Pressestimmen
Die Bewegung spiegelt sich in den Gedichten typologisch wie inhaltlich wieder. Auf unterschiedlichste Weise gibt der Autor sie poetisch wieder, klassisch, verlaufend, durchbrechend. Fließend ist der Übergang zwischen theoretischer Betrachtung und körperlicher Erfahrung von Bewegungsabläufen. (Sven Trautwein, www.literature.de, Juni 2001) "Herausragend ist die konzentrierte, fein ausbalancierte Spracharbeit. Insayif ist Wortdurchpflüger und Wortverschweißer in einem. Graphische Markierungen und Bindestrichtechnik heben Bewegungswörter oder Silben aus dem Lesefluss heraus und zwingen zu einer Reflexion selbstverständlich gewordenen Wortsinns. ... Insayifs Lyrik besticht durch einen kühnen poetischen Brückenschlag zur begrifflichen Welt. Insayif zeigt dabei Abstraktes als Lebendiges und tastet sich auf vielfältige Weise an das heran, was Aristoteles "sich vollziehender Übergang" nennt." (Maria Reinhardt, Schriftzeichen Nr. 2/2002) "In der Lyrik von Insayif ist ein Hauch der Erinnerung zu spüren an eine Welt, eine vergangene, voll Poesie, die es so nie gegeben hat, die aber so gegenwärtig scheint. Da wird Sprache geatmet. ... In dieser Lyrik liegt etwas, das sich am Begreifen des Seins versucht." (Doris Kloimstein, @cetera) "Besonders das körperliche Selbsterleben von Bewegungsabläufen auf festem oder bodenlosem Grund fasziniert." (OTZ, Ostthüringer Zeitung) "Semier Insayif gelingt es vorzüglich, Bilder in eine Folge zu bringen, sie zu animieren, sie vorzuführen, Spannung aufzubauen und gleichzeitig den natürlichen Fluß der Sprache aufzuzeigen, ohne sie in ein Betonbett zu zwingen. So bilden sich Inseln, Sandbänke, Buchten, die alle einladen zu verweilen, innezuhalten und Bewegung aus dem Stillstand zu erfahren." (Peter Schaden, Freie Zeit Art) 2Ansprechend im Hinblick auf Konzeption, Partitur, Aufbau. ... Ein sprachsensibles Unterfangen!" (Petra Ganglbaur, www.gangan.com) "Philosophische HipHop Poesie. ... Eine Verstand und Sprachfantasie herausfordernde Lektüre." (Hans-Dieter Gründefeld, Buchkultur, Wien) "Semier Insayif hat mit seiner an der Bewegungslehre der Physik geschulten Lyrik einen interessanten Versuch zur Dynamisierung der Sinneseindrücke vorgelegt. Und manche Texte bringen sogar das Zwerchfell in Bewegung, denn trotz der strengen Kompositionstechnik ist ein Lachen zwischen den Texten oft zwingend vorgeschrieben." (Helmuth Schönauer, LeseZeichen + www.literaturhaus.at) "Der Leser erlebt verkörperte Momentaufnahmen aus der Warte eines anders beziehungsweise übergeordneten Bewusstseins. ... Bewegung existiert in der Gegenwart, im Moment. Das seiner Natur gemäß Unhaltbare festzuhalten, das Wesen des Augenblicks Wort werden zu lassen, Eindrücke in Ausdrücken zu konservieren - bei Semier Insayif ist Sprache Bewegung." (Doris Krestan, www.sandammeer.at)
Kurzbeschreibung
Ein junger Autor und seine "ge(h)!dicht!körper".Semier Insayif spürt in seinen Gedichten dem Phänomen der Bewegung aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln nach und gelangt zu einer poetischen Gestalt, die Bewegung in ausgewählten Facetten zeigt und vorführt. Ausgehend von der Aristotelischen Auffassung, Bewegung sei der Vollzug der Verwirklichung des seiner Möglichkeit nach auf eine Wirklichkeit hin sich erstreckenden Seienden, werden abstrakte (philosophische, mathematische, geographische, physikalische etc.) Aspekte der Bewegung anhand konkreter anschaulicher Objekte zu sinnlicher Wahrnehmbarkeit transformiert. Was sich aus den unterschiedlichen Konzepten von Bewegung ins Gegenständliche ihres poetischen Vollzugs übertragen läßt, steht für den "Peripatetiker" Insayif auf dem Spiel seiner Gedichte. Der Schaukel von theoretischer Fremdbetrachtung und körperlichem Selbsterleben von Bewegungsabläufen entspricht auch deren sprachlicher Duktus.Wider - Stand - Gegen
ein gang als kampf in seinem stampfen wider
der gefahr zu trotzen schwankend an den rand
versetzt vertritt mit schritten seine glieder
tief in spuren spuren treibend prall am stand
zur ruhe auf den punkt zu kommen legen
ab-zu-setzen vor dem hintergrund die hand
im flug sich tauchend ein ins antlitz gegen
seinen blick auf-zu-reißen wunde lider
sich offen staunend festzuhaken regen
schritte sich gegen seinen stand im wider
Semier Insayif, geboren 1965 in Wien, lebt ebendort. Kommunikations- und Verhaltenstrainer, Fitnessberater und Instructor; im Team für Konzept, Organisation und Koordination der literarischen Veranstaltungsreihe Literatniktechtur und des Siemens-Literaturpreises; freier Schriftsteller. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, 69 konkrete annäherungsversuche. Gedichtband und CD (1998). Preisträger des Wiener Werkstattpreises 2000.