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Über das Neue. Versuch einer Kulturökonomie.
 
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Über das Neue. Versuch einer Kulturökonomie. [Taschenbuch]

Boris Groys


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Über das Neue war die erste Veröffentlichung, mit der der aus Rußland stammende Philosoph Boris Groys in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt wurde. Sie etablierte ihn hierzulande als einen der originellsten und einflußreichsten Kunsttheoretiker. Über das Neue ist ein kurzer aber anspruchsvoller Text und kein Buch für Einsteiger -- wer noch nie etwas von Ready-Mades oder Postmoderne gehört hat, hat sicher wenig von der Lektüre. Wer dagegen mit den Fragestellungen der Gegenwartskunst einigermaßen vertraut ist und sich ein Bild vom aktuellen Diskussionsstand machen will, kommt an Groys nicht vorbei.

Sein Thema ist die Innovation, die Erfindung des Neuen. Das wirkt auf den ersten Blick merkwürdig: schließlich galt über Jahrhunderte ganz selbstverständlich als modern, was neu war in der Kunst. Innovation wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein grundsätzlich als wertvoll verstanden, Kunstgeschichte deshalb folgerichtig als Geschichte künstlerischer Erfindungen erzählt. Die Kunsttheorie der Gegenwart allerdings kann mit dem Begriff des Neuen nichts mehr anfangen. Sie glaubt nicht mehr an den Fortschritt -- zu verschiedenartig präsentiert sich die Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts. Wann eine künstlerische Erfindung eine wichtige Innovation ist und wann dagegen nur etwas beliebiges Anderes, läßt sich, so Groys, kaum mehr entscheiden -- die Beurteilung von Kunst wird zu einer schier unlösbaren Aufgabe: Duchamps Fontäne und Malewitschs Schwarzes Quadrat [lassen sich] als schlechte, unschöne, mißlungene Kunstwerke, zugleich aber auch als originelle, neue, epochemachende interpretieren. Beide Auffassungen sind gleichermaßen zulässig(...)."

In Über das Neue fragt Boris Groys nach den Konsequenzen dieser für Kritiker, Künstler und Publikum gleichermaßen verwirrenden Situation: Was bleibt von der Kunst ohne Innovation? Was sollen Museen sammeln, wenn nicht das Neue? Gibt es einen Ersatz für den Fortschritt? Kann man das Neue simulieren? Daß Groys sich mit den herkömmlichen Antworten auf diese Fragen nicht zufrieden gibt, macht das Buch zu einem unverzichtbaren Schlüsseltext der zeitgenössischen Kunsttheorie. --Dr. Christian Demand

Kurzbeschreibung

Jeder Künstler, der es zustande brachte, seinem Werk dauerhafte Erinnerung zu verschaffen, tat das durch Neuerungen gegenüber seinen Vorgängern. Kunstgeschichte, Ästhetik und Philosophie haben sich weidlich darum bemüht, an der Reihe dieser Neuerungen Entwicklungen zu bestimmten Zielen abzulesen.. Etwa die immer besser gelingende Annäherung an eine äußere oder innere Wirklichkeit, an das Authentische, das Ursprüngliche, das wirklich Subversive, das Utopische ... Die Pointe von Boris Groys' "kulturökonomischer" Betrachtungsweise ist es, all diese inhaltlichen Beschreibungen künstlerischer Innovationen einzuklammern, um statt dessen herauszuarbeiten, daß das Neue zuerst und zuletzt - nichts als das Neue ist: nämlich die Aufwertung von bisher als wertlos Erachtetem zu Wertvollem. Die künstlerische Innovation stellt sich deshalb als beständige Neubestimmung der Grenze zwischen einem Bereich des wertlos "Profanen" und der als wertvoll erachteten "Kultur" dar. Eine nüchterne Einsicht, die a ber nicht mit moralischem Unterton eine Reform unserer Diskurse über die Kunst einfordert, sondern viele wortreiche Beschwörungen künstlerischer Innovationen auf wohltuende Distanz bringt.

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