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Über sich selbst: Aus Aufzeichnungen und Briefen
 
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Über sich selbst: Aus Aufzeichnungen und Briefen [Taschenbuch]

Sri Aurobindo , Wilfried Huchzermeyer

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sri Aurobindo hat nach seiner Studienzeit in England und seiner politisch-revolutionären Tätigkeit in Indien zum Zwecke der Befreiung seiner Heimat vom kolonialen Joch um 1904 den Durchbruch zu seiner eigentlichen Bestimmung erfahren. Sie gipfelte in einer Erweiterung des Erdbewusstseins über alle mentalen Stufen hinaus, seiner Arbeit in Pondicherry. Deren Unverwechselbarkeit mit dem Sinnauftrag spiritueller "Vorgänger" brachte ihn zu der Überzeugung, dass sein Leben nicht an der Oberfläche lag und deshalb sorgsamer biographischer Erfassung bedurfte. Darüber hinaus galt es aber auch, sein geistiges Ziel einer verschwommenen Spiritualität zu entreißen und prägnant darzulegen. Aus vorliegender Kompilation von Aufzeichnungen und Briefen erwächst für den Leser darum so etwas wie eine Autobiographie besonderer Art. Sie vermittelt zugleich die Umrisse eines integralen Yogas, dessen Schlüsselbegriffe "Transformation" und "Supramental" heißen."Läuterung ist nur Teil eines psychischen Wandels oder eines psycho-spirituellen Wandels - zudem hat das Wort viele Bedeutungen und erhält sehr häufig eine moralische oder ethische Bedeutung, die meinem Zweck fern liegt. Was ich unter spiritueller Transformation verstehe, ist ... ein Annehmen des spirituellen, dynamischen ebenso wie statischen, Bewusstseins in jedem Teil des Wesens bis herab zum Unterbewussten. Das läßt sich nicht durch den Einfluss des Selbstes vollbringen, das das Bewusstsein im wesentlichen beläßt, wie es ist ... . Es bedeutet ein Herabbringen des göttlichen statischen und dynamischen Bewusstseins in all diese Teile und das vollständige Ersetzen des gegenwärtigen Bewusstseins durch jenes.... Eine ganz andere Kraft der Erkenntnis, eine andere Art Willen, eine andere lichtvolle Art von Gefühl und Empfindung, eine andere Konstitution des physischen Bewusstseins müssen durch den supramentalen Wandel hereinkommen."Sri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. Er verbrachte ein Jahr. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.

Autorenportrait

Sri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Läuterung ist nur Teil eines psychischen Wandels oder eines psycho-spirituellen Wandels - zudem hat das Wort viele Bedeutungen und erhält sehr häufig eine moralische oder ethische Bedeutung, die meinem Zweck fern liegt. Was ich unter spiritueller Transformation verstehe, ist ... ein Annehmen des spirituellen, dynamischen ebenso wie statischen, Bewusstseins in jedem Teil des Wesens bis herab zum Unterbewussten. Das läßt sich nicht durch den Einfluss des Selbstes vollbringen, das das Bewusstsein im wesentlichen beläßt, wie es ist ... . Es bedeutet ein Herabbringen des göttlichen statischen und dynamischen Bewusstseins in all diese Teile und das vollständige Ersetzen des gegenwärtigen Bewusstseins durch jenes.... Eine ganz andere Kraft der Erkenntnis, eine andere Art Willen, eine andere lichtvolle Art von Gefühl und Empfindung, eine andere Konstitution des physischen Bewusstseins müssen durch den supramentalen Wandel hereinkommen."

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers. Alle Rechte vorbehalten.

Läuterung ist nur Teil eines psychischen Wandels oder eines psycho-spirituellen Wandels - zudem hat das Wort viele Bedeutungen und erhält sehr häufig eine moralische oder ethische Bedeutung, die meinem Zweck fern liegt. Was ich unter spiritueller Transformation verstehe, ist ... ein Annehmen des spirituellen, dynamischen ebenso wie statischen, Bewußtseins in jedem Teil des Wesens bis herab zum Unterbewußten. Das läßt sich nicht durch den Einfluß des Selbstes vollbringen, das das Bewußtsein im wesentlichen beläßt, wie es ist, wobei nur Läuterung, Erleuchtung von Mental und Herz und Stillung des Vitals erfolgen. Es bedeutet ein Herabbringen des göttlichen statischen und dynamischen Bewußtseins in all diese Teile und das vollständige Ersetzen des gegenwärtigen Bewußtseins durch jenes.... Eine ganz andere Kraft der Erkenntnis, eine andere Art Willen, eine andere lichtvolle Art von Gefühl und Empfindung, eine andere Konstitution des physischen Bewußtseins müssen durch den supramentalen Wandel hereinkommen.

Nicht zum Zwecke persönlicher Größe suche ich das Supramental herabzubringen. Ich schere mich nicht um Größe oder Kleinheit im menschlichen Sinn. Ich ringe darum, ein Prinzip der inneren Wahrheit, des Lichts, der Harmonie, des Friedens in das Erdbewußtsein herabzubringen; ich sehe es oben und weiß, was es ist - ich fühle, wie es ständig von oben auf mein Bewußtsein herabstrahlt, und suche es ihm zu ermöglichen, das ganze Wesen in seine ureigene Kraft aufzunehmen, anstatt daß die Natur des Menschen weiterhin im Halblicht, im Halbdunkel bleibt. Ich glaube, es ist der letztliche Sinn der Erdevolution, daß die Herabkunft dieser Wahrheit den Weg einer Entwicklung von göttlichem Bewußtsein hier öffnet. Wenn größere Persönlichkeiten als ich nicht diese Vision und dieses Ideal vor Augen hatten, so ist das kein Grund, warum nicht ich meinem Wahrheitsempfinden und meiner Wahrheitsschau folgen sollte. Wenn die menschliche Vernunft mich als Narren ansieht, weil ich versuche, was Krishna nicht versuchte, so kümmert mich das nicht. Hier geht es nicht um X oder Y oder irgend jemand anders. Es geht um das Göttliche und um mich selbst - ob es der Göttliche Wille ist oder nicht, ob ich entsandt bin, Jenes herabzubringen oder den Weg für seine Herabkunft zu öffnen, zumindest mehr zu ermöglichen, oder nicht. Sollen mich alle verspotten, wenn sie wollen, soll die Hölle über mich kommen, wenn sie es wegen meiner Anmaßung will, - ich mache weiter, bis ich den Kampf gewinne oder untergehe. In diesem Geist suche ich das Supramental, nicht auf der Jagd nach Größe für mich selbst oder andere. (10-2-1935)

Ich hatte keinen Drang zur Spiritualität in mir, ich entwickelte Spiritualität. Ich war unfähig, Metaphysik zu verstehen, ich entwickelte mich zum Philosophen. Ich hatte kein Auge für die Malerei, ich entwickelte es durch Yoga. Ich transformierte meine Natur von dem, was sie war, zu dem, was sie nicht war. Ich tat dies auf eine besondere Weise, nicht mittels Wunder, und ich tat es, um zu zeigen, was getan werden könnte und wie es getan werden könnte. Ich tat es nicht aus irgendeiner persönlichen Notwendigkeit oder durch Wunder ohne jede Methode. Ich behaupte, wenn es sich nicht so verhält, dann ist mein Yoga nutzlos, und mein Leben war ein Fehler - eine bloß absurde Laune der Natur ohne Bedeutung oder Konsequenz. Ihr scheint alle zu glauben, es sei ein großes Kompliment für mich, wenn Ihr sagt, was ich getan habe, hätte keine Bedeutung für irgend jemanden außer mir selbst - das ist die verheerendste Kritik an meiner Arbeit, die man nur äußern könnte. Ich tat es auch nicht aus eigener Kraft, wenn Du damit den einstigen Aurobindo meinst. Er tat es mit Hilfe Krishnas und der göttlichen Shakti. Ich bekam auch Hilfe aus menschlichen Quellen. (13-2-1935)

... der Yoga ist gegen den eisernen Widerstand des Unbewußten herabgekommen, welches die Grundlage allen Widerstandes im Individuum und in der Welt gegenüber dem Sieg des Geistes und des göttlichen Werkes ist, der zu jenem Sieg führt. Die Schwierigkeiten als solche bestehen generell im Ashram ebenso wie in der Außenwelt. Zweifel, Entmutigung, Nachlassen oder Verlust des Glaubens, Dahinschwinden der vitalen Begeisterung für das Ideal, Verwirrung und eine Vereitelung der Hoffnung auf die Zukunft sind die üblichen Merkmale der Schwierigkeit. In der Welt draußen gibt es viel schlimmere Symptome, wie allgemein wachsenden Zynismus, die Weigerung, überhaupt an irgend etwas zu glauben, weniger Ehrlichkeit, immense Korruption, starke Beschäftigung mit Essen, Geld, Komfort, Vergnügen unter Ausschluß höherer Dinge und ein allgemeines Vorwegnehmen von immer schlimmeren Dingen, die die Welt erwarten. All dies ist, wie akut auch immer, ein vorübergehendes Phänomen, worauf jene, die etwas von den Funktionen der Weltenergie und den Funktionen des Geistes verstehen, vorbereitet waren. Ich selbst sah voraus, daß dieses Schlimmste eintreten würde: die Dunkelheit der Nacht vor der Morgendämmerung; daher bin ich nicht entmutigt. Ich weiß, was sich hinter der Dunkelheit vorbereitet und kann erste Zeichen seines Kommens sehen und fühlen. Jene, die das Göttliche suchen, müssen unbeirrt bleiben und an ihrer Suche festhalten; nach einiger Zeit wird die Dunkelheit nachlassen und schließlich vergehen, und das Licht wird kommen. (9-4-1947)

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