Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Venedig und der Tod eines degradierten Oberst, 4. August 1999
Von Ein Kunde
Oberst Cantwell hat die Schrecken des Krieges, wenn auch mit starken Verletzungen, überlebt und stellt sich nunmehr einer neuerlichen Heruasforderung. Er verliebt sich in ein junges Mädchen, daß in ihm nocheinmal die letztten Kräfte mobilisiert. Die Jagd, sowie seine festgesetzten Schrecken stehen in einem letztendlich unauflösbaren Gegensatz zu seiner jungen Liebe. Hemingway weiß sehr wohl wie er seinen damailgen Kritikern entgegentrat mit diesem Buch. Auch die amüsante Reflektion in dem neuerlich veröffentlichen "Die Wahrheit im Morgenlicht" (dort a.E.) über dieses Werk zeigt den Gehalt dieses Buches. Empfehlenswert doch nicht sein bestes Werk.
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Das schlechteste Buch, das er geschrieben hat, 11. April 2008
Die Liebe des alternden und todkranken Cantwell zur 19jährigen Venezianerin Renata "ist so sehr als ein andauernder Gleichklang beschrieben, daß sich die ausführlichen Liebesdialoge, die sich durch das ganze Buch ziehen, beinahe bis zur Blödigkeit wiederholen. So ist der Roman vollkommen statisch, ohne jede eigentliche Aktion oder Entwicklung, das Paar besucht 'Harry's Bar', speist im Hotel 'Gritti', setzt sich in eine Gondel, streift durch Venedig, und überall stehen Cantwells alte Freunde herum ..." (HANS- JOSEF ORTHEIL: Venedig. Eine Verführung. München/Wien 2004, S. 113)
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen!
HEMINGWAY litt an Schreibblockade, weil die Abenteuer aus jüngeren Jahren nicht zu wiederholen und die Freunde abhanden gekommen waren. Er verfiel in heftiger Liebe zur 19jährigen ADRIANA IVANCICH, deren älterer Bruder im II. Weltkrieg schwer verwundet und deren Vater im Sommer 1945 vor seinem Haus Opfer eines Attentats geworden war. Freunde waren als Soldaten im Krieg umgekommen und ein Teil des Familienbesitzes der IVANCICH bei Bombenangriffen zerstört worden. Nur seine (4.) Ehefrau bewahrte HEMINGWAY vor den größten Peinlichkeiten. ADRIANA IVANCICH - verheiratete Gräfin Rex - leistete sich die Peinlichkeit, den Einband zur Rowohlt-Ausgabe von "Über den Fluß und in die Wälder" zu entwerfen, was sie aber wieder wettmachte, indem sie bald nach dem Tod von HEMINGWAY dessen an sie gerichtete Liebesbriefe versteigern ließ. Ihre Erinnerungen Il Torre Bianco brachten nicht genug.
Statt einer Erzählung, die ebenso dramatisch wir grotesk mit der Geschichte Venedigs vor dem Hintergrund des II. Weltkrieges und der Zeit danach hätte verknüpft werden können, entschied sich HEMINGWAY, die Stadt lediglich als Kulisse seiner Erzählung zu verwenden, die auch jeder andere schöne Ort der Welt gut hätte abgeben können. Diese Kulisse steht ebenso wie Cantwells alte Freunde in der Gegend herum, um dem Gelegenheiten zu bieten, sich immer wieder als doch eigentlich toller Kerl zu präsentieren.
Wenigstens ist das Buch an dem "sich die Legende von ,Papa' Hemingway (bildete), der zwischen dem Gritti und Harry's Bar als lebendige Venedig-Reklame verkehrte" (FRANZ LOQUAI: Das Licht von San Marco. Ein Venedig-Lesebuch. München 2002, S. 450), weiter für die Stadt werbewirksam. Allerdings nicht ganz zu unrecht soll GIUSEPPE CIPRIANI gesagt haben: "Schauen Sie, es war umgekehrt! Ich, mein Lokal haben Reklame für ihn gemacht. Nicht zufällig hat er den Nobelpreis nachher bekommen, nicht vorher." (WERNER ROSS: Venezianische Promenade. Berlin 1996, S. 282)
Lassen Sie sich nicht von mir täuschen: Dieses Buch steht haushoch über vielem, was sonst so in Bücherregalen, ja sogar auf Bestsellerlisten zu finden ist - von Grabbeltischen ganz zu schweigen!
|
|
|
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten Hemingways überhaupt !!!, 20. Dezember 1998
Von Ein Kunde
Ein Hemingway, vielleicht der sensibelste überhaupt. Mädchen liebt alten Mann. Mit lakonischer Disziplin wird erzählt, wie zärtlich und schön die Zeit des Abschieds sein kann. Zugleich jedoch auch ein Sittengemälde scheinbar desillusionierender Einsichten in das, was uns leise lächelnd das Leben immer weiter ertragen läßt. Am Schluß dann aber doch mit Hoffnung. Oder nicht?
|
|
|
|