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Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer
 
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Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Benz
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

literaturtest.de

Annähernd 10.000 Juden lebten während der Nazi-Zeit im Untergrund, cirka die Hälfte in Berlin, einige Hundert in Wien. Etwa 1.400 von ihnen erlebten den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung in der deutschen Hauptstadt, unter ihnen später Prominente wie Quizmaster Hans Rosenthal oder Schauspieler Michael Degen. Überleben im Dritten Reich erinnert an ihren schweren Lebensweg und setzt den vielen Unbekannten und ihren Helfern ein Denkmal.

Es waren Ehepaare und Witwen, kleine Händler und Landwirte, Leute unterschiedlicher Herkunft und Bildung, die Juden versteckten, ihnen Nahrung oder Brotkarten zusteckten, sie ins Ausland schmuggelten und dadurch selbst in höchste Not gerieten. Sie brachten es nicht wie der Krakauer Fabrikant Oskar Schindler posthum zu Filmehren oder wie Berthold Beitz, der gleichfalls vielen Menschen das Leben gerettet hatte, zu hoher gesellschaftlicher Anerkennung. Er wurde einer der Väter des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Krieg.

Die Retter waren "nicht immer Heroen der Moral, die selbstlos den Verfolgten Obdach, Nahrung und Schutz boten", wie der Herausgeber kritisch bemerkt. Hab und Gut der Juden wechselte oft gegen Hilfe den Besitzer, auch Arbeitsleistungen wurden verlangt. Und wenn christliche Nächstenliebe das Motiv der Helfer war, wurde oftmals ganz selbstverständlich die Taufe als Gegenleistung erwartet. Besonders perfide handelte ein Berliner SS-Mann, der ein ihm gut bekanntes jüdisches Ehepaar zwar nicht an die Gestapo verriet, aber dafür monatlich 298 Mark erpresste, eine horrende Summe für die damalige Zeit. Als der Erpresser an der Ostfront fiel, setzte der Sohn dieses Prozedere bis zum Kriegsende fort. Das Überleben hatte seinen Preis. --Mathias Voigt

Kurzbeschreibung

Dieses Buch schildert anhand von individuellen Schicksalen die Bedingungen des Überlebens von Juden zur Zeit des "Dritten Reiches". Wer waren die Menschen, die sich dem Deportationsbefehl widersetzten? Und wer leistete ihnen Hilfe? Die Geschichten in diesem Band bieten einen unmittelbaren Einblick in den dramatischen Alltag der Verfolgten und ihrer Helfer, die mit Erfindungsreichtum und unter großem Risiko handelten - ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Nationalsozialismus.

Umschlagtext

Es waren wenige, aber mehr als bisher bekannt: Nichtjüdische Deutsche aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit unterschiedlichen politischen und religiösen Überzeugungen gewährten Juden Unterschlupf und besorgten ihnen Lebensmittel sowie falsche Papiere. Die genaue Zahl dieser "stillen Helfer" läßt sich allenfalls schätzen, weil sie lange Zeit von der Öffentlichkeit und der Geschichtswissenschaft unbeachtet blieben. Von den 10-15000 Juden, die im nationalsozialistischen Deutschland untertauchten, um sich der drohenden Verschleppung "in den Osten" zu entziehen, haben wohl etwa 3-5000 überlebt - rund 1500 von ihnen in Berlin. Um einen Verfolgten zu retten, waren fast immer mehrere Personen nötig, denn die Versteckten mußten ihr Quartier häufig wechseln. Nicht selten wurden die Untergetauchten und ihre Helfer verraten und schließlich von der Gestapo gefaßt. Die Autoren haben Überlebenswege von Juden recherchiert und beschreiben das couragierte Handeln ihrer Helfer, hinter dem sowohl selbstlose als auch eigennützige Motive stehen konnten. Diese grundlegende Arbeit des Autorenteams um Wolfgang Benz entstand am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

Über den Autor

Wolfgang Benz, geb. 1941, ist Professor für Geschichte an der Technischen Universität Berlin und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte des "Dritten Reiches" und der nationalsozialistischen Judenverfolgung vorgelegt, darunter bei C.H.Beck Die Juden in Deutschland 1933-1945 (41996), Geschichte des Dritten Reiches (2000), Der Holocaust (52001), Lexikon des Holocaust (2002).
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