In dieser kurzen Schrift behandelt der Theologe Eugen Drewermann das Verhältnis zwischen Christentum und Tierwelt. Er kritisiert das christliche Bild von Tieren als nutzbaren, vergänglichen, seelenlosen Verbraucherwesen, ein Bild, dass Fleischfressen, Tierzuchtquälerei, Zerstörung der Regenwälder, Tierversuche ohne schlechtes Gewissen rechtfertigt und ermöglicht. Die Christen halten an ihrem Monopolanspruch als Krone der Schöpfung und der göttlichen Aufforderung sich zu vermehren und über die Tierwelt zu herrschen, konsequent fest. Gerade in katholischen Ländern werden noch solche barbarischen Sitten wie der Stierkampf ohne das geringste Mitgefühl am Leiden einer Kreatur, praktiziert. Drewermann, ein Mann der gegen den Zeit-und Kirchengeist schwimmt, macht sich über dieses heikle Thema ernsthafte, religiöse Gedanken. Er sieht in einer vernünftigen, menschlichen Geburtenkontrolle die Rettung vor der Zerstörung der unzähligen Tier-und Pflanzenarten, während die katholische Kirche "jeden Hinweis auf die Dringlichkeit bevölkerungspolitischer Maßnahmen als übertriebenen Pessimismus abtut". Am meisten ärgern Drewermann Massenzüchtigungen und die unzähligen, unnötigen, aus "Neugier, Ehrgeiz und Geldgier" durchgeführten Tierversuche. All diese erbarmungslosen Praktiken liegen "in dem christlichen Glaubenssatz, dass allein der Mensch ein unsterbliches Leben besitzt". Drewermann zeigt, dass die anderen Religionen, die Religion der alten Ägypter, der Hinduismus und Buddhismus, den Tieren keineswegs eine unsterbliche Seele abgesprochen haben. Man sollte, nach Drewermann, nicht vergessen, dass der Mensch nur ein Teil eines Evolutionsprozesses ist, dass er vom Tier abstammt und ihm näher steht als er meint. Im Geleitwort weist Luise Rinser daraufhin, dass es eine Zeit gab, in der christliche Theologen den Frauen und den "Negern" eine Seele abgesprochen haben. Nur den Tieren wird sie noch heute in christlichen Ländern nicht zugestanden. Drewermann lehnt Fleischessen nicht aus gesundheitlichen Gründen ab(obwohl das auch ein wichtiger Ansatz wäre), auch nicht weil es "schick" oder "In" ist, sondern aus ethischen, religiösen Überzeugungen. Ich finde es großartig, dass es auch noch heute Leute gibt, wenn auch nur sehr wenige, die sich über solche Sachen wie unser grausames Verhalten zu den Tieren Gedanken machen. Man soll die Tiere nicht mehr lieben als die Menschen, aber es unsere Pflicht, nach den Worten von Drewermann, sie "nach Möglichkeit in Ruhe zu lassen".