"Ein Motorrad wird zur Erweiterung des eigentlichen Ichs", meint Melissa Pierson, Journalisten und "seit mehr als zehn Jahren echte Bikerin", wie ihr Verlag zu vermelden weiß. Ihre Maschine, immerhin eine Moto Guzzi, "erteilte mir die Art von Lehren, deren Wahrheitsgehalt sich in Schmerzhaftigkeit ausdrückt". Und wenn sie ihr Motorrad reparierte, werkelt sie "in Wirklichkeit an den Schrauben in mir selbst herum." Ein Motorradbuch für Psychologen also? Ein Kopfkissenbuch für den intellektuellen Biker? Oder gar ein Poesiealbum für Zahnärzte?
Ein wenig kopfgesteuert ist Piersons Buch also schon. Aber das muß wohl so sein, wenn man über motorradfahren schreibt - schließlich kann man ja schlecht ein ganzes Buch lang vom unbeschreiblichen Gefühl sprechen, wie man sich auf einer möglichst autofreien und einsamen Landstraße durch die Kurven hangelt. Von Natur umgeben und den Wind der Freiheit im Helm.
Und zum Ausgleich für die Denker-Passagen erzählt Person etliche Anekdoten aus der Historie des Motorrads sowie schöne Geschichten von ihren diversen Biker-Treffen, Amateur-Rennen und endlosen Touren. So bleibt Piersons Roman "Über die Leidenschaft, ein Motorrad zu fahren" ein Buch, das nicht nur Motorrad-Laien etwas neues erzählt, sondern auch für echte Biker News enthält. Gewürzt mit ihrer lockeren Sprache bleibt die Amerikanerin stets unterhaltsam und spannend und erzählt mit vielen beeindruckenden Illustrationen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)