Elisabeth Lichtenberger beweist hier, daß das Bonmot stimmt, ein Außerordentlicher Professor leiste nie etwas Ordentliches, ein Ordentlicher Professor aber nie etwas Außerordentliches. Elisabeth Lichtenberger schreibt als Ordentliche Professorin. Was immer sie auch zusammengetragen hat, hat sie ordentlich zusammengetragen, aber weder Stil noch Gliederung noch Grafiken noch Bebilderung überzeugen. Der Stil bemüht sich um Wissenschaftlichkeit und Ausgeglichenheit und ist ohne Eleganz, die Gliederung "Historische Territorien - Politische Landkarte - Bevölkerung - Naturraum (usw.)" dient nicht dem Lesevergnügen, sondern wirkt vorgegeben, die Grafiken wirken lieblos und wenig anschaulich (wie in einem alten, ungeliebten Schulbuch), die Fotos des Ehemanns Oberstudienrat Josef Lichtenberger haben nicht das, was Fotos eines Profis haben. Kein großer Wurf; das Werk wird in Schul- und Universitätsbibliotheken langsam und leise einstauben.