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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Fehler der Mütter...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über mich sprechen wir ein andermal (Gebundene Ausgabe)
Laut Buchrückentext handelt es sich um ein Buch, dass mit hinreißendem Humor zu unterhalten weiß - Wer auch immer den Text auf diesem Buchrücken geschrieben hat, er hatte eine andere Auffassung von Humor als ich. Die Geschichte handelt von der deutsch-jüdischen Verlegerin Nomi, die mit ihrem Freund Kirin, einem bekannten Theaterregisseur, eine "unabhängige" Beziehung führt. Sie sehen sich selten und wenn, dann genießen sie die wenigen Tage, die sie miteinander verbringen, ohne über ihre Probleme zu sprechen. Es ist die fehlende Nähe, das bewusst Unabhängige und Freie und die fehlende Bereitschaft Probleme miteinander zu teilen, die Nomi dazu bringen, ihre Beziehung zu hinterfragen. Bei einem Besuch in Wien, begegnet sie den Spuren ihrer Familie und lässt sich die Tagebücher ihrer geliebten Oma Ruth kommen, um das eigene Verhalten besser zu verstehen. Ruth, eine kühle und egoistische Schönheit, vernachlässigte ihre Tochter Anuschka und ihren Mann Otto, um eine leidenschaftliche Beziehung zu dem aufregenden und ebenfalls egozentrischen Robert Keller zu pflegen.Doch was für eine Ironie des Schicksals - In dem Moment, als Ruth ihrem Mann offenbaren will, dass sie sich von ihm trennt, bittet er sie zu einem Gespräch, um ihr zu sagen, dass es eine andere Frau in seinem Leben gibt! Plötzlich befindet sich Ruth auf der Verliererseite und kämpft um ihre Ehe. Vielleicht war das der Humor, von dem der Buchrückentext spricht? Zum Lachen gebracht hat mich diese Szene beim Lesen allerdings nicht, ebenso wenig wie der weitere Verlauf der Handlung: Die Familie muss nach Palästina auswandern und auch dort kann Ruth ihre große Liebe nicht vergessen. Als ihre Tochter Anuschka sich von ihr abwendet und sich in eine fatale Liebesbeziehung stürzt, muss sie begreifen, dass alles, wofür sie gekämpft hat, vergebens war - Einmal begonnen, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Edna Mazyna erzählt die Geschichte, um Ruth, Anuschka und Nomi so eindringlich, schildert ihre Gedanken und Gefühle so nachvollziehbar, dass man verwundert den Kopf schüttelt, über so viel Kälte und Ablehnung, dem eigenen Nachwuchs gegenüber. Ich war gespannt, wie sich die Ruth, die oberflächliche und egoistische Frau, verwandelt - in eine Oma, die Nomi so liebevoll umsorgt und bis zur Mitte des Buches konnte ich mir den Grund für ihre Wandlung nicht vorstellen. Der Anlass für die Wende, der Einschnitt im Leben Ruths, ist gut erdacht und kommt ebenso wie das gesamte Buch ohne Kitsch und Gefühlsduselei aus und auch hier könnte man Humor vermuten, wenn man die Ironie der Situation sieht, doch insgesamt wirkten alle Figuren auf mich eher unglücklich und unzufrieden, was aber die Geschichte trotzdem niemals düster oder deprimierend wirken lässt. Fazit: Eine interessant und klug erzählte Lebensgeschichte um drei Frauen, die auf ihre Weise versuchen, ihr Glück zu finden und die ungewollt, vielleicht als "Opfer ihrer Gene" dieselben Fehler begehen, wie ihre Mütter. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch, von dem ich mich nicht mehr trenne,
Rezension bezieht sich auf: Über mich sprechen wir ein andermal (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, dass ich immer wieder lese. Ich bin gefesselt von der Sprache, fasziniert von der Erzählkunst und tief bewegt von der Geschichte.Der Roman startet im Heute mit Nomi, die eine unglückliche Fernbeziehung zu einem Theaterregisseuren hat. In ihrem Schmerz entschließt sie sich, die Tagebücher ihrer verstorbenen Großmutter zu lesen. Der Leser wird nach Wien in die Vorkriegsjahre katapultiert. Ruth, die Großmutter, liebt Robert. Doch sie ist verheiratet und hat eine Tochter Anuschka.Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrem egoistischen Wunsch, mit ihm zusammen zu sein und ihrem Pflichtbewusstsein der Familie gegenüber. Die Wirren des zweiten Weltkriegs verschlagen die Familie nach Israel, wo Anuschka aufwächst. Doch als die Liebschaft ihrer Mutter schon in ferner Vergangenheit zu liegen scheint, taucht Robert wieder auf und drängt sich auf ungeahnte Weise in die Familie. Verbittert von der Vergangenheit, kann Anuschka ihrer eigenen Tochter Nomi nicht die Liebe geben, die sie braucht. Da erkennt Ruth ihre Chance für eine Wiedergutmachung. Es geschieht viel in diesem Roman, doch alles ist stimmig, nichts scheint übertrieben. Die Charaktere scheinen authentisch und vielschichtig. Niemand ist nur gut oder schlecht. Es wirkt lange nach. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine familiäre Spurensuche,
Rezension bezieht sich auf: Über mich sprechen wir ein andermal (Gebundene Ausgabe)
Edna Mazya Über mich sprechen wir ein andermalKiepenheuer & Witsch ISBN 3462040367 Eine familiäre Spurensuche! Wer immer in Israel lebt, eingewandert oder dort geboren ist, wird die Geschichte der Juden aus Europa nicht ausklammern können. Edna Mazya hat sich in ihrem vorliegenden Roman dem Thema der Vergangenheit und einer familiären Spurensuche zugewandt. Mit der Icherzählerin Nomi führt sie uns aus Tel Aviv nach Wien und eröffnet ruhig und vorsichtig das Suchbild. Nomi, die Icherzählerin, bemüht sich um die Klärung ihrer Beziehung zu ihrem Freund Kirin. Er erweist sich als freier und unabhängiger Geist und ist Theaterregisseur von Beruf. Dieser führt ihn an viele europäische Bühnen. Beide Partner sind Ende vierzig und haben ein Abkommen auf gegenseitige Unabhängigkeit geschlossen. Während er weder Sorgen noch Nöte oder gar seelische Tiefs mit ihr teilen will, geht es ihr mit dieser Vereinbarung nicht so gut. Sie sucht mehr Nähe und Geborgenheit. Nomis Suche nach Neuorientierung beschert ihr die Tagebücher ihrer Großmutter. Beim Stöbern verliert sie sich in einer Geschichte, die gut gehütete Geheimnisse der Familie lüftet, von denen sie nichts ahnte. Ist diese Großmutter mit ihrer Lebensgeschichte wirklich die gleiche Person, die Nomi als liebende Großmutter erlebt hat? Sie war ihre wichtigste Bezugsperson, nachdem ihre Eltern früh und für immer aus ihrem Leben verschwunden waren. Die Großmutter hat sie als klug, weise und verständig erlebt. Der Bogen, mit dem die Vergangenheit aufgerollt wird, führt unmittelbar wieder zu ihr und ihrer ungeklärten Beziehung zu Kirin zurück. Unerwartet zeigen sich Parallelen bei der Lebensgestaltung der Frauen über Generationen hinweg. Selbstmorde, psychische Krankheit und Treulosigkeit sind bestimmende Elemente in der Familie. Es geht um Macht und Ohnmacht und um das Spiel von Bedrohung und Loslösung aus unguten Bindungen. Mit dem Satz < 'Die Dinge sind nicht, wie sie sind, sondern wir sie sehen> ' wird eindringlich versinnbildlicht, wie zwischenmenschlichen Wahrnehmungen ablaufen. Täuschungen und realistische Einsichten sind einem steten Wechsel unterzogen. Judentum und Familienglück, politische Bedrohung und Freiheit bilden die Komponenten, mit denen im Roman experimentiert wird. Die Spannung hält bis zur letzten Seite, und menschliche Tragödien bleiben das unerschöpfliche Thema. Mit ausgezeichnetem Gestaltungsvermögen hat die Autorin einen Roman konzipiert, der den Ansprüchen nach gehobener, kluger und psychologisch ausgefeilter Unterhaltung gerecht wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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