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Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft
 
 
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Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft [Taschenbuch]

Colin J. Campbell , Frauke Liesenborghs , Jörg Schindler , Werner Zittel , Global Challenges Network , Helga Roth
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Aktualisierte Ausgabe. (1. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423343893
  • ISBN-13: 978-3423343893
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 178.361 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Colin J. Campbell
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Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Der dritte Golfkrieg ist inzwischen vorüber. Aber selbst wenn sich im Irak in nächster Zeit eine einigermaßen stabile Nachkriegsordnung einstellen sollte, wird der Nahe Osten weiter ein Unruheherd der Erde bleiben, vom Palästinenserkonflikt über das Kurdenproblem bis zu fundamentalistischen Tendenzen in Saudi-Arabien. Das vorliegende Buch, das von der Umweltorganisation "Global Challenges Network" herausgegeben wird, gibt ein differenziertes Bild von den Wurzeln dieser Konflikte und von der Rolle des Erdöls in diesem Zusammenhang.

Der erste, geologische Teil des Buches ist eine ermüdende Geduldsprobe. Nichts gegen allgemeine Informationen über Entstehung und Ausbeutung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten; aber die so umständlich ausgebreiteten Daten zu jedem einzelnen Land hätten, grafisch aufbereitet, mühelos auf zwanzig statt reichlich hundert Seiten Platz gefunden.

Der zweite Teil ist ein spannend geschriebener geschichtlicher Abriss. Von Anfang an war die Politik in der Golfregion untrennbar mit dem Öl verbunden und von Chaos, Anarchie, Eigensinn und Zufällen geprägt. Akteure waren zunächst noch das Deutsche und das Osmanische Reich, zu dem die meisten Gebiete der Region vor dem Ersten Weltkrieg gehörten. Es waren deutsche Ingenieure, die 1903 bei Vermessungsarbeiten für die geplante Bahnlinie nach Bagdad auf Ölsickerstellen stießen. Nach 1918 teilten sich England und Frankreich die Region untereinander auf. Die wichtigste britische "Mandatsneuschöpfung" war der Irak, ein künstliches Gebilde aus verschiedenen Volksstämmen, dessen Grenzen von den Verhandlungspartnern in Paris mit dem Lineal gezogen wurden. Diese Willkür diente Saddam Hussein 1991 als Rechtfertigung für sein Vorhaben, mit Kuwait "eine irakische Provinz" in Besitz zu nehmen.

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die arabische Welt zunehmend in den Fokus der Weltpolitik, da sich Rohöl nicht nur für industrielle, sondern auch für kriegerische Zwecke als unentbehrlich herausstellte. Mittlerweile spielten auch die USA im Ölpoker mit. Der Kaufmann John D. Rockefeller schuf sich ein Imperium und bestimmte lange Zeit die inneramerikanische Ölpolitik. Die Autoren beschäftigen sich auch mit anderen Einzelpersonen wie dem Armenier Gulbenkian, dem Neuseeländer Major Frank Holmes oder dem lokalen Stammesführer Ibn Saud von Saudi-Arabien, die die Ölgeschichte des Mittleren Ostens entscheidend mitgeprägt haben. Diese Verknüpfung von großer Weltpolitik mit kaum bekannten Persönlichkeiten, die hinter der Bühne die Fäden zogen, ist ungemein gut gelungen.

Noch in den 1960er Jahren dominierten die "Sieben Schwestern", die sieben größten Ölkonzerne, den Ölmarkt. Durch das Überangebot sanken die Preise, die Konzerne wälzten die Preissenkungen einfach auf die Förderländer ab. Als Reaktion darauf schlossen sich zahlreiche Förderländer zur OPEC zusammen; deren koordinierte Preispolitik löste 1973 die erste Ölkrise aus.

"Ölwechsel!" verrät uns auch, warum die Politik und die Industrie bei der Reservenabschätzung der Ölvorkommen unterschiedlich vorgehen. Manche Staaten wie Großbritannien untertreiben, andere wiederum übertreiben. So erhöhte Kuweit 1985 seine Schätzung um fünzig Prozent - das entspricht den gesamten Nordseereserven. Der Grund: Man wollte eine Erhöhung der eigenen OPEC-Quote, sehr zum Unwillen des Irak.

Im letzten Kapitel konzentrieren sich die Autoren auf die Aspekte Ökologie und Nachhaltigkeit und fordern die Überwindung der Wachstumsideologie. In begrenzten Systemen kann es kein ewiges Mengenwachstum geben. Nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit darf die Nutzung einer Ressource nicht größer sein als ihre Regenerationsrate, die Freisetzung von Stoffen nicht größer als die Aufnahmefähigkeit der Umwelt. Erneuerbare Ressourcen wie Solar- und Windenergie müssen langfristig ein Ersatz sein. Grafiken und Tabellen sind hier leider ebenso unansehnlich wie am Beginn des Buches, teilweise auch fehlerhaft: Rechnet man die Angaben zur Gesamt-Sonnenkollektorfläche auf Seite 144 nach, dann kommt man auf 78 statt 8 Millionen Einwohner für Österreich. Griechenland hätte gar 173 Millionen statt knapp über 10.

Gleichwohl: Wer über kleine Fehler und den langatmigen geologischen Teil hinwegsieht, findet überaus interessante geschichtliche und wirtschaftliche Informationen, die gerade die aktuelle politische Situation besser verstehen helfen. Rezensent: Gunther Jauk -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Anhand neuester Daten legt der weltweit renommierte Experte Colin J. Campbell zusammen mit Global Challenges Network eine beeindruckende Analyse unserer prekären Situation vor.«
Lübecker Stadtzeitung 13.02.2007

»Durch die übersichtliche Gliederung wird selbst dem optimistischsten Leser klar, dass die Hauptproduktion zurzeit aus Feldern stammt, die grösstenteils vor dreissig Jahren entdeckt worden sind. Dass uns alle weismachen wollen, ein Engpass unserer Energieversorgung könne mit den neuen Funden ausgeglichen werden, begründet sich mehr in politischem Wunschdenken als in der Realität. Das Weltwirtschaftssystem müsse also vom kapitalistischen Gedanken des endlosen Wachstums und der fortwährenden Gewinnsteigerung Abschied nehmen, lautet das Credo der Wissenschaftler. Die Frage ist nicht, ob das Erdöl ausgeht, sondern wann. Ein Buch, das jedem Besitzer eines Geländewagens zur Zwangslektüre verschrieben werden sollte.«
heute (Zürich) 12.02.2007

»›Ölwechsel‹ hat das Zeug zum Standardwerk über das Ende der Erdölära und sollte eine Pflichtlektüre für alle sein, die über die Zukunft unserer Energieversorgung ernsthaft nachdenken.«
Neue Energie

»Eine ideale Balance zwischen Verständlichkeit und durchgehend hohem Niveau.«
Freie Universität Berlin

»Die Studie beeindruckt durch brisante Fakten zu den verbleibenden Ölreserven, den politischen Konflikten um das Erdöl sowie durch engagierte Alternativstrategien.«
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen

»Ich empfehle dieses Buch allen, die mitreden wollen in der Diskussion um Ökosteuer, Umweltpolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Energieversorgung. Aber auch allen, die etwas über die Entstehung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten wissen wollen. Es schafft eine brauchbare Datenbasis rund ums Erdöl…und hilft, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge im Kontext des Erdöls zu verstehen.«
Leserstimme, amazon.de

»Diese Informationen werden auf knapp 270 Seiten spannend und leichtgängig geschrieben verpackt. Das Buch bietet einen umfassenden Gesamtüberblick über das Thema Öl. ... so bietet das Buch doch kompaktes und in der heutigen Welt mehr als nur wertvolles Wissen in einer so ansprechenden Form, dass es ein Sakrileg wäre, nicht zuzugreifen und es für sich zu nutzen.«
www.roterdorn.de

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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr informativ, 2. Januar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ölwechsel! (Taschenbuch)
Dieses Buch informiert den Leser sehr umfassen über alles, was man im Zusammenhang mit Erdöl wissen muss.
Zunächst wird auf die Entstehung des Erdöls, dessen Erscheinungsformen (z.B. als Ölschiefer oder Teersande), die Resourcenlage (aufgeteilt nach Ländern), die Fördermöglichkeiten (Onshore, Offshore) und die zukümftigen Fördermöglichkeiten eingegangen.
Danach wird die Politik und Entstehung unserer Erdölwirtschaft beleuchtet. Wie kam es zur OPEC-Bildung? Wie entstanden die Ölkonzerne und wie groß ist deren Einfluss? Besonders interessant, vor allem wegen der momentanen Lage im Irak und dem drohenden Krieg, ist dabei die Rolle der Amerikaner in dieser Region. Deutlich ist zu sehen, welch falsches und doppelzüngiges Spiel sie trieben und treiben.
Des weiteren wird auf das Entstehen von Statistiken der Ölwirtschaft und deren Seriosität eingegangen und die Entstehung und Berechnung von Zukunftsprognosen ("Wie lange reicht unser Öl?") erleutert.
Im letzten Teil wird dann ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Alternativen zum Erdöl gemacht.

Ich empfehle diese Buch allen, die mitreden wollen in der Diskussion um Ökosteuer, Umweltpolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Energieversorgung. Aber auch allen, die etwas über die Entstehung der Konflikte im nahen und mittleren Osten wissen wollen. Es schafft eine brauchbare Datenbasis rund ums Erdöl (z.B. Welttages- und Jahresförderung, sichere Reserven, statische und dynamische Reichweite), und hilft, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge im Kontext des Erdöls zu verstehen.

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4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 8. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft (Taschenbuch)
Viele gut nachvollziehbare Statistiken und Diagramme kombiniert mit einer umfangreichen Erklärung von der Entstehung des Erdöls über die Erkundungsmethoden bis zur Fördertechnik. Der gesamte Ablauf der Ölwirtschaft sowie die Politischen Ziele und Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Akteure werden ebenfalls gut beschrieben.

Die größten Förderländer und ihre geschätzten Reserven sind ebenfalls enthalten, leider sind halt nur Schätzungen vorhanden was man dem Autor jedoch nicht vorwerfen kann. Es wäre sehr interessant die genauen Zahlen zu kennen.
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4.0 von 5 Sternen guter Überblick für Einsteiger in die Thematik, 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Ölwechsel!: Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft (Taschenbuch)
Das Buch "Ölwechsel!" läßt sich in zwei Teile gliedern.

Der erste (Kapitel 1) beschreibt sehr systematisch alle bisher identifizierten Ölregionen sowie deren Mengen und Förderhistorie. Diese Beschreibung ist fast wie ein Katalogteil. Sie bildet ein sehr sachliches Rückgrat der politischen Diskussion von Teil 2 (Kapitel 2-4). Es wird darauf hingewiesen, dass Ölreservoire lange vor ihrer Erschöpfung in ihrer Förderrate nachlassen (Hubbert Peak), und dass heute viele aktive Quellen aus sogenanntem nicht konventionellem Öl bestehen (Tiefsee; Ölsande). Insgesamt ziemlich viele Zahlen, dafür aber ein sehr informatives Nachschlagewerk.

Teil zwei ist nicht ganz so sachlich und zum Teil fehlerhaft. Der Abriss der geopolitischen Weltgeschichte rund ums Öl bietet zwar einen guten Überblick für Einsteiger in die Thematik, ist aber in anderen Büchern exakter und tiefgründiger beschrieben (siehe das dort zitierte Buch von Daniel Yegin "der Preis"). Vor allem aber geben sich die Autoren keine Mühe, die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge zu erhellen, z.B. warum in den 80er Jahren der Ölpreis überraschend wieder sank. Eine umfassendere Darstellung (u.a. Rolle der Beziehungen USA - Saudi-Arabien) bietet auch hier das zuvor zitierte Buch "der Preis". Weitgehend unbegründet ist auch die immer wieder vorgebrachte unterschwellige Kritik, dass die Industriestaaten für alle Miseren dieser Welt verantwortlich seien (auch für die finanziellen Nöte der OPEC-Länder wenn der Ölpreis fällt :-).

Immerhin endet das Buch dann nicht mit Weltuntergangsszenarien sondern zeigt -wiederum sehr nüchtern- einen Ausweg aus der Krise auf: durch effizienterem Umgang mit Resourcen und durch den Ausbau regenerativer Energien.

Insgesamt ein gut strukturiertes Buch. Einen Stern Abzug wegen der o.g. Mängel.
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