Kurzbeschreibung
Über die Schädlichkeit des Tabaks soll Iwan Iwanowitsch Njuchin, der Protagonist in Tschechows gleichnamigem Einakter, eine Rede halten, und das Thema ist ihm eigentlich egal. Christoph Hein, geboren 1944, soll eine Rede vor Schulabgängern halten, und das Thema ist seinen Zuhörern eigentlich egal. Geschickt persifliert der Novellist übrigens ein Pfarrerssohn die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen: Statt der zu erwartenden Lebensernst-Mahnrede enthüllt er selbstkritisch den Spiegel seiner eigenen, der älteren Generation: Sie ist dabei, Ressourcen und Reichtum zu verschleudern, nach dem Motto: Nach uns die Sintflut!
Über den Autor
Christoph Hein, geb. 1944 in Heinzendorf in Schlesien, aufgewachsen in Leipzig und Westberlin, kehrte er 1960 in die DDR zurück und arbeitet von 1961-67 unter anderem als Journalist, Schauspieler und Regieassistent. Von 1967-71 studierte er Philosophie in Leipzig und Berlin (Humboldt Universität). Danach arbeitete er zunächst als Dramaturg, ab 1974 auch als Autor der Volksbühne Berlin. Seit 1979 ist er freier Schriftsteller und seit 1992 Mitherausgeber der Wochenzeitung 'Freitag'. Der Schriftsteller und Dramaturg ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1982), dem Erich-Fried-Preis (1990), dem Solothurner Literaturpreis (2000), dem Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur (2002), dem Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg (2004) und dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen (2008). Im Jahr 2010 wird ihm der Eichendorff-Literaturpreis verliehen. Der Autor lebt in Berlin.