| |||||||||||||||
Produktinformation
|
Annähernd 10.000 Juden lebten während der Nazi-Zeit im Untergrund, cirka die Hälfte in Berlin, einige Hundert in Wien. Etwa 1.400 von ihnen erlebten den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung in der deutschen Hauptstadt, unter ihnen später Prominente wie Quizmaster Hans Rosenthal oder Schauspieler Michael Degen. Überleben im Dritten Reich erinnert an ihren schweren Lebensweg und setzt den vielen Unbekannten und ihren Helfern ein Denkmal.
Es waren Ehepaare und Witwen, kleine Händler und Landwirte, Leute unterschiedlicher Herkunft und Bildung, die Juden versteckten, ihnen Nahrung oder Brotkarten zusteckten, sie ins Ausland schmuggelten und dadurch selbst in höchste Not gerieten. Sie brachten es nicht wie der Krakauer Fabrikant Oskar Schindler posthum zu Filmehren oder wie Berthold Beitz, der gleichfalls vielen Menschen das Leben gerettet hatte, zu hoher gesellschaftlicher Anerkennung. Er wurde einer der Väter des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Krieg.
Die Retter waren "nicht immer Heroen der Moral, die selbstlos den Verfolgten Obdach, Nahrung und Schutz boten", wie der Herausgeber kritisch bemerkt. Hab und Gut der Juden wechselte oft gegen Hilfe den Besitzer, auch Arbeitsleistungen wurden verlangt. Und wenn christliche Nächstenliebe das Motiv der Helfer war, wurde oftmals ganz selbstverständlich die Taufe als Gegenleistung erwartet. Besonders perfide handelte ein Berliner SS-Mann, der ein ihm gut bekanntes jüdisches Ehepaar zwar nicht an die Gestapo verriet, aber dafür monatlich 298 Mark erpresste, eine horrende Summe für die damalige Zeit. Als der Erpresser an der Ostfront fiel, setzte der Sohn dieses Prozedere bis zum Kriegsende fort. Das Überleben hatte seinen Preis. --Mathias Voigt
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Helden,
Von Lucius (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer (Gebundene Ausgabe)
Immerhin, es gab auch sie: Deutsche, die dem allgemeinen Druck widerstanden, Kopf und Gewissen nicht einfach abschalteten, sondern aus der offensichtlichen Tatsache, daß ihr Land schlimme Verbrechen verübte, die Konsequenz zogen, verfolgte Juden zu retten. Dieses Buch erzählt die Geschichten einer Reihe dieser Helfer und ihrer Schützlinge. Auf Heroisierung und Idealisierung wird verzichtet. So entsprechen keineswegs alle Helfer dem Ideal uneigennützigen Heldentums. Durch die unterschiedlichen Interessen entstanden zwangsläufig auch Konflikte zwischen Helfern und untergetauchten Juden. Und schließlich war der Alltag des Rettens bzw. Überlebens oft alles andere als heroisch oder großartig, sondern bestand darin, Nahrung zu besorgen oder auf engstem Raum monatelang zu leben, ohne daß es die Außenwelt erfuhr, immer natürlich vor dem Hintergrund, daß es um Leben oder Tod ging.Leider kann bei so vielen Autoren das Niveau nicht durchweg befriedigend sein. Das ein oder andere Kapitel ist so vielleicht etwas schlicht geraten. Generell gilt, daß das Geschehen vor allem einfach nacherzählt wird und es selten zu vertieften Einsichten kommt. Dennoch gelingt es den meisten Autoren immerhin ausgezeichnet, Verständnis für die Bedingungen zu wecken, denen untergetauchte Juden und deren Helfer unterworfen waren. Dabei zeigt sich, Hilfe konnte vielerlei unterschiedliche Facetten annehmen und hatte oft unterschiedliche Motive. Bei allen Differenzierungen zeigt sich aber auch, viele Helfer waren tatsächlich aus einfacher Menschlichkeit bereit, untergetauchte Juden zu beherbergen, ihnen Arbeit oder Ausweise zu verschaffen usw. Es gab so viele kleinere und große Mörder in jener Zeit, aber mehr Menschen, als man bisher wußte, brachten den Mut auf, anständig zu bleiben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kreativer Schreiber gesucht,
Rezension bezieht sich auf: Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer (Gebundene Ausgabe)
Das Schicksal untergetauchter Juden und ihrer Helfer in der Endphase der Nazidiktaturist zweifellos ein wichtiges und hochinteressantes Thema. Um so bedauerlicher ist es, wenn dieses Thema durch unqualifizierte Autoren zu einem langatmigen Schlafmittel degradiert wird. Sowohl der Herausgeber als auch der Verlag wären gut beraten gewesen, einen qualifizierten Texter mit der Textbearbeitung zu beauftragen. Gerade ein renommierter Verlag wie C. H. Beck sollte wissen: Titel und Thema allein machen noch keinen Bestseller. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
|||||||||||||||||||||||||
|
|