihn Killert nur um so interessanter. Sie freut sich, dass Huth durch das Buch vor dem Vergessen bewahrt wird.
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Kurzbeschreibung
Oskar Huth (1918-1991) - Orgelbauer, Maler, empfindsamer Schubert-Interpret - war über vier Jahrzehnte in Berliner Künstler- und Literatenkreisen geschätzt für seine treffend-skurrilen Wortprägungen. Er war ein Berliner Original und lebende Legende. Es kursierten Bruchstücke aus seiner Berliner Kriegszeit, in der er in einer Mixtur aus Gefahreninstinkt und hintergründigem Spaß als Überlebenskünstler die Nazibürokratie hinters Licht führte. Nach Huths Tod unternahm es Alf Trenk, aus Mitschriften gemeinsamer Gespräche und Tonabandaufnahmen ein Stück Überlebenslauf zusammenzufügen. Es ist ein Zeitdokument entstanden, das sich liest wie ein Schelmenroman. Eine fesselnde Lektüre auch für Menschen, die ihm nie begegnet sind. Buch des Monats Juni (Darmstädter Jury)