oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft [Taschenbuch]

Colin J. Campbell , Frauke Liesenborghs , Jörg Schindler , Werner Zittel , Global Challenges Network , Helga Roth
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 11,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 5 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 23. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Der dritte Golfkrieg ist inzwischen vorüber. Aber selbst wenn sich im Irak in nächster Zeit eine einigermaßen stabile Nachkriegsordnung einstellen sollte, wird der Nahe Osten weiter ein Unruheherd der Erde bleiben, vom Palästinenserkonflikt über das Kurdenproblem bis zu fundamentalistischen Tendenzen in Saudi-Arabien. Das vorliegende Buch, das von der Umweltorganisation "Global Challenges Network" herausgegeben wird, gibt ein differenziertes Bild von den Wurzeln dieser Konflikte und von der Rolle des Erdöls in diesem Zusammenhang.

Der erste, geologische Teil des Buches ist eine ermüdende Geduldsprobe. Nichts gegen allgemeine Informationen über Entstehung und Ausbeutung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten; aber die so umständlich ausgebreiteten Daten zu jedem einzelnen Land hätten, grafisch aufbereitet, mühelos auf zwanzig statt reichlich hundert Seiten Platz gefunden.

Der zweite Teil ist ein spannend geschriebener geschichtlicher Abriss. Von Anfang an war die Politik in der Golfregion untrennbar mit dem Öl verbunden und von Chaos, Anarchie, Eigensinn und Zufällen geprägt. Akteure waren zunächst noch das Deutsche und das Osmanische Reich, zu dem die meisten Gebiete der Region vor dem Ersten Weltkrieg gehörten. Es waren deutsche Ingenieure, die 1903 bei Vermessungsarbeiten für die geplante Bahnlinie nach Bagdad auf Ölsickerstellen stießen. Nach 1918 teilten sich England und Frankreich die Region untereinander auf. Die wichtigste britische "Mandatsneuschöpfung" war der Irak, ein künstliches Gebilde aus verschiedenen Volksstämmen, dessen Grenzen von den Verhandlungspartnern in Paris mit dem Lineal gezogen wurden. Diese Willkür diente Saddam Hussein 1991 als Rechtfertigung für sein Vorhaben, mit Kuwait "eine irakische Provinz" in Besitz zu nehmen.

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die arabische Welt zunehmend in den Fokus der Weltpolitik, da sich Rohöl nicht nur für industrielle, sondern auch für kriegerische Zwecke als unentbehrlich herausstellte. Mittlerweile spielten auch die USA im Ölpoker mit. Der Kaufmann John D. Rockefeller schuf sich ein Imperium und bestimmte lange Zeit die inneramerikanische Ölpolitik. Die Autoren beschäftigen sich auch mit anderen Einzelpersonen wie dem Armenier Gulbenkian, dem Neuseeländer Major Frank Holmes oder dem lokalen Stammesführer Ibn Saud von Saudi-Arabien, die die Ölgeschichte des Mittleren Ostens entscheidend mitgeprägt haben. Diese Verknüpfung von großer Weltpolitik mit kaum bekannten Persönlichkeiten, die hinter der Bühne die Fäden zogen, ist ungemein gut gelungen.

Noch in den 1960er Jahren dominierten die "Sieben Schwestern", die sieben größten Ölkonzerne, den Ölmarkt. Durch das Überangebot sanken die Preise, die Konzerne wälzten die Preissenkungen einfach auf die Förderländer ab. Als Reaktion darauf schlossen sich zahlreiche Förderländer zur OPEC zusammen; deren koordinierte Preispolitik löste 1973 die erste Ölkrise aus.

"Ölwechsel!" verrät uns auch, warum die Politik und die Industrie bei der Reservenabschätzung der Ölvorkommen unterschiedlich vorgehen. Manche Staaten wie Großbritannien untertreiben, andere wiederum übertreiben. So erhöhte Kuweit 1985 seine Schätzung um fünzig Prozent - das entspricht den gesamten Nordseereserven. Der Grund: Man wollte eine Erhöhung der eigenen OPEC-Quote, sehr zum Unwillen des Irak.

Im letzten Kapitel konzentrieren sich die Autoren auf die Aspekte Ökologie und Nachhaltigkeit und fordern die Überwindung der Wachstumsideologie. In begrenzten Systemen kann es kein ewiges Mengenwachstum geben. Nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit darf die Nutzung einer Ressource nicht größer sein als ihre Regenerationsrate, die Freisetzung von Stoffen nicht größer als die Aufnahmefähigkeit der Umwelt. Erneuerbare Ressourcen wie Solar- und Windenergie müssen langfristig ein Ersatz sein. Grafiken und Tabellen sind hier leider ebenso unansehnlich wie am Beginn des Buches, teilweise auch fehlerhaft: Rechnet man die Angaben zur Gesamt-Sonnenkollektorfläche auf Seite 144 nach, dann kommt man auf 78 statt 8 Millionen Einwohner für Österreich. Griechenland hätte gar 173 Millionen statt knapp über 10.

Gleichwohl: Wer über kleine Fehler und den langatmigen geologischen Teil hinwegsieht, findet überaus interessante geschichtliche und wirtschaftliche Informationen, die gerade die aktuelle politische Situation besser verstehen helfen. Rezensent: Gunther Jauk -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Anhand neuester Daten legt der weltweit renommierte Experte Colin J. Campbell zusammen mit Global Challenges Network eine beeindruckende Analyse unserer prekären Situation vor.«
Lübecker Stadtzeitung 13.02.2007

»Durch die übersichtliche Gliederung wird selbst dem optimistischsten Leser klar, dass die Hauptproduktion zurzeit aus Feldern stammt, die grösstenteils vor dreissig Jahren entdeckt worden sind. Dass uns alle weismachen wollen, ein Engpass unserer Energieversorgung könne mit den neuen Funden ausgeglichen werden, begründet sich mehr in politischem Wunschdenken als in der Realität. Das Weltwirtschaftssystem müsse also vom kapitalistischen Gedanken des endlosen Wachstums und der fortwährenden Gewinnsteigerung Abschied nehmen, lautet das Credo der Wissenschaftler. Die Frage ist nicht, ob das Erdöl ausgeht, sondern wann. Ein Buch, das jedem Besitzer eines Geländewagens zur Zwangslektüre verschrieben werden sollte.«
heute (Zürich) 12.02.2007

»›Ölwechsel‹ hat das Zeug zum Standardwerk über das Ende der Erdölära und sollte eine Pflichtlektüre für alle sein, die über die Zukunft unserer Energieversorgung ernsthaft nachdenken.«
Neue Energie

»Eine ideale Balance zwischen Verständlichkeit und durchgehend hohem Niveau.«
Freie Universität Berlin

»Die Studie beeindruckt durch brisante Fakten zu den verbleibenden Ölreserven, den politischen Konflikten um das Erdöl sowie durch engagierte Alternativstrategien.«
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen

»Ich empfehle dieses Buch allen, die mitreden wollen in der Diskussion um Ökosteuer, Umweltpolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Energieversorgung. Aber auch allen, die etwas über die Entstehung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten wissen wollen. Es schafft eine brauchbare Datenbasis rund ums Erdöl…und hilft, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge im Kontext des Erdöls zu verstehen.«
Leserstimme, amazon.de

»Diese Informationen werden auf knapp 270 Seiten spannend und leichtgängig geschrieben verpackt. Das Buch bietet einen umfassenden Gesamtüberblick über das Thema Öl. ... so bietet das Buch doch kompaktes und in der heutigen Welt mehr als nur wertvolles Wissen in einer so ansprechenden Form, dass es ein Sakrileg wäre, nicht zuzugreifen und es für sich zu nutzen.«
www.roterdorn.de

Kurzbeschreibung

Bald ist der letzte Tropfen Erdöl verbraucht.

Erdöl ist eine problematische Ressource, wie jeder Verbraucher am eigenen Geldbeutel merkt. Auf der Basis der neuesten Daten bieten die Autoren eine fundierte Darstellung der Ursachen und Konsequenzen der Erdölknappheit. Spätestens 2010 ist der Scheitelpunkt der weltweiten Ölreserve erreicht; ab diesem Zeitpunkt kann von Jahr zu Jahr weniger Öl gefördert werden. Gleichzeitig wächst die Nachfrage aus China und Indien, der Ölpreis steigt immer weiter, unsere Abhängigkeit vom Erdöl stellt eine Abhängigkeit vom instabilen Nahen Osten dar und das Ende des billigen Öls macht sogar Ressourcenkriege denkbar. Die Verbrennung von Erdöl ist auch eine der Hauptursachen für die Erwärmung der Erde und damit für Hurrikane ebenso verantwortlich wie für den steigenden Meeresspiegel. Es ist eindeutig höchste Zeit, alternative Energiequellen zu finden bzw. zu optimieren, doch Politik und Wirtschaft reagieren nur sehr langsam. Die Autoren analysieren umfassend die Energiealternativen und die potenziellen Entwicklungen.

Der Verlag über das Buch

»Eine ideale Balance zwischen Verständlichkeit und durchgehend hohem Niveau.« Freie Universität Berlin, Heidi Consentius

»Eindeutig lesenswert.« Energien Nachrichten

»Die Studie beeindruckt durch brisante Fakten zu den verbleibenden ölreserven, den politischen Konflikten um das Erdöl sowie durch engagierte Alternativstrategien.« Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ)»“ölwechsel“ widmet sich sehr ausführlich der Verknüpfung von Erdölförderung und Industrialisierung. Dabei stehen Machtfragen und krumme Machenschaften im Mittelpunkt.« Politische ökologie

»Wer über kleine Fehler und den langatmigen geologischen Teil hinwegsieht, findet überaus interessante geschichtliche und wirtschaftliche Informationen, die gerade die aktuelle politische Situation besser verstehen helfen.« Spektrum der Wissenschaft

»Die Autoren decken Fakten und Zusammenhänge auf. Sie zeigen, dass es keinen Grund zur Panik gibt, aber eine sachliche Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Umbrüchen notwendig schient.« 3SAT Videotext

»Das Ende der Erdölreserven ist absehbar. Es ist höchste Zeit, sich mit Alternativen auseinander zu setzen. Dieser Problematik widmet sich das Buch „ölwechsel“, das vom Global Challenges Network, München, herausgegeben wird. In den Abschnitten „Geologie“, „Politik“, „Die Aktuelle Debatte“ und „Strukturbruch“ werden Fragen zu Entstehung und Förderung von Erdöl beantwortet. Konflikte und Interessen werden beleuchtet und Bausteine wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse für eine zukunftsfähige Energieversorgung vorgestellt.« nawaros

»Der Geologe Colin J. Campbell, jahrzehntelang suchte er für große ölfirmen nach dem Rohstoff, schildert für den Laien verständlich die Entstehung des Erdöls. Das vom Global Challenges Network in München herausgegebene Buch stellt die ölregionen der Erde vor und macht Aussagen über deren Reserven. Dabei verzichten die Autoren nicht nur weitestgehend auf verwirrende Fachbegriffe, sondern auch auf Katastrophenszenarien. Argumentativ begründet legen sie dar, wie der endliche Rohstoff Erdöl mit einem Bündel von Maßnahmen ersetzt werden kann.« dpa

»Die nüchterne Analyse der Autoren mündet in eine epochale Wegweisung: Milliarden Jahre lang hat das Leben seine Energie direkt von der Sonne bekommen. In Millionen Jahren entstand dieser fossile Energieträger, den wir in wenigen Generationen verheizen. Das öldominierte Zeitalter wird sichtbar als ein kurzes Intermezzo im Gang der Geschichte.« Energiedepesche

»Der Zugang zu Iraks ölfeldern dagegen könnte es den USA erlauben, noch Jahrzehnte länger „an der Nadel“ zu bleiben. Insofern ist das Buch auch ein Buch zum bevorstehenden Krieg. Aber das Buch ist weit mehr: Es vermag ein neues Licht auf die klimapolitische Situation zu werfen. Seine Implikation ist ja: Der Ausstieg aus dem öl muss nicht wegen Knappheit des öffentlichen Gutes, „Erdatmosphäre“, klimapolitisch erzwungen werden – er kommt wegen Knappheit der privaten Ressource „öl“ von alleine, und das – möglicherweise – rechtzeitig. Doch leider machen die Autoren dies nicht mehr zu einer ausdrücklichen These. Wäre das Buch ein ölfeld, würde ich zum Einsatz von Tertiärfördermethoden raten – denn es stecken etliche ungehobene Schätz in ihm. Es ist weitaus bedeutender, als sich bei seiner Lektüre erschließt.« Das Parlament, 53.Jg., Nr. 12, 17. März 2003, Beilage zur Leipziger Buchmesse 2003, S.3

»Das vom Global Challenges Network in München herausgegebene Buch stellt die ölregionen der Erde vor und macht Aussagen über deren Reserven. Dabei verzichten die Autoren nicht nur weitestgehend auf verwirrende Fachbegriffe, sondern auch auf Katastrophenszenarien. Argumentativ begründet legen sie dar, wie der endliche Rohstoff Erdöl mit einem Bündel von Maßnahmen ersetzt werden kann.« dpa -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Colin J. Campbell, geboren 1931, hat in Oxford Geologie studiert, danach jahrezehntelang in leitender Position bei großen Ölfirmen wie BP und Amoco gearbeitet und selbst große Ölfelder erschlossen. Er kennt den Sachverhalt wie kein anderer. Heute gilt er als »Kassandra der Ölbranche«, denn er warnt seit Jahren vor dem abrupten Ende der Ölreserven und ist zu diesem Thema inzwischen ein international gesuchter Experte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Ölwechsel! von Colin J. Campbell, Frauke Liesenborghs, Jörg Schindler. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

EINLEITUNG

Kaufen, wohnen, reisen - eigentlich läuft doch alles wie geschmiert. Die Probleme des dazu notwendigen Energieverbrauchs sind eher an politischen Rahmenbedingungen, schlecht isolierten Gebäuden und einem zu intensiven Mobilitätsverlangen festzumachen, aber doch bitte nicht an einem Mangel an Erdöl. Warum also an einen »ölwechsel« überhaupt nur denken?

Die Antwort ist ganz einfach. Der energieintensive Lebensstil der westlichen Industriestaaten hat in nur einigen Jahrzehnten praktisch die Hälfte des schwarzen Goldes geschluckt, das sich in Jahrmillionen angesammelt hat. Den ungefähren Zeitraum, wie lange öl noch zur Verfügung steht, kann sich jeder selbst ausrechnen. Doch Fragen bleiben: Wie viel öl kann überhaupt noch gefunden werden? Wie sieht ein ölsparender Lebensstil aus? Wie ölintensiv werden die Ansprüche all derer sein, die bisher in den oben genannten Bereichen »unterentwickelt« sind? Vor dem Hintergrund von Verteilungsgerechtigkeit in einer globalisierten Welt geht es auch hier um Quantitäten: Hunderte Millionen von Menschen leben heute noch ohne einen Bruchteil des Komforts, den uns das öl beschert hat.

Die erste der beiden Hauptthesen in diesem Buch behandelt den Aspekt von Quantitäten: öl kann nicht unendlich vorhanden sein, denn nur ganz besondere erdgeschichtliche Formationen haben überhaupt erst die Bildung von Erdöl ermöglicht. Dies ist in den ersten Kapiteln aus geologischer Sicht einfach und nachvollziehbar dargestellt. Es wäre beispielsweise wenig erfolgversprechend, einfach nur tiefer zu bohren oder irgendwo auf der Erde auf ölsuche zu gehen. Sicherlich gibt es noch unentdeckte Schätze auf unserem Planeten; riesige unbekannte ölfelder gehören nicht dazu. Der geologische Nachweis wird am Beispiel einzelner Olregionen konkretisiert. Diese Informationen bestehen vor allem aus Zahlen und Grafiken, aber es geht hier natürlich nicht darum, sich diese Daten alle im Detail zu merken. Die übersichten sind jedoch aus mindestens zwei Gründen hilfreich: Erstens dokumentieren sie, wie viel und wo öl gefunden wurde. Zum anderen verweisen sie auf die schon sehr frühzeitigen Erfolge der ölsucher. Fast alle großen und ertragreichen ölfelder wurden mit sehr einfachen Mitteln und Methoden entdeckt. Jetzt steht uns zwar eine immer ausgefeiltere Technologie zur Verfügung, die ganz großen neuen Funde lassen trotzdem auf sich warten.

Die Entdeckung der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Erdöl und der sich parallel dazu entwickelnden Industrialisierung war von Anbeginn begleitet von Machtkämpfen um Zugang und Zugriff, und die Verfügungsgewalt über die Ressource Erdöl bestimmt bis heute die Weltpolitik. Anhand einiger Beispiele werden im folgenden Kapitel die wesentlichen Strukturelemente aufgezeigt, die dazu geführt haben, dass »öl als Waffe« zunehmend eingesetzt wurde und wird. Gerade hier wird deutlich, dass der Blick auf das öl von sehr unterschiedlichen Perspektiven aus vorgenommen werden kann und muss. Gewisse Redundanzen in Bezug auf die Erwähnung von Institutionen - etwa die Rolle der OPEC - und die Rolle Erdöl exportierender und importierender Staaten im Kontext von politischen Ereignissen ließen sich deshalb nicht vermeiden.

Es sind die (noch) vorhandenen Mengen, die im Mittelpunkt der Interessen stehen. Doch auf welche Angaben über mögliche Mengen kann man sich wirklich beziehen? Wer sagt was und warum über vorhandene Reserven, auf Grund welcher Analysen und auf Grund welcher Absichten? Um nicht jedes Mal wieder neu erstaunt zu sein, was »plötzlich« doch noch alles an öl vorhanden ist, werden deshalb die Quellen und Berechnungsmethoden der gängigen ölstatistiken vorgestellt und kommentiert.Gerne begügen wir uns mit der Frage, wann der letzte Tropfen öl aufgebraucht ist. Doch das ist das falsche Kriterium. Die wesentlichen Weichenstellungen werden dann erfolgen, wenn die ölförderung nicht mehr erhöht werden kann, sondern jedes Jahr geringer wird. Und dieser Zeitpunkt ist sehr nahe, wenn wir nicht schon am Maximum sind.

Die geologischen, politischen und statistischen Ausführungen lassen ein Grundmuster erkennen: Das »System Erdöl« ist ein eindrucksvolles Beispiel für »Macht durch Zugang zu endlichen Ressourcen«, das auch auf andere natürliche Ressourcen wie Süßwasser oder Edelsteine angewendet werden könnte. Theoretisch wird dieses Muster so lange erkennbar sein, bis das letzte Vorkommen erschöpft ist. Hier wird jedoch davon ausgegangen, dass es so weit nicht kommen wird. Deshalb wird eine zweite zentrale These aufgestellt, in der es um Qualitäten geht: Wir sind - und zwar schon längst - in einem gesellschaftlichen Strukturbruch. Da Energie der Motor alles Lebendigen war, ist und sein wird, bleibt die Frage nach den Ressourcen die wichtigste. Doch um welche Ressourcen geht es? Ist es das ausgehende öl, das weiterhin die Welt regiert, oder stehen uns nicht schon längst neue Energiequellen zur Verfügung? In der Verknüpfung mit der ersten These der Endlichkeit der ölvorkommen sind wir mit der zweiten These mitten in der aktuellen Diskussion um Nachhaltigkeit. Es geht bei den Ausführungen wohlgemerkt nicht um eine Hinführung zu »glauben« oder »nicht glauben«. Dargestellt werden zukünftige, realistische Perspektiven. Die Grundaussage lautet: Es ist möglich, Energieversorgungen zu schaffen, die für alle schadensfrei und (zukünftig) unendlich zur Verfügung stehen. Das ist das Prinzip von Nachhaltigkeit. Keiner leugnet, dass die Skepsis gegenüber Alternativen zu bisher Vertrautem weit verbreitet ist. Ein Strukturbruch in der Energieversorgung in den industrialisierten Ländern wird sehr schnell mit »Verzicht« assoziiert, doch der Weg in eine zukunftsfähige Energieversorgung ist kein Katastrophen Szenario. Im Gegenteil! Wir sind auf diesen Spurwechsel gar nicht so schlecht vorbereitet. Auch dies wird konkret aufgezeigt - anhand möglicher Einsparungspotenziale und des bereits praktizierten Umgangs mit erneuerbaren Energien. Wo wollen wir hin? Diese Frage verweist auf jeden Einzelnen von uns. Der individuelle Beitrag mag immer noch unwesentlich und kläglich im Vergleich zu den Machtspielen im weltweiten ölpoker erscheinen. Unbestritten haben wir es mit einem Umfeld zu tun, in dem Macht äußerst konservativ ausgeübt wird und sich innovative Interessen von und für morgen ihren Platz gegen die eingespielten Interessen von heute erst mühsam erkämpfen müssen. Eine wichtige Rolle in dieser Auseinandersetzung um den sehr wohl möglichen »ölwechsel« spielen dabei Informationen, Einschätzungen und Leitbilder. In diesem Sinne ist dieses Buch geschrieben worden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de