„ Verlegen ist schön, macht aber viel Arbeit" (frei nach Karl Valentin: Kunst ist schön, .....). „Nebenbei erfahren Leser etwas darüber, was Verlage zentral ausmachen und wie sich die Buchmärkte differenzieren lassen" ... so steht's auf dem Klappentext. Und in der Tat: man erfährt vieles aus dem kleinen Büchlein „nebenbei". Man muss höllisch aufpassen, um bei dem lockeren Geplauder, in dem sich Allgemeinplätze mit sehr sachkundigen und mutigen Aussagen mischen, nicht über die wirklich interessanten und wichtigen Dinge hinweg zu gleiten.
Insgesamt wird in dem Büchlein auf sanfte Weise vieles hinterfragt, das schon als „Gesetz" galt, wie z.B. die Quersubventionierung „guter Literatur" mit „seichter Literatur", es wird auf die Bedeutung des Verlagsumfeldes, der Programmatik und des Profils knapp und klar eingegangen. Es wird auch ein bisschen an dem Sendungsbewusstsein von Verlegern gekratzt, indem ebenfalls schnörkellos klar gemacht wird, dass niemand auf das Produkt warte, das man zu produzieren gedenke. An anderer Stelle wird vorgerechnet, dass mit Arbeitslosenhilfe, einem PC und einer Wohnung (36qm) an eine Verlagsgründung gedacht werden könne.
Entscheidend sei das Konzept, das Verlagsumfeld und - der entschiedene Wille zur Selbstausbeutung mit erheblichem gesundheitlichen und finanziellen Risiko. Die Autoren führen diesen Aspekt erfreulich deutlich aus. Sie vergessen dabei aber nicht, die Leidenschaft, die Vision, die Freude und die Lust am Verlegen ebenfalls zu beschreiben und so gelingt es ihnen, diese Seite des Verlegens ohne Larmoyanz, aber mit hilfreicher Klarheit, zu beschreiben. Eine kurzweilige Lektüre, die sicher jedem Bücherwurm jeden Verlag, dessen Produkt Buch er demnächst wieder in der Hand haben wird, näher bringt und höher schätzen lässt. Für Leute, die einen Verlag gründen wollen, gibt es zwar unkonventionelle Anstöße, ist aber nur bedingt hilfreich, da es dafür zu wenig strukturiert und zu wenig hierarchisiert ist. Für Berater, die sich in der Situation sehen, sich in die Bedingungen von Kleinverlagen einzuarbeiten, ist das Büchlein eine gute Startlektüre, aus der wichtige Hinweise für eine Beratung herausgezogen werden können.
--- Donate Fink, Kulturmanagement Network -