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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sprachlos,
Von Sidonie (Marburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Über das Wasser. Novelle (Gebundene Ausgabe)
Mich hat am meisten die Schilderung der familiären Verhältnisse in Bann gezogen. Introvertierte Eltern, die ihrem einzigen Kind die eigenen Ängste und starr angewandten Überlebens-Mechanismen einzupflanzen versuchen. Angsteinflößend für sie ist dabei alles, was sich außerhalb der eigenen Wohnung abspielt, selbstverständlich auch Körperlichkeit, Bewegung und Sinnlichkeit. Wie schwierig der Ausbruch aus einem solchen System ist, wie viel Überwindung und Zweifel es kostet, andere, eigene Wege zu gehen, schildert diese Erzählung. Emanzipationsmittel ist dabei der Rudersport. Doch die Sprachlosigkeit gegenüber anderen Menschen, die Angst, nicht zu genügen, die Zweifel an sich selbst ziehen sich trotz Glücksgefühle durch Team-Harmonie, Sinnlichkeit und sportliche Erfolge von der ersten bis zur letzten Seite durch. Für mich ist es ein Buch, das schlicht und eindrücklich beschreibt, wie sehr die eigene Wahrnehmung der Welt durch die Sicht und Lebensform der Eltern geprägt ist und wie mühsam und auch nur bedingt möglich es ist, sich von dieser Sicht und Praxis zu befreien.Nicht zuletzt ist es eine großartige Erzählung zum Thema Sprachlosigkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch über das Rudern und eine Freundschaft,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Über das Wasser. Novelle (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch über das Rudern und über eine Freundschaft, die hätte entstehen können, wenn die Protagonisten mehr miteinander geredet hätten. so bleibt ein zarter Eindruck von dem, was hätte sein können, wenn der Graben zwischen den sozialen Schichten nicht so unüberbrückbar weit gewesen wäre, dass selbst Ruderer ihn nicht überwinden konnten. Zurück bleibt ein Gefühl der Melancholie und des Glücks, das nahezu jeder Ruderer kennt, die Ahnung von einem flüchtigen Einssein zweier Bewegungen, das sich ab und an einstellt und immer wieder erreicht werden möchte. Das Buch erzählt viel über die Faszination des Ruderns und drückt die Gefühle und Bewegungen, die wir Ruderer kennen, so vollkommen aus, dass sich jeder Ruderer darin wiederfinden wird, ohne es selbst so ausdrücken zu können. Zurück bleiben einige Fragen, die vielleicht andere Leser klären können und worauf ich sehr gespannt bin: a) Gibt es historische Vorbilder für die drei Hauptfiguren? b) Welcher Club ist gemeint? Die Beschreibung könnte sowohl auf den Ruderclub Nereus (allerdings auf der falschen Seite; in der Nähe der Berlagebrug) und de Hoop (in der Nähe der Nieuve Amstelbrug) in Amsterdam zutreffen. c) Wie kam Van den Brink auf die Idee, ein Buch über das Rudern in einer solchen historischen Situation zu schreiben? Er selbst ist erst nach dem Krieg geboren. Aber vielleicht hat er Erzählungen anderer gesammelt und zu einem Buch vereinigt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kein Wort zuviel,
Rezension bezieht sich auf: Über das Wasser. Novelle (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das niederländische Original gelesen, daher kann ich über die Übersetzung nichts sagen. Das Buch ist eine Ich-Erzählung des aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Jungen Anton, der sich kurz vor Kriegsende an die Jahre 1938 und 1939 erinnert, in denen er gemeinsam mit seinem großbürgerlichen Kameraden David unter Anleitung des exildeutschen Trainers Dr. Schneiderhahn für die (dann ausgefallene) Olympiade 1940 das Rudern im Zweier ohne Steuermann trainiert. Die Beziehung der Figuren ist eigentümlich. David und Anton kommen sich außerhalb des Bootes nie näher, dennoch erscheint ihr Verhältnis homophil getönt. David und noch mehr Schneiderhahn bleiben ziemlich enigmatisch. Man kann vermuten, dass David Jude ist und der deutschen Besatzung zum Opfer gefallen ist. Schneiderhahn geht zwischendurch immer wieder einmal auf unerklärte Reisen, von deren letzter er nicht zurückkehrt. Es wird nur zaghaft angedeutet, dass es etwas mit widerständischen Aktionen zu tun hat.Das eigentliche Thema des Buches ist das Glück, daß Anton in der Synchronisation der Bewegung, des Atmens und im Erschöpfungsschmerz verspürt und das ihm Befreiung aus der Enge des Elternhauses verschafft. Daß der Autor weder Davids noch Schneiderhahns Schicksal präzise auflöst, halte ich für ein bedeutsames Mittel. Die Situation kann in Antons Erinnerung nicht einfach trauernd bearbeitet werden, weil sie ohne dieses Wissen nicht endgültig abgeschlossen ist. Dies vermeidet Kitsch und Rührseligkeit bei diesem ansonsten sehr berührendem Buch. Es ist die große Stärke des Autors, kein Wort zuviel zu verlieren und damit eine ungewöhnlich konsistente Schildwerung des Glücks erreicht zu haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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