Craig Lambert versucht in seinem Buch, aus unserer sehr facettenreichen, leider wenig verbreiteten Sportart Analogien für das Leben herzuleiten. Er ist ein sensibler Ruderer, und die Tatsache, daß er selbst nie "Profi" war, erlaubt ihm eine wohltuend vielschichtige Beobachter-Sicht dieses Sports. Dies und seine teilweise tiefgründigen, teils überraschenden Herleitungen machen es angenehm, dieses Buch zu lesen. Dennoch ist es sehr "amerikanisch" in seiner Darstellung, d.h. es betont oft zu sehr die Motivation des Ruderers durch den Sieg/Wettkampf-Aspekt. Die andere Lesart des Ruderns, das Fahrtenrudern und der Breitensport, kommen damit leider etwas zu kurz. Viele seiner Analogien kann aber jeder Ruderer sofort nachvollziehen, andere wirken etwas konstruiert. Ein sehr lesenswertes Buch auch für Nicht-Ruderer und garantiert gute Meditations-Lektüre für Manager, die danach garantiert Lust bekommen, einmal in einen Achter zu steigen. Ein außergewöhnliches Druckwerk in ansprechender Machart, über kleinere (Ruderer-) Fauxpas wie die Verwechslung des "The Boat Race" zwischen Oxford und Cambridge sowie dem "Head of the River Race" gleich auf den ersten Seiten kann man da schon mal hinwegsehen. Lambert's Rudererfahrung stammt aus Boston - weitere Bücher aus dem Rudererlager wären schön; Facetten bietet dieser naturnahe Sport genug. Danke für den Mut, Craig !