"Über die letzten Dinge" ist eine aus Aufsätzen kompilierte Nachlaßedition (1904 erstmals erschienen), die den Eindruck metaphysischer Geschlossenheit des Hauptwerks "Geschlecht und Charakter" abrundet. Das gilt ungeachtet dessen, daß Weininger häufig nur sentenzenhaft bzw. aphoristisch schreibt.
Ein moderner Kommentar fehlt in dieser - mehr aufgelegten - Publikation, leider, muß man sagen, denn die philosophischen und wissenschaftstheoretischen Diskussionen, zu denen Weininger sich äußert, dürften nicht mehr jedermann geläufig sein. Einziger Trost ist der Bonus am Ende des Buches. Theodor Lessing, ein nach Interesse und Temperament mit Weininger verwandter Geist, arbeitet in diesem Essay überzeugend die Alternativstellung von Weiningers gegenüber Klages' Philosophie heraus.