Produktinformation
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Da lässt sich ein ungefähr fünfundvierzigjähriger, aus der Karibik kommender Mann am Flughafen Frankfurt freiwillig verhaften, nachdem er zuvor dem "Beamten zur Sicherung der EU" neben seinem "normalen", noch weitere sieben, mit unterschiedlichen Namen versehene Pässe auf den Tisch knallt. Drei davon - Boris Grüntner, Marcel Brunner und letztendlichen David Moses Wessely - werden im weiteren Verlauf der Geschichte eine größere Bedeutung erlangen.
Von schmutzigen Geschäften über die Karibik bis zur Freunderlwirtschaft deckt die Reise des Protagonisten durch das "Paradies" in gewisser Weise so ziemlich alle größeren Skandale der letzten 30 Jahre ab und bleibt dabei doch überaus aktuell.
Der Erzählstil des kleinen Buches wechselt ständig, manchmal gar mitten im Satz, zwischen auktioraler, personaler, bis hin zur quasi geschlechtslosen Man-Erzählform. Diese sporadischen Wechsel durchziehen gleichfalls die gewählten Zeitformen: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft wirbeln durcheinander, genau wie die multiplen Persönlichkeiten des Paul, Boris, Marcel oder Moses. Aber dies ist keinesfalls verwirrend und fügt sich homogen ins Gesamtbild des Romankonzepts ein.
Betrachtungen: ... ein interessanter und zugleich witzig- sarkastischer Roman über einen Lebenskünstler, den man fast schon um seine intelligente Skrupellosigkeit beneidet, wenn man selbst immer brav seine Rechnungen bezahlt ...
... ein zynisches Vergnügen ...
... kein vordergründiger, sensationsgeiler Enthüllungsroman, sondern ein - brillant geschriebener - Tatsachenbericht ...
"Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses" ist eine in ihren Anspielungen schockierend reale Kombination aus einem satirischen Roman über die feine Gesellschaft und faszinierender Dichtkunst. Das Werk als das eine oder andere zu definieren würde es schlichtweg seiner wahren Dimension berauben - ein unglaublich vielfältiges Werk.
... ein trauriger Roman - ein humorvoller Roman - ein bösartiger, destruktiver, heimtückischer Roman - ein Schelmenstück ...
Man distanziert sich. Vorsorglich sei gesagt, dass wohl alle Anspielungen und als Tatsachen dargestellte Ereignisse dieses Buches auf reiner Fiktion beruhen. Weder ist es möglich, auf diese - an Unmoral und Verwerflichkeit kaum zu überbietende Art - durchs Leben zu schreiten, noch sind die Gegebenheiten und Rahmenbedingen dafür gegeben. Weder sich in diesem Machwerk scheinbar als Politiker, Geschäftsmänner, Mediziner, Geistliche und andere ehrenwerte Persönlichkeiten tarnende Individuen, sind im wirklichen Lebensraum etwas anderes, als sie tatsächlich standesgemäß zu sein haben: Verehrenswerte, edle und vertrauenswürdige Mitglie-der der Gesellschaft. Sollte ein anderer Eindruck entstehen, so ist dieser auf höchster Ebene verwerflich und weder erwünscht noch wünschenswert. Wahr ist viel mehr, dass ehrliches und aufrichtiges Bedauern jenen entgegen gebracht werden muss, welche immer wieder an der Honorigkeit, Charakterstärke, Unbestechlichkeit und ehrlichem Bemühen zur Verbesserung der Gesellschaft oben angeführter Persönlichkeiten zweifeln.
VORWORT DES VERLEGERS
Genau diese Qualität des Inhaltes hat mich überzeugt - einerseits die literarische Qualität der Sprache dieses Buches, die bester österreichischer Tradition entsprungen scheint, andererseits, dass das Thema des Buches aktuell ist wie nie zuvor. Zweifelhafte Geschäfte, "Freun-derlwirtschaft", Karibik, jemand, der "sich's richten" kann - das gibt es heute (leider) noch immer. Was aber sind die "Schandtaten" der achtziger und neunziger Jahre aus heutiger Sicht? Sie waren vielleicht die Basis, der Nährboden, auf dem die aktuellen Skandale wachsen konnten. Egal, ob es um verschwendete öffentliche Gelder geht, mit denen wenige Reiche meinen, sich Paradiese bauen zu können, oder um den vertuschten Missbrauch Jugendlicher durch ehrenwerte Mitglieder einer Religionsgemeinschaft. Ich lebe in der Hoffnung, dass die durch die Medien öffentlich gewordenen Skandale diesen Nährboden langsam unfruchtbar machen.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Aussergewöhnlich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses (Broschiert)
David Moses Wessely, ca 45 Jahre alt, landet aus Übersee kommend am Frankfurter Flughafen, passiert die EU-Einreisekontrolle - überlegt, geht zurück, legt mehrere gefälschte Pässe vor und lässt sich verhaften. Wer ist aber dieser Moses, wie er sich nennt. Geschickt baut Schlöglmeier seine Geschichte auf. Er wechselt in kurzen Kapiteln abwechselnd zwischen der "Jetztzeit" und der Geschichte von Jugend weg. Pointiert in leicht abgehobenen Stil, zwischen Ich- und Dritter Form wechselnd beschreibt er den Weg des jungen, schweigenden Paul A., Findelkind, aus dem Klosterinternat ausreissend- nach Wien verschlagen- durch einen Unfall in die Hände von Theodor Grüntner fallend. Dieser - ein geviefter Betrüger und "Lehrmeister" für den jungen Mann, der sich gewinnbringend nun in den "Neffen" Boris Grüntner verwandelt. Durch charmante Betrügereien im Wien der 80er Jahre führt der Lebensweg bis zum Aufbruch von Theodor, Boris und dessen neue Liebe Melanie- die Königin der Welt- in ein Pazifisches Paradies. Doch dieses erweist sich trotz aller Herrlichkeiten wie der Titel sagt - unbewohnbar. Zuviel der Schönheit, einfach alles zuviel. Der plötzliche Tod des Theodor Grüntner beendet das Paradies. Ab diesem Zeitpunkt verliert leider auch das Buch etwas an Pfeffer und damit auch den 5-Sterne Weg.Schlöglmeier spielt immer wieder auf die Realpolitik der 80er (Lucona- Affaire) und später auf die (österreichische) Kanzlerschaft von Viktor Klima und dessen Skandale an. Diese Episode gehört leider zu den schwächeren Teilen des Buches, da der Autor zwar pointiert schreibt, aber seitenlang nur Bekanntes wiedergibt ohne seinen Protagonsten wirklich in die Handlung einzubinden.Der weitere Weg führt unseren Helden durch diverse Betrügereien, die Namen wechselnd bis nach Übersee, wo er nun als David Moses Wessely weider schweigend als Guru auftritt. Wieder könnte man ein Paradies vermuten- aber der Titel sagt alles. Auf jeden Fall eine aussergewöhnliches, empfehlenswertes Werk, amüsant und spannend zu lesen. Herrlich unkorrekt ,teils bösartig, auf jeden Fall mit einer ganz eigenen Humormischung versehen fiebert man mit Paul, Boris, Moses etc. mit und bringt sogar Verständnis und Mitgefühl für diese Betrügereinen auf.Mit diesem Buch macht der Autor Lust auf mehr. Ich bin gespannt, was da noch nachkommt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dichten im Sinne des Wortes,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses (Broschiert)
Der Autor hat seine Aufgabe wortwörtlich umgesetzt: Er läßt den Protagonisten so ziemlich alle skandalösen und verstörenden Prozesse durchleben. Er ver-dichtet die gesellschaftspolitischen Ereignisse Österreichs und setzt eine einzelne Person diesen Machenschaften aus.Der/die LeserIn erkennt viele Situationen aus den Medienberichten der letzten Jahrzehnte und erlebt die im Mittelpunkt stehende Person trotz der Gaunereien und kriminellen Machenschaften als sympathischen Held, dessen Entwicklung vom Opfer zum Täter nicht nur verständlich, sondern auch wünschenswert scheint. Dennoch liegt Traurigkeit über der ganzen Geschichte, denn auch die späte Rache führt nicht zum Glück, ebnet nicht den Weg ins Paradies. Und das macht erneut bewußt, wie schwer es ist, die frühen Verfehlungen und Versäumnisse an den Kleinsten und Schwächsten zu reparieren oder gar wieder gut zu machen. Ein Plädoyer für das soziale Gewissen und gegen den Machtmißbrauch, das auch durch den mutigen Einsatz vieler stilistischen Mittel und Spielarten besticht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein literarisches Schelmenstück,
Rezension bezieht sich auf: Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses (Broschiert)
Ein interessanter und zugleich witzig- sarkastischer Roman über einen Lebenskünstler, den man fast schon um seine intelligente Skrupellosigkeit beneidet,wenn man selbst immer brav seine Rechnungen bezahlt."Boris Grüntner, Geschäftsstelle Zürich, sieht sich einträglich vorbereitet, man hat Aktenordner angelegt, Firmen erfunden: Diamanten, Immobilien, Öl - Bilanzen erstellt, nützt gegen Vorauskasse die immer noch aufrechten Kontakte zur Wiener Halbwelt, hat Stempel, Brief und Siegel - laut Unterlagen auch beste Kontakte zu nigerianischen Waffenimporteuren, südafrikanischen Tourismusunternehmen, brasilianischen Schürffirmen, und so weiter und so fort. Papier gibt sich einmal mehr geduldig." Tja, ein Meisterwerk auf hohem literarischen Niveau, in das man sich zunächst einlesen muss, das dann aber auf subtile Art immer neugieriger macht, was denn dem Helden der Geschichte noch so alles einfällt..., und das ist einiges... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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