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Über das befremdliche Überleben des Neoliberalismus: Postdemokratie II (edition suhrkamp) [Kindle Edition]

Colin Crouch , Frank Jakubzik
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Spätestens als Lehman Brothers im September 2008 Insolvenz anmelden mußte, hatte es für einen kurzen Moment den Anschein, als habe die letzte Stunde des Neoliberalismus geschlagen: Nachdem das Mantra vom Markt und von der Privatisierung seit den siebziger Jahren in aller Munde war, sollten nun die Regierungen eingreifen, um systemrelevante Banken zu retten. Die Kompetenz der Wirtschaftsführer stand massiv in Frage. Heute, nur drei Jahre später, bekommen die Manager wieder riesige Boni. Zur Refinanzierung der Rettungspakete werden Sozialleistungen gekürzt. Die Logik des radikalen Wettbewerbs und des unternehmerischen Selbst prägt nach wie vor unsere Mentalität.

Wie ist das möglich? Diese Frage stellt Colin Crouch in seinem großen neuen Essay. Der Autor des vielbeachteten Bestsellers »Postdemokratie« zeichnet die Ideengeschichte des Neoliberalismus nach und betont, daß der Konflikt Staat vs. Markt zu kurz greift: Es sind die gigantischen transnationalen Konzerne, unter denen die Demokratie »und« das Marktmodell leiden. Doch wir können uns wehren, indem wir uns auf unsere Werte und unsere Macht als Verbraucher besinnen. Das ist Crouchs optimistische Vision einer sozialen und demokratischen Marktwirtschaft.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Colin Crouch, geboren 1944, lehrte bis zu seiner Emeritierung Governance and Public Management an der Warwick Business School. Für sein Buch Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus erhielt Crouch 2012 den Preis »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1075 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 249 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (12. Oktober 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351842274X
  • ISBN-13: 978-3518422748
  • ASIN: B006M9S6L8
  • X-Ray:
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Erweiterte Schriftfunktion: Nicht aktiviert
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen
4.1 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Prof Dr Olaf-Axel Burow VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Hatte sich Crouch schon mit 'Postdemokratie' als brillanter Gesellschaftsanalytiker erwiesen, so gelingt ihm mit seiner Analyse des Neoliberalismus erneut ein großer Wurf.
Wer verstehen will, wie es zur Krise der Finanzmärkte kam, warum die Spanne zwischen Arm und Reich dramatisch wächst und welche Kräfte unsere Demokratie gefährden, der muss dieses klar gegliederte und ausgezeichnet formulierte Buch lesen. Crouch zeichnet den Aufstieg des Neoliberalismus nach, klärt Hintergründe und Begriffe in einer Weise, die auch für Laien verständlich ist. Die Mechanismen, die zur Finanzkrise führten, werden glasklar herausgearbeitet und nebenbei wird der ideologische Charakter der neoliberalen Ideologie enthüllt.
Crouch benennt entscheidende Wendepunkte: Als nach Maßgabe der neoliberalen Agenda 1999 durch die Abschaffung des 'Glas-Stegall-Acts' von 1933 die Vorschriften für Finanztransaktionen radikal gelockert wurden, war der Weg frei, die Spareinlagen der Bankenkunden für hochriskante Investitionen zu verwenden: 'Durch die Aufhebung dieses Gesetzes erhielten die Investmentbanker Zugriff auf die Ersparnisse von Millionen Menschen, die selbst nichts davon wussten'. (S.145).
Doch anders als zu erwarten, hat die Finanzkrise zu keinem Umdenken geführt, denn: 'Heute wissen die Banken, dass der Staat sie raushauen wird und bereit ist, ihre Rettung mit Kürzungen im öffentlichen Dienst zu finanzieren. Sie gehen jetzt höhere Risiken ein als früher.' (S.148).

Aber Crouch greift weiter.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und der Neoliberalismus wird bleiben? 6. August 2012
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Es gibt viele Varianten und Nuancen des Neoliberalismus, sein Wesen besteht darin, den Markt dem Staat als Mittel zur Lösung von Problemen und zur Erreichung zivilisatorischer Ziele vorzuziehen. Sozialdemokratisch dagegen wurde alles genannt, das in irgendeiner Form einen Kompromiss zwischen Marktwirtschaft und Verstaatlichung der Produktionsmittel darstellte.
Am Ende des 2. Weltkriegs war es für die Eliten der Industrieländer offensichtlich, dass der Versuch, das Eigentum mit Hilfe des Faschismus vor der Demokratie zu schützen, in eine Katastrophe geführt hatte. Der Kapitalismus brauchte die Demokratie und umgekehrt. Schützend kam das keynesianische Modell hinzu (in Zeiten geringer Nachfrage und mangelnder Wachstumszuversicht sollte sich der Staat verschulden, um die Wirtschaft mit staatlichen Aufträgen anzukurbeln, in Zeiten hoher Nachfrage und Inflationsgefahr seine Ausgaben reduzieren).
1979 gab Margaret Thatcher das Bekenntnis zum Keynesianismus mit dem Nebeneinander von privaten und öffentlichen Unternehmen und Sozialstaat auf zugunsten von Monetarismus, Privatisierung, Steuersenkungen für Wohlhabende und Abbau der Sozialleistungen. Mit Reagan folgte in den USA dieselbe Politik in einer härteren Version. Es folgte eine umfassende Deregulierung der Wirtschaft, insbesondere des Finanzsektors. Die Europäische Union vollzog die neoliberale Wende zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
In einem Abschnitt zum Markt und Marktversagen referiert Crouch die Voraussetzungen und Störungen des Marktes, in einem weiteren das Kartellrecht in den verschiedenen ökonomischen Theorien.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Stärken und Schwächen des Neoliberalismus 5. März 2012
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Colin Crouch beleuchtet in diesem informativen und sprachlich hervorragenden Buch, wie der Neoliberalismus entstanden ist, was er geleistet und mehr noch was er angerichtet hat. Crouch nennt die Reibungspunkte mit dem Keynesianismus, aber auch mit der neoklassischen Wirtschaftstheorie und dem klassischen Liberalismus. Obwohl manche Stellen ans Polemische grenzen, bleibt Crouch insgesamt fair. Anhand vieler Beispiele arbeitet er die Verstrickungen des Neoliberalismus heraus. Dabei vermeidet er es, in platte Phrasendrescherei zu verfallen, und gesteht der Theorie durchaus Vorteile zu. Im Konzept der Corporate Social Responsibility sieht er eine der Möglichkeiten, den - trotz Finanzkrise - offensichtlich nicht totzukriegenden Neoliberalismus einzudämmen. Gelegentliche Abschweifungen fallen kaum ins Gewicht; alles in allem berichtet Crouch stringent und verliert nie den roten Faden. getAbstract empfiehlt das Buch allen wirtschaftspolitisch und gesellschaftlich interessierten Zeitgenossen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für BWL/VWL Studenten 30. August 2012
Von johnny
Format:Taschenbuch
Ich hätte dieses Buch gerne schon während meines BWL Studiums vor längerer Zeit gelesen, da es mit vielen ideologischen Verblendungen in diesem Bereich aufräumt. Das Buch insgesamt würde ich inhaltlich eher neutral beurteilen, da es nicht versucht, krampfhaft den Neoliberalismus schlecht zu reden, sondern sachlich auf Verfehlungen desgleichen eingeht, a la vorher war das Gesundheitssystem staatlich und vermeintlich ineffizient/schlecht, jetzt ist es privatwirschaftlich, aber auch nicht effizienter/besser. Auch auf die typische Leier des neoliberalen Spektrums, dass die Märkte es schon richten werden, geht er ein, indem er bspw. erläutert, dass es "die Märkte" im polypolistischen Sinne (viele kleine, im Wettbewerb zueinander stehende, nicht marktbeherrschende Firmen) kaum noch gibt und das wirtschaftliche Geschehen zum Großteil von markbeherrschenden und -verzerrenden, auf die Politik großen Einfluss nehmenden Großkonzernen bestimmt wird, die im Fall einer drohenden Insolvenz sogar mit Steuergeldern gerettet bzw. subventioniert werden, was jeglicher neoliberaler Marktlogik doch eigentlich widerspricht.

Lesenswert.
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