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Über kurz oder lang: Erinnerungen an Erich Fried
 
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Über kurz oder lang: Erinnerungen an Erich Fried [Gebundene Ausgabe]

Catherine Fried , Eike Schönfeldt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
  • Verlag: Wagenbach (28. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803112575
  • ISBN-13: 978-3803112576
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 205.898 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Catherine Fried
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein liebevolles und treffendes Bild Erich Frieds als Ehemann und Vater und zugleich ein heiteres Portrait der Zeit, vor allem der verwickelten siebziger Jahre.

Über den Autor

Catherine Boswell Fried wurde 1936 in London geboren. Nach dem Studium der englischen Sprache und Literatur zog sie nach Paris und begann, sich ernsthaft ihrer Kunst zu widmen. 1965 heiratete sie Erich Fried; bis zu seinem Tod 1988 entstanden vor allem Gemälde, Radierungen, Stiche und Photographien. Nach Frieds Tod studierte sie Bildhauerei und arbeitet bis heute vor allem auf diesem Gebiet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Schon das Titelbild zeigt ein ungewöhnliches Paar: sie ist groß und schlank, er dagegen sieht klein und hässlich neben ihr aus. Sie nennt ihn Froschkönig!

Catherine Fried kommt 1965 als junge Frau nach Wien, wo sie Erich Fried, dem damals schon recht bekannten jüdischen Dichter, Essayisten und Übersetzer, vorgestellt wird. Er ist ein untersetzter, dicklicher und unansehnlicher Mann. Erich Fried ist in Gedanken, redet mit seinem Freund Georg Eisler über Politik und nimmt kaum Notiz von der jungen Dame. Dennoch hat er sie aus den Augenwinkeln wahrgenommen. In London, wo sie sich wieder sehen, beginnt Mitte der sechziger Jahre zwischen den beiden eine einmalige und gewiss auch eine der aufregendsten Beziehungen in Künstlerkreisen. Catherine Boswell ist 29 Jahre alt, Erich Fried ist 15 Jahre älter und hat bereits zwei Ehen hinter sich.

Catherine schildert mit innerer Distanz und ausgeprägtem Sinn für die skurrilen Eigenheiten ihres zukünftigen Ehemannes ihr beginnendes Zusammenleben. Er wirbt unverdrossen um sie, und sie lässt sich endlich 1965 auf eine Ehe ein, die nur mit einem hohen Maß an Toleranz zu bewältigen ist. Sie bekommen zu den drei schon vorhandenen Kindern aus seinen verflossenen Ehen, die teilweise auch bei ihnen wohnen, noch drei weitere Kinder. An den Kindern hängt Fried närrisch, und auch seine ehemaligen Frauen gehören zum Tross der Menschen, die sein Leben und seine Häuser bevölkern. Die 68 ziger Jahre mit den revolutionären politischen Entwürfen zur gesellschaftlichen Veränderung hielten ausdrücklich auch in ihrem Hause Einzug. So finden sich immer häufiger Gäste und auch Schmarotzer bei dem Paar ein. Mit humorvollen Einlässen werden die diversen Umzüge beschrieben, die Großzügigkeit von E. Fried und seine ganz und gar eigenwillige Auffassung vom Zusammenleben. Sammelstücke von Möbeln aller Art, die altmodische Schreibmaschine, derer er sich bis zuletzt bedient, und viele lustige Einzelheiten kennzeichnen eine Ehe, die gewiss zu den originellsten gehört, von denen man je gelesen hat. Zur Ernsthaftigkeit der Erinnerungen an Erich Fried gehört das Eingeständnis, dass das Leben mit dem chaotischen und geselligen Mann nicht nur einfach war. Es gab Krisen, die an den Grundfesten der Ehe rüttelten.
Catherine erzählt von den vielen Freunden, seinem Schreiben, seinen Versuchen als Schauspieler und seiner eigenwilligen und intensiven Lebensform. Dabei erscheint Catherine selber als eine äußerst geistreiche, mit Witz und Humor begabte Künstlerin. Souverän wird sie mit vielen Schwierigkeiten fertig, und man meint bei ihren Schilderungen gelegentlich ein inneres Lachen zu hören. Es war gewiss nicht leicht für Catherine, aus dem Schatten ihres Mannes zu treten. Zuerst nur Hausfrau und Fürsorgerin für den anspruchsvollen Mann trat sie später als erfolgreiche Malerin, Zeichnerin und Bildhauerin in Erscheinung. Ihre Darstellung des gemeinsamen Lebens mit Erich Fried ist eine Hommage an den Dichter. Zugleich beweist die Autorin, dass sie mit Sinn für Komik und für das Absurde im Charakter Erich Frieds seine Vitalität und Kreativität zu schätzen und zu würdigen wusste. Das Buch ist ein höchst amüsantes und persönliches Zeitdokument und Künstlerporträt!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderbares Buch 31. Oktober 2010
Von Dietrich Marquardt TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Vor kurzem las ich die Autobiografie von Erich Fried "Mitunter auch Lachen". Dieses Buch gefiel mir sehr und ich war neugierig auf die Erinnerungen von Frieds dritter Ehefrau, Catherine Boswell, an die gemeinsame Zeit mit Fried bis zu dessen relativ frühen Tod im Jahre 1988.

Ein wunderbares Buch. Es wirkt ehrlich, ungeschönt. Vor allem der erste Teil ist so geschrieben, dass man oft den Kopf schüttelt, manchmal auch herzhaft lacht. Eine Mäusefamilie, von Erich Fried gehätschelt, zieht andere Tiere magisch an..., der Haushalt ist immer etwas am Rande des Chaos. Mir wurde eine öffentliche Person, nämlich Erich Fried, den ich als Schriftsteller und Übersetzer für bedeutend und leider unterschätzt (aber immer noch durch seine Gedichte gut bekannt) halte, in einer Weise persönlich näher gebracht, wie ich es selten erlebt habe (allenfalls für Peter Weiss, den deutsch-schwedischen Schriftsteller, der wie Fried in London im Exil gelebt hatte). Fried blieb nach seiner Flucht aus Wien bis zum Lebensende in London, auch wenn seine Arbeiten auf Deutsch geschrieben wurden und er im deutschsprachigen Raum seine meisten Leser fand. Bezeichnenderweise starb er in Baden-Baden, als seine Krebskrankheit ihn auf einer seiner zahlreichen Lesereisen tödlich ereilte. Drei Ehen, daraus je ein, zwei, drei Kinder, reichlich Liebschaften. Die zweite, unverändert geliebte, nunmehr geschiedene Ehefrau dann während deren Krebserkrankung nach London in Frieds Haus holend. Fast unglaublich, aber offensichtlich wahr. Für Catherine Fried-Boswell nur zu meistern mit großer Zuneigung und Nachsicht. Auch für den Leser ist die Bereitschaft zum Staunen gefragt.

Das Zusammenleben mit diesem genialen Menschen, der sich eine unglaubliche Portion von Kindlichkeit bewahrt hatte, war, liest man diese Erinnerungen, anstrengend, niemals langweilig und (so vermute ich) eine Inspiration für Cathrine Boswell selbst Künstlerin - in den Jahren nach Frieds Tod studierte sie Bildhauerei - zu werden oder sich vielmehr als solche selbstbewusst zu behaupten. Ich hatte Gelegenheit Fried ein- oder zweimal zu sehen und habe selbst in diesen kurzen Momenten etwas von der Ausstrahlung dieses ungewöhnlichen, liebenswerten Menschen gespürt. Erst nach Lektüre seiner und dieser Erinnerungen weiß ich wieso.
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Von barbro
Format:Gebundene Ausgabe
Als ehemals große Verehrerin von Erich Frieds Gedichten, hat mir dieses Büchlein sehr interressante und aufschlussreiche Einblicke in den Mann Erich Fried und sein Leben ermöglicht. Catherine Fried schreibt ausgesprochen kurzweilig und humorvoll, - einfach total nett zu lesen! Ich habe immer wieder nur gestaunt und geschmunzelt, was für eine eigenwillige Person Erich Freid gewesen sein muß, wie ungewöhnlich sein Familien- und Eheleben verlief und wie tolerant eine Frau sein muss, die 25Jahre mit ihm verheiratet geblieben ist und noch viel später erst diese liebevollen, rückblickenden Erzählungen verfasst hat.
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