Adler geht in seinem Buch, das den Untertitel „Grundzüge einer vergleichenden Individual-Psychologie und Psychotherapie" trägt, von einer angenommenen fiktiven Norm aus. Von dieser Norm aus misst und vergleicht er Grade individueller Abweichungen. So hat Adler die Überzeugung gewonnen, dass jeder Zug des Seelischen von einer sinnvollen Dynamik bestimmt ist. Seine vergleichende Individualpsychologie sieht in jedem psychischen Geschen die Konsequenz eines einheitlich gerichteten Lebensplanes, der bei Neurosen und Psychosen nur extremer auftritt.
Nach Adler entsteht aus dem kindlichen Minderwertigkeitsgefühl ein „gereiztes Streben nach Macht", das durch die Forderungen der Umwelt und Gemeinschaft eingeschränkt wird und in die Irre geht.
Diese Grundidee differenziert er in einem theoretischen Teil, in dem er den Ursprung des Minderwertigkeitsgefühls beschreibt, und in einem praktischen Teil, in dem er seine Theorie auf das Alltagsleben bezieht.
Für Menschen mit seelischen Problemen kann das Buch eine gute Hilfe sein, um die Problematik zu erkennen und Möglichkeiten der Veränderung einzuleiten.