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Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht [Broschiert]

Malcolm Gladwell , Jürgen Neubauer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. Januar 2009
Malcolm Gladwell, Bestsellerautor und Star des amerikanischen Buchmarkts, hat die wahren Ursachen des Erfolgs untersucht und darüber ein lehrreiches, faszinierendes Buch geschrieben. Es steckt voller Geschichten und Beispiele, die zeigen, dass auch außergewöhnlicher Erfolg selten etwas mit individuellen Eigenschaften zu tun hat, sondern mit Gegebenheiten, die es dem einen leicht und dem anderen unmöglich machen, erfolgreich zu sein. Die Frage ist nicht, wie jemand ist, sondern woher er kommt: Welche Bedingungen haben diesen Menschen hervorgebracht? Auf seiner anregenden intellektuellen Erkundung der Welt der Überflieger erklärt Gladwell unter anderem das Geheimnis der Softwaremilliardäre, wie man ein herausragender Fußballer wird, warum Asiaten so gut in Mathe sind und was die Beatles zur größten Band aller Zeiten machte.

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Produktinformation

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (12. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593388383
  • ISBN-13: 978-3593388380
  • Originaltitel: The Story of Success
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 119.017 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Ein Ausreißer ist nicht nur eine Person, die von irgendwo davongelaufen ist, sondern auch ein Radrennfahrer, der dem Hauptfeld enteilt ist oder eine statistisch ungewöhnliche Abweichung von einem bestimmten Mittelwert. Diese Mehrdeutigkeit ist wahrscheinlich der Grund, warum sich der deutsche Verlag entschlossen hat Malcolm Gladwells Buch Outlier mit Überflieger statt Ausreißer zu betiteln. Leider führt das in die Irre, denn als „Überflieger“ werden Menschen bezeichnet, die aufgrund überdurchschnittlicher Intelligenz oder außergewöhnlicher Begabung alles mit Links schaffen. Aber darum geht es in Gladwells Buch gerade nicht. Im Gegenteil!

Der Wissenschaftsjournalist des amerikanischen Intelligenzblatts New Yorker, der sich auf die Demontage gängiger Vorurteile und die Aufklärung ungewöhnlicher Alltagsphänomene spezialisiert hat, will vielmehr den Nachweis antreten, dass den allermeisten Genies, Ausnahmekünstlern oder Milliardenunternehmern der Erfolg alles andere als in die Wiege gelegt wurde. Selbst scheinbaren Überfliegern wie Mozart sei es nicht erspart geblieben, zuerst einmal mindestens 10.000 Stunden harter Arbeit zu investieren, um als ernst zu nehmender Komponist zu reüssieren. Persönlichkeit, IQ, Talent und Fleiß sind längst nicht alles, ohne die Gnade der rechtzeitigen Geburt, eines förderlichen Herkunftsmilieus oder glücklicher Umstände aber alles nichts.

Sicherlich kann man bezweifeln, dass allein der frühe Umgang mit Rechenmaschinen den Aufstieg Bill Gates zum reichsten Mann der Welt vorzeichnete, um nur ein Beispiel herauszugreifen. Dazu bedurfte es mindestens ebenso sehr die Fähigkeit zu ungewöhnlichen Visionen, einen ausgeprägten Geschäftssinn, familiäres „Vitamin B“ und nicht zuletzt die nötige Ellbogenmentalität. An den Pauschalisierungen kann man erkennen, dass es sich bei Gladwells „verblüffender neuer Geschichte des Erfolgs“ unterm Strich hauptsächlich um wissenschaftlich unhaltbares, weil unbewiesenes Fabulieren handelt. –Franz Klotz

Pressestimmen

01.01.2009 / Manager Magazin: Chancenverwerter "Spannend wie ein kriminalistisches Puzzle ... ein Erklärbuch, das die Mechanik des Aufstiegs aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet."

13.01.2009 / Tages-Anzeiger: Erfolg hat viel mit Gelegenheiten zu tun "Kultautor Gladwell zeigt, dass erfolgreiche Leute oft einfach zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten am richtigen Ort waren."

24.01.2009 / Süddeutsche Zeitung: Wer ein Überflieger wird - und wer nicht "Das Buch verankert eine gefühlte Wirklichkeit in Fakten ... Manche Erkenntnisse wirken tröstlich, andere inspirierend, denn Überflieger sind am Ende alles andere als Überflieger. Das macht sie ein wenig menschlicher und uns Normalsterbliche ein wenig machtvoller."

25.01.2009 / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Ein forscher Parasit "Understatement gehört zu Gladwells Markenzeichen, ebenso wie der Wuschelkopf und natürlich die Gabe, so lebendig, anschaulich und interessant zu schreiben, dass eine neue Form des Wissenschaftsjournalismus daraus wurde."

30.01.2009 / Frankfurter Rundschau: Glückspilze "Ein unterhaltsam zu lesendes Buch mit verblüffenden Erkenntnissen."

05.02.2009 / KURIER: Erfolg ist Glückssache "Der US-Bestseller ist großartige Grundlage für Streitgespräche."

23.03.2009 / NZZ Online: Überflieger "Ein unterhaltsames und spannendes Buch, das eine ganz neue Perspektive auf das Thema Erfolg eröffnet."

01.04.2009 / Literaturen: Singen lernen im Striptease-Lokal "Die ausgesprochene Stärke des Autors ist sein glänzendes Storytelling."

16.04.2009 / Die Zeit: Was heißt hier "leistungsgerecht"? "Nicht nur sollten wir skeptisch sein gegenüber der Geschichte vom Jahrhundertgenie. Wir sollten uns auch die Anreize und Institutionen genau anschauen, die im Namen der Leistungsgerechtigkeit agieren. Sie sind vielleicht gar nicht so fair."
Uwe Jean Heuser

25.04.2009 / Die Welt: 1000 Stunden und ein wenig Glück "Die Begeisterung, mit der Gladwell die vertracktesten Zusammenhänge aufdeckt, ist ansteckend. Das Buch wird zum Krimi, und der Autor zum Detektiv, dessen Spürnase kein noch so winziges Beweisstück entgeht."

01.05.2009 / Capital: Überflieger "Fesselnde Lektüre, die ein Weltbild verändert."

01.11.2009 / Emotion: Überflieger "Für Leser, die Aha-Effekte lieben."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
162 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alter Wein in neuen (hübschen) Schläuchen 19. April 2009
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Gladwell hat eine geniale Schreibe. Er schafft es, seine Inhalte in Form eines Krimis zu verkaufen. Da wird zuerst der Mord (das Phänomen) vorgestellt, dann erzählt er Geschichten, die den Leser nach und nach auf die Fährte bringen und dann kommt die Auflösung, auf die alle gewartet und die manche Leser schon geahnt haben. Psychologisch kaum besser machbar.

Inhaltlich verabschiedet sich Gladwell von der Hypothese, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Dass Erfolg nur von Talent und eigener Leistung abhängen würden. Um seine "neue" Hypothese, dass Erfolg vor allem von den gegebenen Chancen abhängen würde, zu stützen, führt er uns kreuz und quer durch die Weltgeschichte.

So führt er uns vor Augen, dass kanadische Profi-Eishockey-Spieler meist in den Monaten Januar bis März Geburtstag haben. Oder dass 14 der 75 reichsten Menschen, die jemals auf dieser Erde gelebt haben, um 1835 in den USA geboren wurden. Oder dass Bill Gates, Paul Allen, Steve Ballmer, Stev Jobs, Eric Schmidt (Google), Scott McNealy (Sun) usw. alle um das Jahr 1955 geboren wurden.

Seine Erklärung für diese verblüffenden Phänomene ist einfach: Der Stichtag bei den Eishockeyspielern ist der 1. Januar. Bei Kindern von 6 oder 7 Jahren ist es entscheidend, ob man 8 oder 10 Monate älter ist. Diese Kinder wirken einfach besser. Mit dem Ergebnis, dass sie dann auch mehr gefördert werden und eher in Auswahl-Ligen kommen. Und dort wiederum haben Sie Zeit, mehr zu üben.

Dabei bezieht er sich auf die (meiner Meinung nach viel zu wenig zur Kenntnis genommenen) Ergebnisse von K. Anders Ericsson, der nachwies, dass Talent keinerlei Aussagekraft für zukünftigen Erfolg hat - entscheidend ist allein die Anzahl der Übungsstunden. Und hier scheint eine "magische" Schwelle von 10.000 Stunden zu existieren. Ericsson untersuchte zum Beispiel Geiger der berliner HdK. Diese wurden in 3 Gruppen eingeteilt: Die zukünftigen Stars, die guten Violinisten und die zukünftigen Lehrer. Der einzig relevante Unterschied zwischen diesen 3 Gruppen war: die erste Gruppe hatte 10.000 Stunden geübt, die zweite Gruppe etwa 8.000 Stunden, die dritte Gruppe etwa 4.000 Stunden. Es gab in der ersten Gruppe nicht einen einzigen mit einem "Naturtalent", der weniger als 10.000 Stunden geübt hätte. Und es gab in der dritten Gruppe nicht einen einzigen, der mehr als 10.000 Stunden gerackert hätte und trotzdem schlecht geblieben war.

Worauf Gladwell nun abzielt, ist, dass es die Rahmenbedingungen sind, die es einem erlauben, 10.000 Stunden zu üben. Bill Gates hatte seit 1968 Computerzugang und deshalb den anderen Jugendlichen seines Alters etwas voraus. Oberschichtskinder werden auch in den Schulferien angehalten, etwas zu lernen und die statistisch feststellbaren Lernunterschiede zwischen Unterschicht und Oberschicht sind nicht in der Schulzeit zu verorten, sondern in der Ferienzeit. Usw.

An weiteren Beispielen zeigt Gladwell auch den Einfluss der Kultur und warum Chinesen besser in Mathematik sind und allgemein bessere Schulergebnisse haben: Das chinesische Zahlensystem ist logischer aufgebaut und sie arbeiten kulturell bedingt (Reisanbau ist im Vergleich zu Weizenanbau ganzjährig extrem arbeitsintensiv) mehr. Damit kommen sie wesentlich früher auf 10.000 Stunden Übung.

Der Punkt ist nun: So neu, wie Gladwell behauptet, ist das alles nicht. Die Chancen, die sich in bestimmten Bereichen bieten, spielen natürlich eine Rolle. Es gibt eine ganz simple Geschichte, die jeder BWL-Student im ersten Semester lernt: SWOT. Entscheidend ist hier das S und das O: Strengths und Oppertunities. Stärken und Chancen. Nur die größten Dummköpfe leugnen den Einfluss von Chancen. ABER: Ab einem gewissen Alter kann man sich die Chancen ganz bewusst suchen, die einem mit gegebenen Stärken die größten Möglichkeiten bieten. Das nennt man Strategie.

Und selbst beim Vater der meisten Erfolgsbücher: Napoleon Hills: "Denke nach und werde reich", wird vom Braintrust als einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren gesprochen: Man muss sich das soziale Umfeld, das einen Erfolg erlaubt, eben selbst schaffen.

Gegen Ende des Buchs erzählt Gladwell von einer staatlichen Schule in der Bronx, die etwa 60 Prozent mehr Unterrichtszeit bietet als normale Schulen. Die Kinder stehen vor 6 morgens auf und gehen nach 11 abends ins Bett. Dazwischen lernen sie. Obwohl die Schüler aus benachteiligten Familien stammen, liegen sie, wenn sie die Schule verlassen, besonders in Mathematik deutlich über dem Durchschnitt. So weit so gut. Er hat damit bewiesen, was er beweisen wollte: Die Rahmenbedingungen machen den Erfolg.

ABER: Ganz am Rande erzählt er, wie eine Schülerin, die neu an der Schule war, versuchte, ihre Freundin zu überzeugen, auch auf diese Schule zu gehen. Die Antwort war: "Ach nö, da muss ich ja so viel lernen." Kann man nur sagen: Selbst schuld!

Zusammen gefasst: Indem er sich auf Ericsson bezieht, macht Gladwell wider Willen deutlich, dass der eigene Einsatz doch eine ganz wesentliche Rolle spielt. Zudem fehlt mir der wichtigste Aspekt: Seine Menschen und Beispiele wirken alle merkwürdig passiv. Da gab es Chancen und die Gewinner gerieten da durch Zufall hinein. Eines von vielen tausend Gegenbeispielen ist Arnold Schwarzenegger. Der ist einfach da hin gegangen, wo die Chancen für ihn größer waren als in Österreich: Nach Hollywood.

Was Gladwell hier anbietet, ist inhaltlich im Prinzip nicht viel anderes, als Mainstream-Gedankengut auf oppositionell und reißerisch getrimmt. George Bernhard Shaw hat dies einmal so charakterisiert: "Man gibt immer den Verhältnissen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an die Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Verhältnisse, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst." Gladwell gibt den Verhältnissen die Schuld - das ist uralt.

Allerdings untermalt er das mit einigen spannenden Beispielen, die einem erlauben, Chancen noch differenzierter zu suchen und zu finden. Und darin liegt meiner Meinung nach der eigentliche Nutzen dieses Buchs.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gladwells Buch ist ein Überflieger! 26. März 2009
Format:Broschiert
Warum manche Menschen erfolgreich sind und andere nicht? (Untertitel)

Mit dieser Frage beschäftigt sich M. Gladwell. Und ich muss es gleich am Anfang sagen: Er tut es brillant und mit einem für die US-Amerikaner typischen Pragmatismus. Seine Thesen sind klar dargestellt und überzeugend (auch wenn einem kritischen europäischen Leser dieser Stil als leicht zu plakativ vorkommen mag...).
Es ist zweifelsohne kein Wissenschaftsbuch. Plakative Beispiele, kommunikative Sätze, dezente Wiederholungen: Das alles macht das Buch leicht verdaulich. Zugleich mangelt es nicht an Inhalten, die in meiner Einschätzung in der modernen Begabungsforschung bestätigt werden. Zugleich werden die Thesen im letzten Kapitel des Buches mit Quellenangaben belegt (womit auch alle wissenschaftlich orientierten Leser und Leserinnen zufrieden sein können).

Welche Thesen stellt Gladwell auf? Hier die möglichst kurze Zusammenfassung:
1. Der Matthäus-Effekt. Die Annahme, die Besten und die Klügsten setzen sich immer dank der besonderen Fähigkeiten durch, stimmt nicht. Selbst wenn eine besondere Fähigkeit vorhanden ist, muss sie in einer Gruppe von Menschen als herausragend wahrgenommen werden. Und hierfür sind nicht immer objektive sonder häufig relative Urteile ursächlich. Die These verdeutlicht der Autor mit dem Phänomen des "relativen Alters" bei der Auswahl der Eishockeyspieler in Canada: Die kleinen Talente sind alle in den ersten Monaten des Jahres geboren, was die Vermutung nahe legt, dass es hier zu einer Überschätzung der Fähigkeiten aufgrund des Entwicklungsalters kommt und folglich zu einer Einstufung, besonders talentiert zu sein. Die Jüngeren in der Gruppe können dadurch übersehen werden, da sie noch einige Monate weniger Übungsmöglichkeiten bekamen (was v.a. bei kleineren Kindern sehr viel bedeuten kann). Man kann sich leicht denken, dass diese Effekte auch in der Grundschule eine Rolle spielen können.
2. Die 10 000-Stunden Regel. Die "Naturtalente", die ohne Übung die Leistungsspitze erreichen gibt es nicht: Eine mehrjährige und stundenintensive Übung ist notwendig, um aus einem talentiertem Menschen einen Profi zu machen, der in der Lage ist, besondere Leistungen zu zeigen. Die Faustformel 10 000-Stunden zeigt, dass es hier wirklich um eine intensive Übungsphase geht. Gladwell führt hier allen bekannte Beispiele u.a. aus der Musik- (The Beatles) und Medienwelt (Bill Gates) vor, die dieses 'Naturgesetz' demonstrieren. Von der Sache besessen sein, ununterbrochen üben, Routine und Leichtigkeit erwerben: Das ist die Grundlage, auf der die genialen Erfolge dieser Menschen basieren! Aber: In dieser Regel ist noch eine weitere Botschaft versteckt: Diese intensive Übung war nur möglich, da die zweifelsohne talentierten Menschen eine CHANCE zu solcher Übung bekamen! Hier vermischen sich oft die Einwirkung des Umfelds, die epochalen Chancen (gesellschaftspolitische Veränderungen) mit einfachen Zufällen, die die Übungswege eröffnen: "Jeder Einzelne der Überflieger, die wir uns bislang angesehen haben, hatte das Glück, dass sich ihm außergewöhnliche Möglichkeiten eröffneten" (S. 53).
3. Der Schwellenwert der Intelligenzausprägung ist entscheidend. Für eine besonders talentierte (oder geniale) Leistung stellt die Intelligenz eine wichtige Voraussetzung dar (für die vertiefende Beschäftigung mit einem Thema muss ein Mensch einfach "klug genug sein"). Die höchste Ausprägung der Intelligenz ist nicht notwendig, alle Erfolge oder genialen Leistungen sind möglich auch bei überdurchschnittlicher Intelligenz. Ab diesem Schwellenwert sind weitere Faktoren notwendig, um erfolgreicher zu sein: Neben Kreativität führt Gladwell eindrucksvoll Beispiele auf, aus denen sich die sog. "praktische Intelligenz" als wichtige Voraussetzung für den Erfolg herausstellt. Ein Mensch mit hohen Potentialen muss wissen, wie er sich anderen Menschen mitteilen kann, muss die Chancen für sich oft aushandeln können und verstehen, wer wie angesprochen werden muss, damit eigene Erfolgschancen erhöht werden. Diese Kernkompetenz führt wiederum der Autor auf den - für die Mittelschicht typischen - familiären Erziehungsstil zurück. Mit anderen Worten: Durch die kindzentrierte Kommunikation und wertschätzende Begleitung zu Hause werden die Kinder darauf vorbereitet, sich als ein aktiver Partner im Lern- und Leistungsprozess zu sehen!
4. Die Überflieger sind Kinder einer Epoche. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass bestimmte Talente gesucht werden. Die Menschen, die in der Zeit über günstige persönliche Voraussetzungen verfügen, können zu Überfliegern werden. Ein paar Jahre davor oder danach funktioniert es nicht mehr. Fazit: Es gibt keine zeit- und kulturunabhängige Begabung! Das beste Beispiel ist hier Bill Gates und sein enormer Softwareerfolg.

> Diese 4 Punkte nennt Gladwell "Akkumulation der Vorteile": Je mehr zutrifft, desto extremer die Überfliegerkarriere. In weiteren Punkten beschäftigt er sich mit dem kulturellen Erbe der Menschen und deren Auswirkung auf die persönliche Leistungsfähigkeit.

5. Die Überflieger sind (auch) Kinder einer Kultur. Persönliche Kommunikationsmuster, Umgang mit Hierarchie, Gruppenverhalten sind nur zum Teil von den persönlichen Eigenarten abhängig. Sie sind häufig eine unbewusste Komponente, die für aus einer mentalen Struktur einer Menschengruppe oder Nation hervorgeht. Hierfür beschreibt Gladwell sehr spannend einerseits die Analysen der Flugzeugabstürze und andererseits die Ergebnisse der kulturvergleichenden Forschung.
6. Persönliche Fähigkeiten entwickeln sich auf dem Hintergrund der Lebensbedingungen in einem Land. Persönliche Einstellung und v.a. die Ausdauer einer Aufgabe gegenüber entsteht in einem kulturellen Umfeld. Erfolg entsteht, wenn das Umfeld die Menschen erzieht, persönliche Bereitschaft und Hartnäckigkeit in der Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Aufgabe zu zeigen. Hierbei stellt Gladwelll eine brisante These auf, welche besagt, dass die Erfolge von Ländern wie Korea und Japan in Schulleistungsstudien (wie TIMSS) weniger auf die Kompetenzen selbst und mehr auf die Ausdauer und Sorgfalt bei der Bearbeitung der Testaufgaben zurück zu führen sind.
7. Erfolgreiche Bildung für die Unterschichtkinder heißt zeitintensives Lernen. Hier räumt Gladwell mit der nächsten, in seiner Einschätzung falschen, Vorstellung auf: Die Unterschichtkinder haben wenig Zugang zu Bildungsinhalten in der außerschulischen Zeit. Der Weg zum Erfolg für diese Gruppe führt weniger über ausgefeilte schulische Programme, Klassenstärken oder Ausstattung. Wichtiger ist die Verlängerung der Schul- und Lernzeit. Die aufgeführten Untersuchungen zum Abfall der Kompetenzen der Schüler aus der Unterschicht über die Ferienzeit sind hierbei ein starkes Beleg. 'Es ist kein Schulproblem sondern ein Freizeitproblem'.

Aus diesen Thesen macht Gladwell eine Schlussfolgerung, die sozialpolitisch ist und zugleich die sehr starke Botschaft des Buches ist: "Wenn wir eine bessere und gerechtere Welt wollen, dann müssen wir dieses System der glücklichen Zufälle (...) durch eine Gesellschaft ersetzen, die allen die gleichen Möglichkeiten eröffnet".

Ich kann das Buch nur empfehlen: Zum Nachdenken, zum Weiteforschen und einfach auch, um Spaß bei den spannenden Lebensgeschichten der Überflieger zu haben!!!
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52 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die Vorankündigung im aktuellen Katalog des Campus Verlages machte mich auf das neue Buch von Malcolm Gladwell sehr neugierig. Schon seine beiden letzten Bücher beeindruckten mich sehr, da es keiner so versteht, Nebensächlichkeiten ins Rampenlicht zu setzten und daraus verblüffende Schlüsse zu ziehen.

Überflieger und ihre wahre Geschichte zu erzählen, trifft den Geschmack der heutigen "Leistungsgesellschaft". Wer will sie nicht kennen, jene Rezepte mit denen Gates, Jobs und Kamprad ihre Spuren auf dieser Welt hinterließen. Gladwell erzählt diese Geschichte jedoch aus seinem ganz eigenen Blickwinkel.

Das Buch teilt sich in zwei Teile. 1. Chancen: In dem er die wahren Hintergründe so manch fantastischer Erfolgsgeschichte ganz genau unter die Lupe nimmt und 2. Erbe: In dem er unsere Kulturen und ihre tiefe Prägung auf das erfolgreiche Handeln überträgt.

So berichtet er, warum Eishockeyspieler im Januar geboren werden sollten oder die Beatles in Hamburg den Grundstein für ihren Welterfolg legten. Aus diesen verblüffenden Geschichten strickt Gladwell die wahre Geschichte der Überflieger, die nur all zu oft vom Mythos der Leistungseliten überdeckt wird. So überzeugt er den Leser, dass Talent nur bedingt auf unsere Gene oder den IQ zurückzuführen ist und Fleiß, Ausdauer und Disziplin nicht unbedingt zu Ruhm und Reichtum führen müssen.

Gladwell ist ein Mustererkenner, der sich nicht mit den Augenscheinlichkeiten zufrieden gibt. Er hat mich mit seinem neuen Buch wieder überzeugt. Stars aus Sport, Musik und Wirtschaft sind doch nur Menschen, die durch ihre Umwelt, ihre Möglichkeiten und ihre Kultur zu dem wurden, was wir heute leider auf den ersten Blick nicht mehr erkennen können.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der an Zusammenhängen jenseits der einfachen Patentrezepte interessiert ist. Es ist kein Ratgeber, in dem der Leser einfache "Machs-nach-Rezepte" finden kann. Es ist eine tiefe Analyse rein zufälliger Situationen, aus den großes erwachsen kann, aber eben nicht muss.
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Obwohl ich mich darum beschwert habe, interessiert es niemanden diesen... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Tagen von Sandokan195 veröffentlicht
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Malcolm Gladwell zeigt, dass auch die sogenannten "Überflieger" nur Menschen sind. Klar waren sie talentiert, doch Talent alleine reicht nicht, um... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Yvonne Dathe veröffentlicht
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Vor 7 Monaten von Anna Verano veröffentlicht
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Vor 9 Monaten von egigolf veröffentlicht
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