Mit diesem Buch wird man zum Star jedes Hüttenabends. Naja, man ist zumindest in der Lage, in den Bergen andere Weisheiten und Klughubereien von sich zu geben, als die üblichen Sachen ("Das da hinten ist der Großvenediger!"). In dem Buch sind sehr amüsante Fakten und Anekdoten rund um die Gebirge der Welt gesammelt, die selten für den echten Alpinisten relevant aber dafür immer amüsant sind. Zum Beispiel der Streit darüber, welcher der höchste Berg von Dänemark ist, oder ein Berg in Neuseeland, dessen Name auf Maori die Zungen ganzer Seilschaften brechen kann und auch in der Deutschen Übersetzung das Gedächtnis eines Theaterschauspielers erfordert. Reihenweise absurde Everest-Rekorde, heilige Berge, komische historische Expeditionen und geologische Absonderheiten verzeichnet der Band ebenfalls. Nett sind auch die vielen absonderlichen Bergnamen - ich wusste zum Beispiel nicht, dass es einen Gipfel namens Schalke gibt. Zwischen all die Alpin-Wissens-Happen hat der Autor persönliche Anekdoten im Tagebuch-Stil gepackt, die mir an dem Buch fast am besten gefallen: Darin schildert er Begebenheiten des Otto-Normal-Bergsteigers, in denen er trotzdem fast immer an seine Grenzen stößt. Das ist als Kontrast zu all der Messner-Huber-Buam-Berg-Superhelden-Literatur sehr erfrischend. Besonders erfrischend sind die Geschichten aber, weil sie etwas enthalten, das der oft bierernsten Bergsteiger-Litratur fast immer fehlt: Selbstironie und Humor.