Bourdieus kritischer Blick auf das Medium Fernsehen. Die Vorträge wurden selbst im Fernsehen ausgestrahlt und sorgten bei ihrer Ausstrahlung für Unmut bei den Journalisten und den im Feld arbeitenden Personen.
Das Fernsehen ist ein phantastischer Ort zur Aufrechterhaltung der symbolischen Ordnung S.20
Die symbolische Gewalt ist eine Gewalt, die sich der stillschweigenden Komplizität derer bedient, die sie erleiden, und oft auch derjenigen, die sie ausüben, und zwar in dem Maße, in dem beide Seiten sich dessen nicht bewusst sind, daß sie sie ausüben oder erleiden S.22
Das Fernsehen hat eine Art faktisches Monopol bei der Bildung der Hirne eines Großteils der Menschen S.23
Das Fernsehen entscheidet zunehmend darüber, wer und was sozial und politisch existiert S.28
Das Fernsehen setzt bestimmte Wahrnehmungsprinzipien durch. S.28
Der verborgene Gott des Fernsehuniversums sind die Einschaltquoten. S.32
Der Markt ist die alles legitimierende Legitimationsinstanz. S.36
Das scheinbar entfesselte Kommunikationsinstrument Fernsehen ist in Wirklichkeit gefesselt. S.50
Die Kompetenz der Adressaten muss steigen und nicht die Nivellierung des Programms. S.95f.
Die Einschaltquote ist die Sanktion des Marktes, der Wirtschaft, das heißt einer externen und rein kommerziellen Legalität, und die Unterwerfung unter die Anforderungen dieses Marketinginstruments ist im Bereich Kultur genau dasselbe wie die von Meinungsumfragen geleitete Demagogie in der Politik. Das unter der Herrschaft der Einschaltquote stehende Fernsehen trägt dazu bei, den als frei und aufgeklärt unterstellten Konsumenten Marktzwängen auszusetzen, die, anders als zynische Demagogen glauben machen wollen, mit dem demokratischen Ausdruck einer aufgeklärten, vernünftigen öffentlichen Meinung, einer öffentlichen Vernunft, nichts zu tun haben. S.96
Konkurrenz im Feld des Journalismus produziert nicht Abwechslung, sondern steigende Uniformisierung des Angebots. S.111
Der kommerziellen Logik soll demokratische Legitimität verliehen werden, indem kultureller Produktion und Verbreitung als ein politisches Problem und damit als plebiszitäre Entscheidung formuliert wird. S.113