Der Schriftgestalter Erik Spiekermann vermittelt in seinem Buch weit gefächerte typografische Kenntnisse - er schreibt, wie der Titel sagt, ÜberSchrift. Der Leser erfährt zum Beispiel anhand von abgebildeten Zeitungstiteln, dass Sprachen sich rein optisch unterscheiden: Französisch hat viele Akzente; Niederländisch und Finnisch haben sehr lange Wörter, während die englischen Boulevardzeitungen durch ihre besonders kurzen Wörter auffallen. Ein Themenschwerpunkt ist die Geschichte der Schrift. Der Autor zeigt unter anderem, dass und warum wir heute lateinische Buchstaben leicht entziffern und manche jüngere Texte für uns kaum lesbar sind. - Erik Spiekermann führt den Leser mit eingängigen Worten in die Kunst der Typografie ein. Dazu gehört, dass er klar seine Meinung äußert, wenn es um misslungene Zeitungsschriften oder typografisch überladene Printanzeigen geht. (...) --
Werbetechnik, Oktober 2005Erik Spiekermann weiß alles über Schrift und kann trotzdem in kurzen Sätzen unkompliziert reden jubelt sein Verlag. Wer Ursache & Wirkung oder Studentenfutter gelesen und genossen hat oder den Redner Spiekermann live erleben konnte, wird diesem Urteil zustimmen. Mit der deutschen Ausgabe seines Buches Stop stealing sheep... beweist der eingefleischte Typo-Propagandist erneut seine Kunst und legt ein mitreißendes Fachbuch für Nicht-Fachleute vor. Kurzweilig und amüsant, reich illustriert und faktenreich wird das komplexe Thema locker aufbereitet. Ganzseitige Bildbeispiele aus Mode, Musik, Physiognomie, Straßenverkehr und Architektur erleichtern den Einstieg und sorgen unversehens für den Aha-Effekt. Dass auf diese Weise eine Fülle von Informationen, Regeln und Empfehlungen fast en passant vermittelt werden können, zeigt die Meisterschaft des frechen Flaneurs der typografischen Welten. Wie gesagt, für Nicht-Fachleute ein höchst empfehlenswertes Lehrstück in Sachen Schriftgebrauch für die Profis allerdings ein Muss in der täglichen Arbeit! --
novum 08/04Formal gesehen ist es ein Buch. (...) Auf den ersten Blick zumindest. (...) Was sich mit einer Handbewegung ändern lässt: Man schlage es auf. Und dann wieder sofort zu, weil man sich fragt: es ist doch von Spiekermann - und wieso dieses kunterbunte Durcheinander? Wagt man, systematischer zu blättern, ergibt sich doch eine Spiekermannsche Ordnung. Er führt ein in die Wildheit und Verwegenheit des ganz normalen Schrift-Alltages. (...) Gegen Mitte des Buches aber dann wird es doch ganz Erik-like (...). Da gewinnt die Struktur die Oberhand, die (...) Seiten werden ruhig und sachlich, informativ und edukativ, zeigen ein Feuerwerk typografischer Details (...). Spiekermann wagt durchgängig, Bilder als direkten, unmittelbaren Beweis oder Kontrast zu den Aussagen und Beispielen der und über Schrift einzusetzen (...) Und zum Schluss stellt man fest: Nein, dies ist kein Buch zum Lesen, das ist ein Buch zum Studieren. Immer und immer wieder. (...) Es ist ein Buch, von und in dem man ständig lernen kann. (..) In jedem Falle also etwas für den Nachttisch wie den Schreibtisch gleichermaßen. Amüsant zu lesen und impulsiver Ratgeben in einem und daher in jedem Falle empfehlenswert. --
Druckmarkt Nr. 17, Juni 2004Lange hat man darauf warten müssen, nun ist sie lieferbar: die aktualisierte deutsche Version des Bestsellers Stop stealing sheep Find out how type works. Er kann Fachwissen zur Typografie so heiter verpacken, kurzweilig vermitteln und frech rüberbringen, dass ein Fachbuch zum typografischen Roman wird. Er kann Schriften entwerfen, von denen man sich fragt, wie man vorher ohne sie leben konnte, so der Verlag. Bedarf es mehr Worte? Schuldig in allen Punkten der Anklage, und deshalb sollte man sich ÜberSchrift sehr schnell sicher, ehe der Titel vergriffen ist! --
Novum 07/04Mit dem Titel ÜberSchrift erscheint im Verlag Hermann Schmidt ein Buch, auf das viele Typofans schon lagen gewartet haben: die aktualisierte und ins Deutsche übersetzte Fassung des amerikanischen Bestsellers Stop stealing sheep. Find out how types works. Erik Spiekermann denkt darin über die Aufgabe und Wirkung von Schrift nach und bietet Alternativen zu verbrauchten Typen an, die man nicht mehr sehen kann. Es gelingt ihm, zu informieren und zu unterhalten. Auf diese Weise wird aus einem Fachbuch eine Art typografischer Roman. Was auch daran liegt, dass Erik Spiekermann Beispiele für typografische Phänomene überall findet: in Küche und Haushalt, in Schuhläden, beim Herrenausstatter oder auch beim New-York-Marathon. Seine Analogien machen Spaß, prägen sich ein und sensibilisieren für den gekonnten Umgang mit Schrift. Die 192 Seiten starke Hardcoverausgabe ist für 29,80 Euro zu haben. --
Page 07/04Spiekermann versteht es, sein profundes Wissen in buntes, witziges Design zu verpacken und mit amüsanter, oft schlacksiger Sprache zu servieren. (...) Er will kein systematisches Lehrbuch vorlegen, sondern spielerisch zum Umgang mit der Schrift und ihrer Anwendung für vielfältige Aufgaben ermuntern. Der Autor ist mit einem exzellenten Musiker zu vergleichen, der die Technik seines Instruments perfekt beherrscht und virtuos, oft eigenwillig mit seinem Können frei zu improvisieren beginnt. Das macht das Lesen dieses Buches vor allem für den kundigen Fachmann bzw. Fachfrau zum Vergnügen. Das behandelnde Feld ist weit abgesteckt: Vom Formular bis zur Tageszeitung, vom Champagner-Etikett bis zum Autobahnschild, vom Buch bis zum Bildschirm. (...) Eine umfangreiche Bibliografie und eine Liste von einschlägigen Web-Adressen ist angefügt. (...) Erlauben wir Spiekermann das letzte Wort: Es macht ja keinen Mehraufwand, sich an die bekannten Regeln zu halten, eine gut lesbare ! Schrift zu verwenden, anstatt sich mit dem zufrieden zu geben, was die Druckerei zufällig im System hat. Recht hat er. Und Dank für dieses lesenswerte schöne Buch! --
Buchhändler heute, 5/2005