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Buchnotiz zu : Die Zeit, 11.04.2001
Novalis war, stellt Franz Schuh einleitend fest, ein Verfechter der "synthetischen Kraft" der Liebe, einer, der an die unio mystica glaubte, ganz im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Kleist, der meinte, dass man in der Liebe sich ebenso selbst wie den anderen verliere. Gerhard Schulz, , der zu den Herausgebern der kritischen Novalis-Ausgabe gehört, hat nach Ansicht Schuhs äußerst fachkundig und aufschlussreich dieses Kompendium ediert, das Texte Novalis' "Über die Liebe" enthält. Erstaunlich findet Schuh, wie komplex das "Netz von Wörtern" ist, das des Dichters hochromantische Vorstellungen und Ansichten zur Liebe einfängt. Was die besondere Qualität dieses Buches angeht, so liege dies aber nicht nur in der Textauswahl begründet, sagt der Rezensent, sondern in den bemerkenswerten Kommentaren des Herausgebers, die jeden Abschnitt begleiteten. Ein zusammenfassende Betrachtung am Ende setze einen guten und verständnisfördernden Schlusspunkt.
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Über den Autor
Die blaue Blume aus Novalis Roman Heinrich von Ofterdingen ist zum Inbegriff romantischer Sehnsucht und Träumerei geworden. Novalis selbst verkörpert für viele das romantisch-sensible Junggenie schlechthin. Darüber hinaus aber war Novalis als Bergbauingenieur und Philosoph vor allem ein hoch professioneller Forscher, Theoretiker und Intellektueller, dem die Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften noch völlig fremd war und der sich mit Gesteinskunde oder Kants Kritik der reinen Vernunft genauso gut auskannte wie mit den Nachtseiten des Lebens.Prof. Dr. Gerhard Schulz, geb. 1928 in Löbau / Sa.Professor Emeritus.
Promovierte an der Universität Leipzig und ging 1959 nach Australien, wo er zuerst an der Universität Melbourne tätig war, dann von 1964 bis 1965 als Reader an der Universität Adelaide. Mitte 1965 wurde er auf den neugegründeten Lehrstuhl für Germanistik an der Universität von Western Australia in Perth berufen und 1969, nach der Emeritierung von Richard Samuel, auf den Lehrstuhl für Germanic Studies an der Universität Melbourne. Seit 1993 ist er Professor Emeritus dieser Universität.