... schreibt eine Deutsche, Holsteinerin und Germanistin, die sich für (ost-)europäische Geschichte und Literatur interessiert, verzweifelt an Graf von Krockow, weil es mit ihrem niederländischen Freund nicht klappen will, sie in Utrecht auf große Ablehnung als Deutsche trifft. Wo Nähe zu Intensität, auch gerade in den Beziehungen auf allen Ebenen wird, kann sehr schnell gefühlsstarke Zuneingung und Liebe entstehen oder diese sogar in Ablehnung oder Hass umschlagen. Graf von Krokow versucht in seinem Buch zu bestimmen, wer wir Deutsche sind, wer wir nach unserer Geschichte sein können und wollen und wie wir mit Verständnis und Toleranz mit unseren Miteuropäern umgehen müssen, wo diese mit Verständnis und Toleranz uns gewähren lassen sollten. Und er redet von der Geschichte, weil wir durch sie wissen, was es mit der Gegenwart auf sich hat. Krockows Buch ist ein großes Buch, ein großes europäisches Buch, das zu lesen lohnt, gerade weil wir Deutsche sind und als diese auch große Europäer sein wollen, die einer Kulturnation, die trotz ihrer großen europäischen Kultur ohne eine Nation zu sein nicht auskommen können. Ein sehr sehr lesenswertes Buch.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.