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Produktinformation
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Bis auf wenige Ausnahmen sind es bereits veröffentlichte Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften, bunt, weltoffen, international. Und egal, worum es geht, sie spiegeln pointiert und prägnant Beobachtungen und Impressionen wider, mal mit herrlichem Humor, mal mit treffsicherer Ironie, mal mit ordentlicher Wut im Bauch. Wenn Frauen in Bangladesh, die sich den Aufmerksamkeiten von Männern verweigern Schwefelsäure ins Gesicht geschleudert wird, dann wünscht sich Donna Leon ... eine Handvoll gute Männer....wie US-Marines. Aber nicht an Politik sei sie interessiert, meine Ziele sind viel begrenzter...ich will nichts weiter als Rache.
Venedig, Musik, Menschen und Bücher, das liegt Donna Leon am Herzen, dieser Amerikanerin, für die Venedig zur Heimat wurde. Details sieht und schätzt sie hier, nimmt Kleinigkeiten wahr, prangert Missstände an und beweist großes Gespür für Atmosphärisches. Sie kennt den Turm-Wächter von San Marco, der Philosophie studierte und ihr rutscht auch schon mal scharfzüngig ein Schimpfwort raus, wenn Leute seelenruhig ihre Tüte Müll in den Kanal werfen: Sporaccione! oder Schweinigel.
Es sind die Dinge, die anderen gar nicht auffallen, an die man gewöhnt ist und an denen man vorbeigeht, die für Donna Leon aber zu einer absolut lesenswerten Betrachtung werden: Menschen, die ins Casino gehen oder Bettler, für die es offenbar einträglicher wird, kleine Hündchen auf dem Schoß zu haben als kleine Kinder. Es sind aber auch Ungerechtigkeiten und Skandale, die Donna Leon, die linguistisch gebeutelte alte Zynikerin, mit Wortpfeilen attackiert. Warum ist ein Entwicklungsmanager ein Zuhälter? Gibt es einen Unterschied zwischen Macht, Waffen und Pimmelkram? Wie um alles in der Welt konnten jemals winzige, verstümmelte, stinkende, zusammengeschnürte Füßchen für chinesische Männer das erotische Objekt Nr.1 sein?
Aber da ist auch die schlagfertige, die bissige, die witzige und komische Donna Leon, die mit einer Kollegin beim Kaffee über die beste Mordart debattiert, über Italien als das Land der Männer schreibt, das erotische Knistern rund um den Halbtagsmacho nicht vergißt und da ist die alte Dame, die ihren Fernseher immer so laut stellte. Sie rief in der Krimi-Autorin sogar derartige Mordlust hervor, dass sie in einem Roman verarbeitet wurde. --Barbara Wegmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Recycelte Artikel ohne Witz und Esprit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über Venedig, Musik, Menschen und Bücher (Gebundene Ausgabe)
Eine der besten Krimiautorinnen der Gegenwart schreibt ein Buch über eine der faszinierendsten Städte der Welt, in der sie selber zuhause ist - das muss ja eigentlich ein großartiges Buch werden. Ist aber leider nicht geworden. Die erste Enttäuschung: Maximal ein Drittel des Buches handelt von Venedig - der Rest von anderen Orten in Italien, vom Femininismus im Allgemeinen oder von Operninszenierungen in Zürich. So etwas kommt, wenn ein Verlag nichts anderes tut, als Zeitungsartikel, die die Verfasserin in den letzten zwei Jahrzehnten veröffentlicht hat, noch einmal in Buchform zu recyceln.Die zweite Enttäuschung: Wo ist der Witz geblieben, der Donna Leons venezianische Krimis so sehr auszeichnet? Die meisten Artikel sind schlicht und banal. Ein typisches Beispiel: Da gibt es einen Aufsatz über eine venezianische Nachbarin, deren antike Mausefalle nicht mehr funktioniert. Signora Leon leiht ihr ein amerikanisches Modell, mit dem prompt zwei Mäuse auf einen Streich gefangen werden. Ende. Wo ist die Pointe? Die dritte Enttäuschung: Man erfährt eigentlich nichts wirklich interessantes über Venedig. Am vielversprechendsten beginnt noch die Geschichte über den Wächter des Uhrturms von San Marco, der Philosophie studiert hat. Jetzt könnte man eine interessante Geschichte erzählen, wie sich das auf seine Arbeit auswirkt, was er den Besuchern erzählt usw. Leider nichts. Wieder ein Punkt und Ende der Geschichte. Die vierte Enttäuschung: Ein großer Teil der Geschichten handelt von nichts anderem als von den Schwierigkeiten einer Amerikanerin, mit den Gewohnheiten in anderen Ländern zurechtzukommen. Da beklagt sie sich über ihre Miteigentümer, die sich nicht über Sanierungsmaßnahmen des Hauses einigen können. Sie beklagt sich über italienische Zöllner, die schon einmal die Regeln vergessen. Sie beklagt sich über das Jagdfieber der Italiener. Sie beklagt sich über "pornographische" Zeitschriften (das italienische Äquivalent des deutschen "Sterns") und darüber, dass die Italiener sie als "amerikanische Puritanerin" verachten. Und sie beklagt sich natürlich über nächtlichen Lärm. Die Reproduktion von Vorurteilen über den italienischen Lebensstil war allerdings das letzte, was ich von diesem Buch über Venedig erwartet hätte. Doch, eines nimmt man von der Lektüre dieses Buches mit: Man entwickelt mehr Verständnis für die zunehmende Entfremdung zwischen der alten und der neuen Welt. Donna Leon entpuppt sich leider als typische Amerikanerin. Am Ende fragt man sich: Warum lebt sie eigentlich in einem Land, das sie so sehr hasst? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hat Brunetti Urlaub?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über Venedig, Musik, Menschen und Bücher (Gebundene Ausgabe)
Nanu, seit wann macht sich Donna Leon höchst persönlich auf die Suche nach - nach was eigentlich? Ganz einfach: Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen!Und sie wurde wahrlich fündig auf ihrer über zwanzig Jahre währenden Suche! Heraus kam ein Sammelsurium von Miniaturen, Impressionen und Eindrücken die teils neu und teils bereits früher schon publiziert wurden. So sind uns bereits einige Geschichten aus „Latin Lover" oder „Eine Amerikanerin in Venedig" sowie aus diversen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen bekannt. Die Wahl-Venezianerin lässt sich über die Venezianer und ihre Stadt aus, nimmt ihre Nachbarn in Beluno (wo sie eine Sommerresidenz ihr eigen nennt) aufs Korn und lästert über ihre amerikanische Landsleute und irgendwie über jeden und jede die irgendwann ihren Weg kreuzten. Sie greift vielfältige Themen auf, sie schaut hin, kritisiert, rüttelt auf und verbindet diese gewonnenen Eindrücke sogleich in bissige Abrechnungen und bitterböse Anklagen. Sie wirkt in einigen Passagen direkt rachsüchtig, gehässig und aggressiv; und es verwundert uns deshalb auch nicht dass einige Miniaturen stark an ihre Kriminalromane erinnern. Die überzeugte Feministin, Natur Liebhaberin und Tierschützerin wirkt dabei aber bei weitem nicht so pessimistisch, negativ und depressiv wie ihr Commissario Guido Brunetti aber mindestens so direkt und zynisch wie dessen Frau Paola! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Brillante Essays,
Von
Rezension bezieht sich auf: Über Venedig, Musik, Menschen und Bücher (Gebundene Ausgabe)
Dass sie mehr kann als hervorragende Krimis zu schreiben, war zu vermuten. Jetzt ist es zu bewiesen. Donna Leon, die Erfinderin des Commissario Brunetti, hat mit dem Band "Über Venedig, Musik, Menschen und Bücher" wunderbare heitere, ernste und intelligente Kurzessays über Essen und Trinken und Saudi-Arabien (das sie hasst), über Begegnungen, Sängerinnen und vieles mehr zur Freude ihres Fans und zum Vergnügen derer, die diese exzellente Autorin noch nicht kennen, zusammengefasst. So unterhalten sich zwei berühmte Autorinnen über die Kunst des richtigen Killens. Die Beerdigung der Mutter der amerikanischen Autorin endet in dröhnendem Gelächter. Amerika ist ihr mittlerweile äußerst suspekt. Venedig ist dafür die Traumstadt der Donna Leon, was sie aber nicht hindert, sich kritisch mit der Lagunenstadt auseinanderzusetzen. Der Musik ist sie geradezu verfallen. So liest man mit großem Vergnügen über Ceclia Bartoli, die Callas und Anne Sofie von Otter. Und über Bücher.
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