Robert Musil hat 1937 diesen Vortrag über die Dummheit gehalten. Als Schriftsteller geht er nicht wissenschaftlich vor, sondern versucht, dem Begriff Dummheit durch schlichtes Fragen auf den Grund zu gehen. Er stellt heraus, wie schwierig es ist, Dummheit zu fassen, denn jeder, der sich mit der Dummheit beschäftigt, steht in dem Zwiespalt, dass er sich selbst als klug und die anderen als dumm bezeichnen müsste. Eitelkeit ist jedoch eng mit Dummheit verbunden und somit wird dem Klugen, der sich um die Klärung des Begriffes bemüht, Eitelkeit vorgeworfen. Musil nähert sich der Dummheit im Weiteren an, indem er Schimpfworte, Moral, Gewalt, Uteilsvermögen als Konnotationen analysiert und Dummheit bezogen auf die Situation definiert. Vielleicht könnte man als klarste Annäherung an eine Definition festhalten, dass Musil Dummheit als Gefühlsfehler bestimmt.
Das kleine Büchlein hat man schnell gelesen und es wirkt langsam nach. Die Lektüre lohnt sich sehr, weil man seine eigene Dummheit erkennen und dadurch klug werden kann.