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Überleben im Dritten Reich: Juden im Untergrund und ihre Helfer
 
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Überleben im Dritten Reich: Juden im Untergrund und ihre Helfer [Taschenbuch]

Wolfgang Benz
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423343362
  • ISBN-13: 978-3423343367
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 514.504 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

literaturtest.de

Annähernd 10.000 Juden lebten während der Nazi-Zeit im Untergrund, cirka die Hälfte in Berlin, einige Hundert in Wien. Etwa 1.400 von ihnen erlebten den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung in der deutschen Hauptstadt, unter ihnen später Prominente wie Quizmaster Hans Rosenthal oder Schauspieler Michael Degen. Überleben im Dritten Reich erinnert an ihren schweren Lebensweg und setzt den vielen Unbekannten und ihren Helfern ein Denkmal.

Es waren Ehepaare und Witwen, kleine Händler und Landwirte, Leute unterschiedlicher Herkunft und Bildung, die Juden versteckten, ihnen Nahrung oder Brotkarten zusteckten, sie ins Ausland schmuggelten und dadurch selbst in höchste Not gerieten. Sie brachten es nicht wie der Krakauer Fabrikant Oskar Schindler posthum zu Filmehren oder wie Berthold Beitz, der gleichfalls vielen Menschen das Leben gerettet hatte, zu hoher gesellschaftlicher Anerkennung. Er wurde einer der Väter des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Krieg.

Die Retter waren "nicht immer Heroen der Moral, die selbstlos den Verfolgten Obdach, Nahrung und Schutz boten", wie der Herausgeber kritisch bemerkt. Hab und Gut der Juden wechselte oft gegen Hilfe den Besitzer, auch Arbeitsleistungen wurden verlangt. Und wenn christliche Nächstenliebe das Motiv der Helfer war, wurde oftmals ganz selbstverständlich die Taufe als Gegenleistung erwartet. Besonders perfide handelte ein Berliner SS-Mann, der ein ihm gut bekanntes jüdisches Ehepaar zwar nicht an die Gestapo verriet, aber dafür monatlich 298 Mark erpresste, eine horrende Summe für die damalige Zeit. Als der Erpresser an der Ostfront fiel, setzte der Sohn dieses Prozedere bis zum Kriegsende fort. Das Überleben hatte seinen Preis. --Mathias Voigt

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Die Historie der Hilfsmaßnahmen für Juden ist eine Geschichte einzelner Menschen. In diesem Sinne dokumentieren die Beiträge auf eindrucksvolle Weise den dramatischen Alltag der Verfolgten und ihrer couragierten Helfer.

In diesem Buch wird das unterschiedliche Verhalten von Menschen unter dem Druck extremer Verhältnisse aufgezeigt. Und dem Leser drängt sich die Gewissensfrage auf: Was hätte ich in einer ähnlichen Lage getan?

Der informative Band ist fesselnd zu lesen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Helden 18. Juli 2004
Von Lucius
Format:Gebundene Ausgabe
Immerhin, es gab auch sie: Deutsche, die dem allgemeinen Druck widerstanden, Kopf und Gewissen nicht einfach abschalteten, sondern aus der offensichtlichen Tatsache, daß ihr Land schlimme Verbrechen verübte, die Konsequenz zogen, verfolgte Juden zu retten. Dieses Buch erzählt die Geschichten einer Reihe dieser Helfer und ihrer Schützlinge. Auf Heroisierung und Idealisierung wird verzichtet. So entsprechen keineswegs alle Helfer dem Ideal uneigennützigen Heldentums. Durch die unterschiedlichen Interessen entstanden zwangsläufig auch Konflikte zwischen Helfern und untergetauchten Juden. Und schließlich war der Alltag des Rettens bzw. Überlebens oft alles andere als heroisch oder großartig, sondern bestand darin, Nahrung zu besorgen oder auf engstem Raum monatelang zu leben, ohne daß es die Außenwelt erfuhr, immer natürlich vor dem Hintergrund, daß es um Leben oder Tod ging.
Leider kann bei so vielen Autoren das Niveau nicht durchweg befriedigend sein. Das ein oder andere Kapitel ist so vielleicht etwas schlicht geraten. Generell gilt, daß das Geschehen vor allem einfach nacherzählt wird und es selten zu vertieften Einsichten kommt. Dennoch gelingt es den meisten Autoren immerhin ausgezeichnet, Verständnis für die Bedingungen zu wecken, denen untergetauchte Juden und deren Helfer unterworfen waren. Dabei zeigt sich, Hilfe konnte vielerlei unterschiedliche Facetten annehmen und hatte oft unterschiedliche Motive. Bei allen Differenzierungen zeigt sich aber auch, viele Helfer waren tatsächlich aus einfacher Menschlichkeit bereit, untergetauchte Juden zu beherbergen, ihnen Arbeit oder Ausweise zu verschaffen usw. Es gab so viele kleinere und große Mörder in jener Zeit, aber mehr Menschen, als man bisher wußte, brachten den Mut auf, anständig zu bleiben.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Schicksal untergetauchter Juden und ihrer Helfer in der Endphase der Nazidiktatur
ist zweifellos ein wichtiges und hochinteressantes Thema.

Um so bedauerlicher ist es, wenn dieses Thema durch unqualifizierte Autoren
zu einem langatmigen Schlafmittel degradiert wird.

Sowohl der Herausgeber als auch der Verlag wären gut beraten gewesen, einen
qualifizierten Texter mit der Textbearbeitung zu beauftragen. Gerade ein
renommierter Verlag wie C. H. Beck sollte wissen: Titel und Thema allein
machen noch keinen Bestseller.
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