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Über Fotografie: Essays [Taschenbuch]

Susan Sontag
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. September 1980
Der Ruhm der Essays von Susan Sontag beruht auf der außerordentlichen Sensibilität, mit der sie Zeitströmungen und Veränderungen in unserem Bewußtsein wahrnimmt, auf der Intelligenz, mit der sie Phänomene in einen neuen Kontext zu stellen und zu deuten weiß. auf dem moralischen Impuls, von dem ihr Denken ausgeht, und schließlich auf der Lebendigkeit und dem Assoziationsreichtum ihrer Sprache. In diesem Band erörtert sie die Beziehung der Fotografie zur Kunst, zum allgemeinen Bewußtsein, zur Realität und diskutiert die Arbeiten der berühmten und entscheidenden Fotografen von der Anfangszeit bis in die unmittelbare Gegenwart. Es entstand eine Ästhetik der Fotografie, wie es sie bisher noch nicht gab. Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie ist eine persönliche Erfahrung der Autorin. Als Zwölfjährige sah sie Aufnahmen aus den Konzentrationslagern von Bergen-Belsen und Dachau. »Mein Leben war verändert worden, in diesem einen Augenblick ... Als ich diese Fotos betrachtete, zerbrach etwas in mir.« Und so prägt, wie Peter Sager schreibt, diese »frühe Betroffenheit ihre tiefgreifende Skepsis gegenüber diesem allgegenwärtigen Medium. Über Fotografie nachzudenken. ist für Susan Sontag eine eminent politische Sache ... Die Fotografie, schreibt sie. habe in den letzten Jahrzehnten ebensoviel dazu beigetragen. ›unser Gewissen abzutöten, wie dazu. es aufzurütteln‹. Nicht nur, daß wir uns an das fotografierte Grauen gewöhnen. Schlimmer noch: Wir genießen die gelungen Fotos des Grauens als ›Bilder‹...Diese ›ästhetische Doppclmoral‹ ist der zentrale Vorwurf, den Susan Sontag der Fotografie und uns als ihren bildsüchtigen Konsu- menten macht« ( Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt ).

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Susan Sontag, 1933 in New York geboren, war Schriftstellerin, Film- und Theaterregisseurin. Weltbekannt wurde sie vor allem durch ihre Essays. Für ihren letzten Roman »In Amerika« wurde sie mit dem National Book Award ausgezeichnet. Sie erhielt den Jerusalem Book Prize und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2003. Susan Sonntag starb 2004 in New York.

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4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Susan Sontag gehört als amerikanische Literatur- und Kulturkriterikerin bis heute zu den wichtigsten Apologeten der modernen Kunst. Im Land der Fotografie, wo auch die Lichtbildnerei immer als Kunst und soziales Engagement betrachtet worden ist, kommt mit diesen Aufsätzen und Gedanken auch von hier das entscheidende Gedankengut, was die Faszination und Bedeutung der Lichtbildnerei künstlerisch und technisch umfasst.

Susan Sonntags Aufsätze dazu sind aber durchaus nicht neu, heute nicht mehr. Aber sie haben an ihrer Aktualität und Qualität nichts verloren. Vielleicht sind sie heute sogar noch wichtiger geworden in einer Zeit, in der die von Bildern umstandene Welt des Zivilisationsmenschen den Kontakt zur Wirklichkeit und Realität der einzelnen menschlichen Existenzen schon fast verloren hat.

Ich kann daher dieses Buch nur allen empfehlen, die sich mit Fragen der Fotografie, der Bilderwelt überhaupt und ihrem ganzen Anspruch auf Kunst brennend interessieren. Sontags Buch ist für mich und damit nach Walter Benjamins Buch "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischer Reproduzierbarkeit" das Werk zur Fotografie.

Platon: Höhlengleichnis; Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit;

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses ist das Bild der Welt, ... 30. Dezember 2006
Welch ein Buch! Ein Bericht hilft, etwas zu verstehen. Fotografien verfolgen uns. Ein Ereignis, von dem wir über Fotografien verfügen, wird durch die Fotografie realer als das der Fall wäre, wenn wir keine Fotografien gesehen hätten. Beispiel: der Vietnam Krieg; negatives Beispiel: der Archipel Gulag, von dem wir keine Fotografien besitzen. Auf diese Gedanken muss man erst einmal kommen. Wenn man den Einfluss der medialen Kultur verstehen will, sollte man Marshall McLuhan oder Neil Postman lesen. Aber für ein Verständnis des Einflusses der Fotografie ist Sontags Buch unentbehrlich. Das Buch ist eine brillante Analyse darüber, wie fotografische Bilder unser Verständnis der Welt beeinflussen und verändern, wie wir uns daran gewöhnt haben, "in Bildern" zu denken. Wenn man selbst fotografiert, lernt man verstehen, warum die Kamera zur gleichen Zeit identifiziert und isoliert. Das Buch erinnert an einen Satz von Edward Hopper, der einmal gesagt hat: "Wenn ich es in Worten ausdrücken könnte, würde ich es nicht malen".
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die Fotografie ist die Realität" - Wirklich? 2. Februar 2011
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT
Die New Yorker Intellektuelle Susan Sontag, die über Jahrzehnte die dortige Szene prägte, veröffentlichte neben einigen Romanen und Kultur- und Literaturkritiken vor allem auch Essays. Essays über Kultur, Gesellschaft, Politik und wie hier vorliegend, über Fotografie.

Sontag beleuchtet in sechs Essays das Verhältnis zwischen Fotografie und Realität, Kunst oder Gesellschaft. Sie analysiert die Werke bedeutender Fotografen (insbesondere) des 20. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre. Sie beschreibt Fotografie als etwas durchaus Ambivalentes, das auf der einen Seite Empfindungen abtötet, durch tausendfaches Zeigen von Grausamkeiten, auf der anderen Seite als etwas das aufrüttelt, in dem es Dinge unmittelbar zeigen kann, die dem Betrachter normalerweise nicht begegnet wären.

Im längsten und komplexesten Essay "Fotografische Evangelien" betrachtet Sontag beispielsweise das Verhältnis zwischen Malerei und Fotografie. Und mehr als einmal greift sie darin auf, dass die Fotografie im ersten Schritt als Emporkömmling die Malerei bedrohte und herabzusetzen schien, diese quasi überflüssig zu machen. Um gleich im Anschluss zu betonen, dass die Fotografie die Malerei "von der Schinderei einer wirklichkeitsgetreuen Abbildung befreit" und diese einer höheren Aufgabe zuführte: der Abstraktion. (Was mir unmittelbar einleuchtete.) Aber nur, um sofort auch diese Erkenntnis zu verwerfen und festzustellen, dass "die Art, wie die Kamera das Erscheinungsbild der äußeren Welt festhielt, den Malern neue Strukturen der Bildkomposition und neue Themen nahe legte".
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Theoretisch, aber gut. 1. März 2012
Von T. Abel
Von Amazon bestätigter Kauf
Susan Sontags Essaysammlung "Über Fotografie" - ja, es sind nur 4 Essays - sollte jedem geläufig sein, der sich mit der Fotografie auseinander setzt. Nicht weil sie die korrekte Meinung über Fotografie hätte, was ja in jeder Kunstform unmöglich scheint, sondern weil das reine Lesen dieses Buches schon dazu führt, dass man sich selbst als Fotograf die Fragen stellt, die man sich schon immer und längst früher hätte stellen sollen.

Warum fotografiere ich?
Was fotografiere ich?
Wie fotografiere ich?
Was will ich damit aussagen oder erzählen?

S. Sontag gibt keine Antworten auf die Fragen, noch stellt sie diese Fragen explizit an den Leser. Aber ihre Herangehensweise an die Fotografie kann auf den (bewusst) Lesenden abfärben.
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