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Über die Demokratie in Amerika [Taschenbuch]

Alexis de Tocqueville
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1986
Im ersten Band beschäftigt sich Tocqueville insbesondere mit der Soziologie des US-amerikanischen Staats. Er analysiert nicht nur die Struktur des Bundesstaats, sondern auch den Aufbau der Einzelstaaten, die er als Ergebnis ihrer ethnisch-geografischen und historischen Voraussetzungen beschreibt. Er setzt sich mit der Allgewalt der Mehrheit in der US-amerikanischen Demokratie auseinander, die er als die grösste Gefahr für das Staatswesen betrachtet. In diesem Zusammenhang hebt er u. a. die Bedeutung des unabhängigen Rechtswesens hervor. Mit dem 1840 publizierten zweiten Band beabsichtigt Tocqueville, allgemeine Züge demokratischer Gesellschaften zu zeichnen, von denen bis dahin noch kein vollständiges Modell existierte. Er versucht, zur universellen Problematik einer demokratischen Weltordnung vorzudringen, wobei ihm die Demokratie in den USA lediglich als Folie dient. Dabei analysiert er Probleme, die auch in der Gegenwart nicht an Aktualität verloren haben, wie z. B. das Spannungsverhältnis zwischen den Prinzipien Gleichheit und Freiheit.

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Pressestimmen

"Ein wunderbar hellsichtig-analytisches Buch, faszinierend durch seine Einsichten in die Natur des Menschen und der von ihm veranstalteten Politik, von geradezu prophetischer Qualität, was die Entwicklung der Demokratie und ihrer inwendigen Gefährdungen anbelangt - immerhin erschien die Erstauflage bereits 1835." -- Kölner Stadt-Anzeiger

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Über die Demokratie in Amerika
OT De la démocratie en Amérique OA 1835 / 40 DE 1836Form Wissenschaftliche Schrift Bereich Politik
Das zweiteilige Werk Über die Demokratie in Amerika von Alexis de Tocqueville gilt als glänzendste Analyse des US-amerikanischen Regierungssystems, die wesentlich das Bild von der Demokratie der USA in Europa prägte.
Entstehung: 1832 reiste Tocqueville für ein Jahr in die USA, um im Auftrag der französischen Regierung das Gefängniswesen zu studieren. Gemeinsam mit seinem Freund Gustave de Beaumont, der ihn auf der Reise durch die USA begleitete, veröffentlichte Tocqueville 1833 das Buch Amerikas Besserungssystem und dessen Anwendung auf Europa. Doch mehr als der Kontakt mit den Strafgefangenen interessierte ihn das US-amerikanische Verfassungssystem. Der Umgang mit der gelebten und erlebten Wirklichkeit der Demokratie in den USA war für ihn unerlässlich bei der Konzeption seines Buchs.
Inhalt: Im ersten Band beschäftigt sich Tocqueville insbesondere mit der Soziologie des US-amerikanischen Staats. Er analysiert nicht nur die Struktur des Bundesstaats, sondern auch den Aufbau der Einzelstaaten, die er als Ergebnis ihrer ethnisch-geografischen und historischen Voraussetzungen beschreibt. Er setzt sich mit der Allgewalt der Mehrheit in der US-amerikanischen Demokratie auseinander, die er als die größte Gefahr für das Staatswesen betrachtet. In diesem Zusammenhang hebt er u. a. die Bedeutung des unabhängigen Rechtswesens hervor. Mit dem 1840 publizierten zweiten Band beabsichtigt Tocqueville, allgemeine Züge demokratischer Gesellschaften zu zeichnen, von denen bis dahin noch kein vollständiges Modell existierte. Er versucht, zur universellen Problematik einer demokratischen Weltordnung vorzudringen, wobei ihm die Demokratie in den USA lediglich als Folie dient. Dabei analysiert er Probleme, die auch in der Gegenwart nicht an Aktualität verloren haben, wie z. B. das Spannungsverhältnis zwischen den Prinzipien Gleichheit und Freiheit.
Wirkung: Der erste Teil war von überragendem Erfolg, sodass er bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung ins Deutsche übersetzt wurde und großen Einfluss auf den deutschen Frühliberalismus ausübte. Dem zweiten Teil blieb lange Zeit der gleiche Erfolg versagt, bis beide Teile als Gesamtwerk betrachtet wurden, das die wissenschaftliche Welt überzeugte und Tocquevilles Ruhm als »Montesquieu des 19. Jahrhunderts« begründete. Auch Anfang des 21. Jahrhunderts gelten Tocquevilles Analysen nicht als überholt. N. H.

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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker kritischen Denkens 24. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Alexis de Tocqueville gehört zweifelsohne zu den Klassikern politischer und soziologischer Literatur. Das hier zu besprechende Buch ist dabei zweifelsohne das wichtigste seiner Werke. Alexis de Tocqueville ist im Jahr 1805 geboren und er schreibt rückblickend in seinen "souvenirs": Ich bin am Anfang einer Revolution geboren, die das alte zerstört hat und nocht nichts Neues entstehen ließ. Zeit seines Lebens hat iihn diese Thematik nicht mehr losgelassen: Der Prozeß der Transformation zwischen Ancien Régime und Moderne zieht sich wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk. Zur ersten größeren Auseinandersetzung kommt es dabei in seinem Werk "Über die Demokratie" in Amerika. Alexis de Tocqueville war zu Beginn der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts nach Amerika aufgebrochen, um dort Studien im Bereich der Verwaltung zu machen. Sein eigentliches Interesse galt jedoch zweifelsohne den gesellschaftlichen und politischen Zustände in diesem Land. Daher wird "Über die Demokratie in Amerika" nicht nur eine phantastische Beschreibung des Profiles einer noch jungen Nation, sondern immer auch ein grundlegendes Buch zur Reflexion über die richtige Staatsform. Aufgrund dieses Buches wurde Alexis de Tocqueville stets von den Liberalen vereinnahmt. Dies verstellt jedoch den Blick. Alexis de Tocqueville warnte durchaus vor den Gefahren eines zu Ende gedacheten Liberalismus eindringlich. Sein Werk ist nicht nur eine Beschreibung, sondern auch eine erste Kritik des modernen Staatsgedankens und des modernen Nationalstaats. In diesem Buch tauchen jene Grundlinien auf, welche auch seine späteren Arbeiten, vor allem: "Ancien Regime und Bürgerliche Gesellschaft" bestimmen. Alexis de Tocqueville kann dadurch auch als Vorreiter einer erst selbst zu sich findenden neuen Art der Politik- und Sozialwissenschaften bezeichnet werden. In der Vorrede schreibt Alexis de Tocqueville: Völlig neu veränderte Phänomene gesellschaftlicher und politischer Art benötigen auch eine neue Form der politischen Sprache. Alexis de Tocqueville hat zur Begriffsbildung mit seinem Buch bereits sehr viel geleistet. Und er gehört dadurch nicht zuletzt zu jenen Klassikern, die es lohnt, immer wieder gelesen zu werden. Daher unbedingt volle fünf Sterne (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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64 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Auswahl 28. Juli 2005
Format:Taschenbuch
Diese Ausgabe ist nicht zu empfehlen, da sie nur eine Auswahl enthält. Wer will sich schon von anderen vorschreiben lassen, was er zu lesen hat?
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das zweiteilige Werk des systemvergleichenden Politikwissenschaftlers und Philosophen Alexis de Tocqueville (1805-1859) erschien 1835/1840.

In einer historischen Momentaufnahme untersucht Tocqueville die Entwicklung von Monarchie und Aristokratie zur Demokratie und nimmt eine Vorausschau künftiger Entwicklungen vor.

Tocqueville analysiert die aus seiner Sicht bestehenden strukturellen Stärken und Schwächen der Demokratie: Messerscharf in der Analyse -zuweilen nahezu seherisch- untersucht er die Problematiken des modernen Massenstaates.

Die von der Demokratie beförderte Gleichheit bewirke Individualität und Vereinzelung. Als Gegengewicht diene die Schaffung von Vereinigungen, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Ziel sei es nicht, zu verhindern, dass jeder seinen eigenen Interessen folge. Jeder aber solle im eigenen Interesse anständig sein (Lehre vom wohlverstandenen Interesse).

Das Prinzip der sozialen Nützlichkeit und das Dogma der politischen Notwendigkeit könne in einem demokratischem System den Anlass geben, die individuellen Rechte mit Füßen zu treten.
Es gehe also darum, -nicht zuletzt durch Gewaltenteilung, Subsidiaritätsprinzip und Förderung der Gemeinden- der zentralen Gewalt Grenzen zu setzen. Keine Nation, keine Organisation könne auf Dauer stark bleiben, wenn das Individuum in ihr schwach sei.

Alle Despotien seien in ihre Schranken zu weisen. Gefahr resultiere aus der Allmacht demokratischer Mehrheit. Denn irrtümlich werde angenommen, dass die Mehrheit als solche bereits über größere Weisheit als jeder Einzelne verfüge. Ganz im Gegenteil drohe eine Tyrannei der Mehrheit, die über die Neigungen und Triebe eines Despoten verfüge. Ziel müsse es daher sein, die Macht der Mehrheit zu mäßigen.

Jede Zentralgewalt liebe Gleichheit und Einheitlichkeit: Das erspare ihr die Prüfung vieler Einzelfälle. Zentralisierung vermindere aber sogleich den Bürgergeist; jede Allmacht lasse schließlich die Weisheit vermissen. Die Stärke jeder zentralisierten Verwaltung führe so eines Tages zu ihrem eigenen Untergang. Sie sei am Ende für Zerfall und Eroberung reif.

Die industrielle Klasse trage den Despotismus in sich. Die industrielle Aristokratie bewirke mit immer extremerer Arbeitsteilung die Verdummung und Verelendung der von ihr benutzten Menschen. Sie seien nur noch eine Herde furchtsamer und geschäftiger Tiere. Die Fähigkeit, selbständig zu denken, zu fühlen und zu handeln, gehe verloren.

(In ihrer -hier recht schmucklosen- Brutalität ist der Analyse des Liberalen (!) Tocqueville nichts hinzuzufügen.)

Díe Einsichten Tocquevilles schaffen nicht zuletzt Verständnis für einige der US-amerikanischen Wurzeln und die dortige Mentalität. Sie erklären vieles aus der "Ursuppe" amerikanischen Denkens und Handelns.

Die Wucht seiner mächtigen Analyse hat auch Zeitgenossen wie John Stuart Mill, den vielleicht bedeutendsten englischen Philosophen des 19. Jahrhunderts, eines Begründers des Liberalismus, oder auch den (Wiesbadener) Philosophen Wilhelm Dilthey deutlich beeinflusst.
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