Die Autorin Jandy Nelson schildert mit einfühlsamen Worten, die Gefühle der Trauer und versteht es, das Thema dem jungen Leser nahe zu bringen.
Tief blickt man in die Seele eine jungen Mädchens, das sich zerrissen und einsam, mehr noch; dem Leben nicht mehr gewachsen fühlt.
Mit ihrer großen Schwester Bailey war alles ganz einfach. Sie war gerne das Beistellponny. Nicht mehr und nicht weniger.
Aus dem Loch der Verzweiflung können sie auch nicht die liebenswerte, skurrile Großmutter oder der etwas eigenartiger Onkel Big herausholen, zumal beide selbst in tiefer Trauer gefangen sind.
Gerade in dieser Situation klopft die Liebe (und zwar zweifach) bei dem auf diesem Gebiet noch unerfahrenen 17 jährigen Mädchen an.
Ungekannte Gefühlsstürme reißen Lennie Walker in den Himmel und schmettern sie gleich wieder zum Boden, denn eine Liebe, wie mit Toby, das darf, das kann nicht sein. Das Ergebnis sind tiefe Schuldkomplexe und Schamgefühle.
Aber da ist ja noch Joe, der sie liebt, den sie liebt, ... doch durch eine fatale Begebenheit, wird diese Glückseeligkeit, wie es scheint für immer, zerstört.
Auf kleinen Zetteln, Pappbechern, Bonbonpapieren, die sie vergräbt, an Äste hängt oder davon fliegen lässt, schreibt sie das, was ihre Seele bewegt. 33 davon werden gefunden. Sie haben eine Schlüsselrolle im Roman.
Die Gefühlswirren und Schmerzen lassen Lennie reifen und Entscheidungen treffen, zu denen sie früher nicht in der Lage war. Letztendlich wird das Bild, das sie von sich selbst hat, völlig verändert. ...vom Beistellponny zum Rennpferd...
Sie ist gewachsen und kann nur auch anders mit dem Verlust der Mutter umgehen.
Eine wunderbarer Geschichte, auch für reifere Menschen eine echte Bereicherung.
Das Thema Mutter hätte für mein Empfinden etwas dramatischer, spannender abgehandelt werden, evtl. auch einen anderen Ausgang nehmen können. Die Autorin hat hier Potential verschenkt.
Daher gebe ich sehr gute 4 Sterne.